Schüler der Kreisrealschule Niedermendig. trafen sich
Nach 53 Jahren erstes Klassentreffen
Mendig. Wie die Zeit vergeht, immer wieder dachten sie daran, ein Klassentreffen zu veranstalten. Einige aus der alten Realschulklasse sahen sich gelegentlich, die meisten aber sind bundesweit verstreut: von Berlin bis München, von Hessen bis NRW und haben keinen Kontakt mehr. Was mag wohl aus ihr, aus ihm, geworden sein?
Dann ruft die Irmelin an: „Hast du Lust auf Klassentreffen“ machst du mit? Gerd, Uli und Gernot sagen sofort ja. Dann geht’s los. Listen zusammengestellt, das letzte Klassenbuch organisiert, Adressen gesucht, telefoniert, E-Mails verfasst. Nicht ganz so einfach. Sie werden gefunden: Professoren, Direktoren, Ingenieure, Manager, Lehrer, Offiziere, Chefs und Chefsekretärinnen, alles Ehemalige. Von 56 Schülerinnen und Schülern beim Schulbeginn 1954 haben 33 die Kreisrealschule 1960 abgeschlossen. Eine hohe Fluktuation, zahlreiche Zu- und Abgänge haben trotzdem einen harten Kern geschaffen, an dem der Klassenlehrer Ernst Neubauer seine Freude haben würde.
Tatsächlich im vergangenen November gingen 33 Einladungen heraus und keine ist zurückgekommen. Ständig trudelten die Zusagen ein und alle haben sich darauf gefreut. Das Hotel Felsenkeller in Mendig war das Ziel. „Wie werden die wohl aussehen, erkennen wir uns überhaupt? Grau geworden und auch mehr oder weniger kahl, mit deutlich stärkerem Unifang, Falten? Die Augen sind immer noch so lebhaft wie vor 53 Jahren. Zur Sicherheit und um Peinlichkeiten zu vermeiden, wurden Namensschildchen angefertigt, bei den Frauen mit dem Mädchennamen natürlich. Schon das Eintreffen wurde zum highlight, es wurde beäugt, erkannt, umarmt, gelacht und Tränen verdrückt. Es gab nach so langer Zeit viel zu berichten. Nach dem ersten Glas Sekt gings zur alten Realschule, vor dem Rathaus wurde das Abschlussfoto nachgestellt und abgelichtet. Dann ging es weiter zum Lava Dome. Für viele eine neue Seite der Schulstadt. Zum Abendessen versammelten sich alle wieder im Hotel Felsenkeller. Fotos aus der Schulzeit wurden mit einem Beamer vergrößert. Ein Aufsatz über die Schulzeit, von den Klassenbesten schon 1960 verfasst, weckten Erinnerungen.
Eine Kopie des letzten Klassenbuchs gab ständig Anlass zum Blättern, Nachzulesen und zum Kommentieren. Es brauchte kein Programm, alle waren sich Programm genug. Als lang nach Mitternacht sich die Letzten auf die Heimreise machten, waren sich alle einig. Es war eine wiederholungswürdige, runde Sache und zur Nachahmung empfohlen.
