Allgemeine Berichte | 31.08.2015

Gedenkstein der Layerbruderschaft und Steinhauerzunft Mendig wurde feierlich enthüllt

Opfer in den Mühlsteingruben sollen nicht in Vergessenheit geraten

Opfer in den Mühlsteingruben sollen nicht in Vergessenheit geraten

Mendig. Anlässlich der feierlichen Enthüllung eines von ihm im Auftrag der Layerbruderschaft und Steinhauerzunft geschaffenen Gedenksteines hieß der Mendiger Bildhauer und Brudermeister Werner Geilen zahlreiche Zuschauer in der Brauerstraße willkommen. Unter dem feststehenden Begriff „Das schwarze Gold von Niedermendig“ erinnerte Geilen daran, dass viele Menschen über Jahrhunderte hinweg in den Mühlsteingruben ihr Brot verdienten, aber leider auch einen frühen Tod erlitten. "Ich danke allen, die geholfen haben, dieses Zeugnis der Vergangenheit zu schaffen und hier in der Brauerstraße, wo sich viele Gruben befanden, aufzustellen“, so Werner Geilen.

Fred-Josef Geilen, Schriftführer und Kassierer der Layerbruderschaft und Steinhauerzunft, wies in seiner Ansprache zunächst darauf hin, dass die Layerbruderschaft wahrscheinlich der älteste existierende Verein in Mendig sei und erklärte: „Die ersten wohl aus Niedermendig stammenden Layer wurden um 1200 schriftlich genannt und arbeiteten in den Laacher Layen.“

Erste Layen wurden um 1200 schriftlich genannt

Rückblickend berichtete er: „Vorläufer der Layerbruderschaft war sehr wahrscheinlich die Anna-Bruderschaft, die im 16. Jahrhundert mehrfach in den Quellen erwähnt wird. Im Notfall wurden Hilfebedürftige, wie zum Beispiel Witwen und Waisen, nach Unfällen unterstützt. Ebenso konnten kleine Kredite für Hausbau oder Reparaturen vergeben werden. Aus dieser Zeit stammt auch noch die Zahlung eines sogenannten Sterbegeldes an die Angehörigen verstorbener Mitgliedern. Dies wurde aber nach dem Zusammenschluss der Layerbruderschaft und der aus dem Jahre 1677 stammenden Steinhauerzunft 1954 eingestellt.“

Die Layerbruderschaft hat sich seit langer Zeit die Kultur- und Traditionspflege als wichtigste Aufgabe in die Statuten geschrieben, was zahlreiche Beispiele in Mendig belegen. Nachdem Brudermeister Werner Geilen in der Jahreshauptversammlung 2013 seine Gedanken zur Errichtung eines Gedenksteines für alle auf den Grubenfeldern von Niedermendig zu Tode gekommenen Menschen vorgestellt hatte, gab der Vorstand dazu ein Jahr später seine Zustimmung . Anschließend wurde mit der Stadt Mendig und Mitgliedern der DVG die Aufstellung in der Brauerstraße neben dem Sportplatz abgesprochen, weil dort auch die Besucher des "Lava-Dome" und des Michelskellers vorbeikommen und somit auf die gefährliche Arbeit der Altvorderen aufmerksam gemacht werden können. Gleichzeitig soll es auch ein Ort stillen Verweilens zum Gedenken an die verunglückten Menschen sein.

Layenbruderschaft bereichert das kulturelle Programm

Mit einem Dank an Werner Geilen für die federführende Herstellung des Gedenksteines und an alle Personen, Firmen und Institutionen, die das Projekt ideell und finanziell unterstützt hatten, übergab Fred-Josef Geilen das Wort an Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel. Dieser bezog sich in seiner Ansprache zunächst auf die in diesem Jahr zum 20. Mal stattfindende „Ars Vulcanica“ , die mit dem Ziel gegründet wurde, die Region jedes Jahr mit kulturellen Beiträgen zu bereichern. „Da ein großer Teil unseres Heimatgebietes von den Bodenschätzen, die uns unsere vulkanische Vergangenheit hinterlassen hat, geprägt ist, liegt es auf der Hand, dass auch die Layerbruderschaft jedes Jahr das kulturelle Programmangebot bereichert. So hat sie diesmal auf Einladung von Werner Geilen auf der Mendiger Museumslay mit einem Steinhauersymposium wieder einen neuen Akzent gesetzt". Fünf renommierte Künstler wirkten dort mit, betonte er, und seien bereits seit einer Woche emsig bei der Arbeit. Während der Woche hätten ihnen schon viele Besucher über die Schulter geschaut und nun präsentierten sie auf der Museumslay ihre gefertigten Werkstücke und Skulpturen. "Von meiner Seite möchte ich allen, die sich hieran beteiligt haben, ein herzliches Dankeschön und ein großes Lob von Seiten der Stadt Mendig aussprechen“, so Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel, der daran erinnerte, dass die Arbeit auf der Lay und insbesondere in den unterirdischen Abbaugruben extrem gefährlich war und über die Jahrhunderte der Steingewinnung viele Layer und Steinhauer zu Tode kamen.

Schicksale werden nun endlich entsprechend gewürdigt

Als Beispiele nannte er: „Michael Diensberg, geboren am 10. März 1754, brach sich am 9. Februar 1795 in einer Felsenhöhle das Rückgrat; Jodokus Müller, gestorben 19. Mai 1714, ledig, starb im Steinbruch, und Markus Kessenich, geboren 1638 in Köln, gestorben am 12. März 1686, ist nach einem Besuch in Maria Laach in den Niedermendiger Steinbrüchen verunglückt. Er war Benediktiner zu Maria Laach, Mönchspriester an St. Peter in Erfurt 1664/65, ab 4. März 1667 Pfarrer in Niedermendig. Das Grabkreuz wurde 1908 in den Niedermendiger Pfarrgarten übertragen.“ Hans Peter Ammel beendete seine Rede mit den Worten: „Es ist ein eindrucksvolles Zeichen der Steinhauer und Layerbruderschaft, die Schicksale der zu Tode gekommenen Arbeiter zu würdigen und mit dem von Werner Geilen geschaffenen und durch die Figur der DVG ergänzten Gedenksteines daran zu erinnern, dass die Arbeit in der Lay alles andere als romantisches Werken bei Mendiger Bier und 'blauen Montagen' gewesen ist.“

Nach der feierlichen Einsegnung des Gedenksteines durch Pastor Ralf Birkenheier wurde das Kunstwerk offiziell an die Stadt Mendig übergeben.

Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie nahm Pastor Ralf Birkenheier die Einsegnung des Gedenksteins vor.

. Feierliche Übergabe des Kunstwerks an die Stadt Mendig.

Zahlreiche Zuschauer hatten sich zu der Enthüllung und Einsegnung des Gedenksteines an der Brauerstraße eingefunden.

Opfer in den Mühlsteingruben sollen nicht in Vergessenheit geraten
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