Ferienerholung für Flüchtlingskinder am Laacher See
„Gestern war es ganz, ganz schön“
Mayen. 25 Kinder tummeln sich im Hof des Mehrgenerationenhauses der Caritas in Mayen, dazwischen Koffer, Taschen und Spielkisten. Für vier Tage geht es ins „Naturfreundehaus“ am Laacher See. Eine Ferienerholungsmaßnahme für Flüchtlingskinder, die traditionell vom Psychosozialen Zentrum für Flüchtlinge (PSZ) der Caritas mit der Kinder- und Jugendgruppe Multi-Kulti-Kids vorbereitet wird.
Die Jungen und Mädchen kommen aus Syrien, Afghanistan, Irak, Serbien, Russland und dem Kosovo. „Für viele Kinder ist dies das erste schöne Erlebnis in einer Gruppe nach der Flucht“, so Inga Machleit, Mitarbeiterin im PSZ. Und Markus Göpfert, Leiter des PSZ, der die Maßnahme mit begleitete, ergänzte: „Viele der Kinder haben schreckliche Erlebnisse und eine monatelange Flucht hinter sich. Normalität und Erholung stehen deshalb im Mittelpunkt der Tage.“ Unterstützt wurde die Maßnahme durch ein ehrenamtliches Team.
Am Laacher See warteten auf die Mädchen und Jungen viele Abenteuer, die auch Larissa Klee mit vorbereitet hatte: „Wir haben uns einige Kennenlern- und gruppendynamische Spiele überlegt. Aber auch viel Freispiel, ein Spaziergang zum See und ein Grillabend sind im Programm.“ Auch die Küche vom „Naturfreundehaus“ wurde von den Kids genossen. Klar, dass nach einem langen Tag voller Spiel und Abenteuer der Hunger besonders groß war.
So vergingen die Tage wie im Flug. „Gestern war es ganz, ganz schön“, erzählte der achtjährige July aus Syrien begeistert, „denn wir haben einen Schatz ausgegraben.“ Beim Stockbrot gab es dann auch noch orientalisch zubereiteten Tee, der für alle Kinder ein Stück Heimat bedeutet. „Den kocht meine Mutter auch immer“, freute sich Mir aus dem Irak.
„Durch den klar strukturierten Tagesablauf und pädagogisch sinnvolle Regeln während der Tage erfahren die Kinder eine äußere Ordnung, die ihnen wieder ein Stück Sicherheit vermittelt“, erläutert Inga Machleit die Zielsetzung der Maßnahme. In diesem Sinn betonte Markus Göpfert einen weiteren Aspekt: „Das gemeinsame Erleben des Tagesablaufs und der jeweiligen Aktivitäten, die gemeinsamen Spiele und Mahlzeiten schaffen eine Atmosphäre des Vertrauens und ermöglichen den oft schwer belasteten Kindern, noch einmal Kind sein zu dürfen und über das Erlebte zu erzählen.“
Die Betreuer Elena Janzen und Christina Gerz konnten beobachten, wie die Mädchen und Jungen immer mutiger wurden und Freude hatten. Auch die Helfer Michaela Bersching, Emad Girgis und Judith Wagner sind mit ihrem Einsatz sehr zufrieden und möchten die Kinder bei weiteren Aktionen wiedersehen.
