Girls’ Day 2015 in der General-Delius-Kaserne Mayen
Bundeswehr in Mayen zum Kennenlernen und Ausprobieren
Kommunikationsspezialisten erklären ihre Arbeit als Soldaten - über 30 Teilnehmerinnen aus Umland und Ferne
Mayen. Über 30 Schülerinnen haben in diesem Jahr am Girls‘ Day 2015 teilgenommen und die Gelegenheit genutzt, die Bundeswehr kennenzulernen. Einen Tag lang konnten sie in die verschiedenen Bereiche und den Alltag der Soldatinnen und Soldaten in der General-Delius-Kaserne in Mayen hineinblicken. Im Zentrum Operative Kommunikation der Bundeswehr arbeiten die Spezialisten der Bundeswehr zu Fragen der Kommunikation und Information. Gleichzeitig sind die meisten der Mitarbeiter auch Soldaten wie jeder andere in der Bundeswehr. Daher sieht der Arbeitsalltag im Zentrum Operative Kommunikation der Bundeswehr sehr vielseitig aus. Genauso vielseitig war auch das Programm, das die Schülerinnen in diesem Jahr zum Girls‘ Day erwartete. An vier Stationen erlebten sie unterschiedliche Möglichkeiten, wie Soldaten mit der Bevölkerung kommunizieren und wie Soldaten im Einsatz mit ihrer Ausrüstung umgehen.
Die einfachste Art wie Soldaten miteinander kommunizieren, ist mithilfe von Funkgeräten. Dass dies aber umständlicher ist, als SMS, E-Mails oder Whatsapp-Nachrichten zu verschicken, konnten die Schülerinnen selbst ausprobieren. Nach einer kurzen technischen Erklärung zum Funkgerät galt es, verschlüsselte Nachrichten per Funk an eine andere Gruppe zu übermitteln. Deren Funksprüche wiederum zu entschlüsseln zeigte, welchen Aufwand Soldaten im Einsatz betreiben müssen, um miteinander zu kommunizieren, ohne von unerwünschten Mithörern belauscht zu werden.
Kommunikation über kurze Entfernungen
Wenn Soldaten andere Menschen, zum Beispiel zivile Bürger in den Einsatzländern, mit Informationen versorgen wollen, nutzen sie spezielle Kommunikationstechnik. Ein getarnter Rucksack entpuppt sich dabei als überdimensionale Lautsprecherbox, die per Mikrofon von den Soldaten bedient wird. Da das Material der Bundeswehr höheren Ansprüchen genügen muss und auch nach einem Sturz ohne Schaden funktionieren muss, erkennen die Schülerinnen die Dimensionen des Materials, mit dem die Soldaten arbeiten.
Für die Informationsweitergabe über Strecken von mehr als 30 km und in Geländeabschnitten, in denen Menschen Hilfe brauchen, verfügt die Bundeswehr über die einmalige Möglichkeit der Verteilung von Flugblättern mit Hilfe von großen Ballons. An einem dieser Ballons hängen über 3.000 Flugblätter, die genau geplant und in Richtung des Windes auf ein ausgewähltes Gebiet „niederregnen“. Die Bevölkerung am Boden kann dann die Informationen der Flugblätter aufnehmen und weitergeben. Um diese Ballone aufsteigen zu lassen, müssen sie mit Helium befüllt werden. Die notwendige Technik und die Anlage zum Heliumabfüllen befinden sich auf einem gepanzerten Fahrzeug. Die Schülerinnen des Girls‘ Days konnten sich die Ballone und Flugblätter, aber auch das Fahrzeug ganz genau ansehen und ausprobieren, wie dieser komplexe Vorgang abläuft.
Kommunikation zur Unterhaltung und Information
Eine besondere Form der Kommunikation wird ebenfalls durch das Zentrum Operative Kommunikation der Bundeswehr geleistet. Mit dem Radiosender Radio Andernach übermitteln Soldaten aus Mayen Informationen und unterhaltsame Musik in die Einsatzländer der Bundeswehr. Die Schülerinnen konnten in den Radiostudios selbst ausprobieren, hinter einem Mikrofon ein Musikstück anzumoderieren oder einen informativen Beitrag zu sprechen. Mit einer Führung durch das gesamte Funkhaus wurde den Schülerinnen gezeigt, wie eine komplette Radiosendung entsteht und was die Soldaten im Hintergrund dazu beitragen.
Neben der fachlichen Spezialisierung beherrschen die Soldaten in Mayen auch das „klassische“ Handwerkszeug des Soldatenberufes. Ein wichtiger Bestandteil davon ist der richtige Umgang mit der eigenen Ausrüstung und das „gefechtsmäßige“ Leben außerhalb von Kasernen. Um dies kennenzulernen, konnten die Schülerinnen in die selbst gebauten Zelte der Soldaten kriechen, das Kochen am Lagerfeuer kennenlernen und die besondere Schminke der Bundeswehr ausprobieren, mit der sich Soldaten im Feld ihrer Umgebung anpassen.
Schülerinnen aus Rheinland-Pfalz und sogar aus Sachsen
Am diesjährigen Girls‘ Day nahmen vorwiegend Schülerinnen der Schulen des Mayener Umlandes teil. Eine besonders weite Anreise hatte Madleen Gafert (16) auf sich genommen, denn sie kam extra aus Schkeuditz in Sachsen nach Mayen. Sie hat sich bereits intensiv über die Offiziersausbildung am Zentrum Operative Kommunikation der Bundeswehr informiert und hat den Girls‘ Day genutzt, um sich ein Bild vor Ort zu verschaffen. Die gewonnenen Eindrücke des Tages haben sie weiter bestärkt, diesen Berufswunsch zu verfolgen. Einen ersten Kontakt zu den Soldaten herzustellen, ist dabei sehr hilfreich.
Pressemitteilung
Zentrum Operative
Kommunikation der Bundeswehr
Schminken mal anders.
Der Blick in ein Zelt für zwei Soldaten. Fotos: Hauptmann Sandra Schäfer
Die Flugblätter wurden per Ballon verteilt.
Hinter dem Mikrofon bei Radio Andernach.
