SV Eintracht Mendig – Abteilung Tischtennis
Mendiger Tischtennis-Herren schreiben weiter Geschichte
Erstmals Aufstieg in die Oberliga Südwest
Mendig. Packender und spannender hätte es wohl auch nicht Stephen King schreiben können, wenn es um das Kapitel Tischtennis, Mendig und die seit dieser Saison neue Verbandsoberliga Südwest gehen sollte.
Aber von Anfang an.
Die über Jahre gelobte Jugendarbeit in Mendig trug bereits 2010 erste Früchte im Herrensport, als die aus der eigenen Jugend herangereiften Nachwuchstalente die erste Meisterschaft im Herrenbereich, damals Meister der 1. Bezirksliga einfuhren. Es folgte 2011 der ungeschlagene Durchmarsch in der 2. Rheinlandliga. In der 1. Rheinlandliga legte das Team eine Schnupperpause ein, bevor es 2013 mit dem Titel des Rheinlandmeisters an und für sich bereits den Oberligaaufstieg erzielt hatte, wenn, ja wenn nicht Funktionäre am grünen Tisch durch strukturelle Spielklassenveränderungen den direkten Aufstieg verhindert hätten. Trotz einer tollen Relegationsveranstaltung im vergangenen Jahr in Mendig gab es sowohl für Mendig, als auch den Relegationssieger Kaiserslautern keinen Platz in der erwünschten Spielklasse, der Oberliga Südwest. Dies wollten die beiden Verbände des Tischtennis Verbandes Rheinland und der des Rheinhessischen Tischtennisverbandes nicht auf sich beruhen lassen und schufen erstmals eine Verbandsoberliga. Zehn Teams zusammengestellt aus den Oberligaabsteigern des TSV Wackernheim, den SF aus Nistertal und dem TSV Gau Odernheim, dazu die besten drei Mannschaften der jeweiligen 1. Verbandsligen plus einem Aufrückerplatz. Schnell wurde das Team vom TSV Wackernheim und die SV Eintracht aus Mendig als Favorit gehandelt für die vorderen Plätze der Tabelle dieser neuen interessanten Liga. Während der TSV Wackernheim stets konstant punktete und direkt von Anfang an in der neuen Saison die Tabellenspitze einnahm, startete Mendig verletzungsbedingt bereits direkt im ersten Spiel gegen die SG Frei Laubersheim-Winzenheim-Hakenheim mit einer Niederlage. Trotz vieler Verletzungen konnten die jungen Eigengewächse aus der Vulkanstadt den Anschluss halten und im Spitzenspiel in Mendig den rheinhessischen Tabellenführer mit 9:7 bezwingen. Während Wackernheim erfolgreich alle weiteren Spiele der Vorrunde gewinnen konnte, hatte Mendig fast beim völlig überraschenden Remis im Lokalderby in Ochtendung schon alle Trümpfe aus der Hand gegeben. Mit einem Punkt Rückstand ging es dann in die Rückrunde. Bis zum Aufeinandertreffen in der Mainzer Vorstadt am 4. Spieltag gab sich keine der beiden Mannschaften eine Blöße. In einem wahren Hexenkessel vor circa 100 Zuschauern zeigte Mendig, was das Team als Favorit ausmachte, und selbst ohne die Neuverpflichtung von Jugendeuropameister und dem 2. Bundesliga erfahrenen Andreas Bäcker vom Oberligisten Kroppach machten die Gäste kurzen Prozess und schlugen den damaligen Tabellenführer mit 9:3 in deren eigener Halle. Das dürfte das Schlüsselerlebnis der Saison gewesen sein. Mendig übernahm die Tabellenführung und war bereits in Fachkreisen als Oberligaaufsteiger gehandelt worden. Fünf Spieltage vor Schluss waren die Kontrahenten als machbar definiert worden. Aber auch hier zeigten gerade die eigene Nachwuchstalente, die inzwischen zu jungen Männer erwachsen sind, dass Tischtennis eine nervenaufreibende Sportart ist und bewiesen dies eindrucksvoll mit einem Remis in Gau Odernheim. Trotz dieses 8:8 lies sich das Team um Coach Christof Adams nicht beeindrucken und konnte in Folge bis zum letzten Spieltag drei deutliche Erfolge beim DTC Mülheim, bei der SG FEH in Winzenheim und in Simmern erringen.
Am letzten Spieltag am vergangenen Samstag fand die Saison ihren Höhepunkt. Punktgleich mit 30:4 Punkten und einem hauchdünnen Spieleverhältnis von 3 Spielen zugunsten der Vulkanstädter begrüßte Mendig die Gäste vom Oberligaabsteiger aus Nistertal. Parallel empfing der TSV Wackernheim den TTC Mülheim, welcher den Klassenverbleib bereits frühzeitig gesichert hatte. Ohne mit der Schützenhilfe der Koblenzer Vorstädter zu rechnen musste Mendig ein deutliches 9.2 oder besseres Ergebnis einfahren. Nachdem der Endstand von 9:0 für Wackernheim in der Halle verkündet wurde, lag Mendig bereits im Fahrtwasser Richtung deutlichem Sieg durch Punkte in den Doppeln Bäcker/ Munk, Bitzigeio/ Hillesheim und Zimmer/ Berger dazu mit Einzelerfolgen durch Bitzigeio, Berger, Hillesheim, Munk und Zimmer mit 8:1 in Front. Im Spitzenspiel der beiden Einser beider Teams gelang Bundestrainer Jörg Bitzigeio dann mit einem deutlichen 3:0-Erfolg der erhoffte letzte Punkt zum Endergebnis von 9:1 mit dem die Nord Rheinlandpfälzer nicht nur den Sieg an diesem Abend erringen konnten, sondern auch den damit verbundenen historischen Einzug in die Oberliga Südwest in der anstehenden neuen Saison 2014/2015.
Mendiger Reserve gelingt Teilerfolg
Auch in der 1. Bezirksliga Nord waren die Vorzeichen aus Sicht der Vulkanstädter die Gleichen wie in der Verbandsoberliga. Mit 30:4-Punkten führte die SG Sinzig Ehlingen die Tabelle vor der punktgleichen Mendiger Reserve. Lediglich das Spieleverhältnis sprach deutlich, entgegen den beiden Verbandsoberligateams, zugunsten Sinzigs. Die Kombinierten der SG gewannen mit 9:0 beim Ersatzgeschwächten TV Oberbieber, während Mendig den Tabellendritten, von der SG Weißenthurm Kettig in der Pfarrer- Bechtel-Grundschulturnhalle empfing. Mit einer deutlichen 9:2-Niederlage hätten die Plätze noch getauscht werden können. Als jedoch Mendig schnell mit 3:2 führte und damit Platz zwei fest innehatte, ließen die Spieler den Anstrengungen freuen Lauf und waren nicht mehr ganz bei der Sache, sodass die letztendliche Niederlage mit 5:9 aus Sicht der Koblenzer Vorstadtgemeinde in Ordnung ging.
Am 10. Mai spielt das Team in der Besetzung Patrick Assenmacher, Dr. Claus Court, Jonathan Bogolowsky, Christof Adams, Daniel Dechert und Ewald Koch bei der Relegationsrunde zum Aufstieg in die 2. Rheinlandliga in Oberstein zuerst gegen die Drittvertretung vom TTC Wirges. Der Sieger dieser Partie tritt dann gegen den Tabellenachten der 2. RL, dem TTC Rheinbrohl entgegen um durch einen Erfolg den einzig zu vergebenden Platz an der „Sonne“ zu erkämpfen.
