Unfallschwerpunkt an der Kreuzung L82/K56 in Bell war Thema in Gemeinderat
Kreisel soll Gefahrenquelle entschärfen
Bell. Nach dem schweren Verkehrsunfall an der Kreuzung L82/K56 Ende August, bei dem ein Motorradfahrer ums Leben kam, stand dieser Unfallschwerpunkt wieder einmal im Mittelpunkt der Gespräche des Beller Gemeinderates. In der vergangenen Woche hatte sich die CDU-Fraktion des Rates im Rahmen einer Ortsbesichtigung ein Bild von der unfallgefährdeten Kreuzung gemacht. Dabei stellten sie fest, dass viele Autofahrer nicht nur an den beiden Kreuzungen an der L82/K56 von Wehr nach Maria Laach und von Bell nach Maria Laach die dort angebrachten Vorfahrtschilder außer Acht ließen, sondern insbesondere auch an dem sogenannten „Ast“, an dem die beiden von der L82 abgehenden Kreisstraßen in Richtung Maria Laach (K56) spitz zusammenlaufen.
In einem Telefongespräch mit der Polizeiinspektion Mayen erfuhr "Blick aktuell", dass es an dieser Kreuzung seit Anfang des Jahres insgesamt zu neun Verkehrsunfällen kam. Dabei handelte es sich laut PI Mayen um vier Vorfahrtsmissachtungen, vier Auffahrunfälle und in einem Fall habe ein Verkehrsteilnehmer beim Rückwärtsfahren einen Unfall verursacht. „Es ist ein Wunder, dass hier nicht noch viel mehr schlimme Unfälle passieren“, so Ortsbürgermeister Bernd Merkler, der mit den Ratsmitgliedern während der circa 40 Minuten währenden Ortsbesichtigung alleine etwa 20 Verkehrsteilnehmer zählte, die das Vorfahrtschild missachteten bzw. ihre relativ hohe Geschwindigkeit beim Einfahren in eine der genannten Kreuzungen nur unwesentlich drosselten.
Brief an Innenminister Lewentz wurde noch nicht beantwortet
Um in Zukunft weitere Unfälle zu verhindern, richtet die Gemeinde Bell an die Straßenverwaltung und an das zuständige Ministerium den Appell, diesen Unfallschwerpunkt durch den Bau eines Kreisel endgültig zu entschärfen. Wie Ratsmitglied Michael Ullenbruch versicherte, hat sein Vater Klaus Ullenbruch sen. kürzlich bereits einen entsprechenden Brief an Innenminister Roger Lewentz geschrieben, der jedoch bislang noch nicht geantwortet hat. Bürgermeister Merkler erläuterte: „Eigentümerrechtlich betrachtet dürfte es hier keine Probleme geben, da die gesamte Fläche der Gemeinde Bell gehört".
Zurzeit werden die genannten Straßen zwar durch die Sperrung der Autobahnauffahrt A61 in Mendig sowohl von LKW als auch von PKW stark befahren, dies ist jedoch nach den Worten von Ortsbürgermeister Bernd Merkler auch bei den sehr häufig vorkommenden Staus auf der A61 zwischen Wehr und Mendig der Fall. „Wir sind nicht mehr bereit, die unseres Erachtens unzureichende Verkehrsregelung weiter hinzunehmen und fordern deshalb, dass hier so schnell wie möglich etwas passiert“, so die Ratsmitglieder unisono.
Die CDU-Fraktion des Beller Gemeinderates überzeugte sich von den Gefahrenquellen. Foto: FRE
Für LKW-Fahrer ist die Kreuzung, an der die beiden Kreisstraßen zusammenlaufen ("Ast"), nur sehr schwer einzusehen. Foto: FRE
