Psychosoziale Begleiterscheinungen bei Krebspatienten war das Schwerpunktthema
Selbsthilfegruppe Lymphom- und Leukämiekranke Mayen und Umgebung hatte zum Treffen eingeladen
Mayen. Beim letzten Treffen der SHG Lymphom- und Leukämiekranke Mayen und Umgebung konnte der Vorsitzende Hans-Peter Gerhards neben den zahlreichen Interessierten, die Referentin Frau Kurabas von der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz begrüßen. Schwerpunktthema der Veranstaltung waren die psychosozialen Begleiterscheinungen bei Krebspatienten in der Therapie und im Alltagsleben der Betroffenen.
Beratungs- und Hilfsmöglichkeiten
Die Referentin stellte hierzu die Beratungs- und Hilfsmöglichkeiten der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz vor. Aus den Fragen der Betroffenen wurde sehr schnell klar, dass die psychosozialen Problemstellungen bei weitem noch nicht alle erfasst sind und ein enormer Bedarf an Beratung und auch Behandlung besteht. Die betroffenen Patienten berichteten über den enormen Druck, der teilweise von den Krankenkassen bei Krankengeldbezug ausgeübt würde und nach einigen Wochen Krankengeldbezug seitens der Krankenkasse die Aufforderung per Telefonat ausgesprochen würde, einen Reha-Antrag zu stellen oder einen Rentenantrag einzureichen und dies zu einem Zeitpunkt, wo sich der Patient noch in Chemo- oder Bestrahlungstherapie befindet. Durch dieses unter Drucksetzen der Krankenkassen würde der Patient neben seinen gesundheitlichen Problemen, deren Bewältigung schon für sich den Patienten vor enorme psychische Konflikte stellt, wirke sich der Druck der Krankenkassen nicht gerade gesundheitsfördernd aus. In konkreten Einzelfällen, so wurde festgehalten, wird die Selbsthilfeorganisation diesen Dingen bei den Krankenkassen nachgehen und unter Umständen prüfen lassen, inwieweit diese Vorgehensweise der Krankenkassen der Rechtsnorm entspricht. Die Anwesenden empfinden es als sehr hilfreich, dass die Krebsgesellschaft Reinland-Pfalz in Zusammenarbeit und mit finanzieller Unterstützung durch die niedergelassene Hämatologische, Onkologische und Internistische Schwerpunktpraxis Dr. Maasberg, Keller, Schmitz und Gerner ein Beratungsangebot für psychologische Betreuung bereithält.
Als weiterer Schwerpunkt, so stellte sich heraus, wird von den Patienten die nicht nachvollziehbare Vorgehensweise des Amtes für soziale Angelegenheiten hinsichtlich der Bewertung der gesundheitlichen Schäden am Ende der Therapie bewertet. Es entsteht zwangsläufig der Eindruck, dass bei dieser Bewertung ausschließlich der Heilungsverlauf der Tumorerkrankung gesehen und bewertet wird, die durch die Therapie vorhandenen und teilweise lebenslänglichen gesundheitlichen Einschränkungen aus Chemo- und Strahlentherapie jedoch keinerlei Berücksichtigung finden. Diese Folgeschäden verursachen bei rund 90 Prozent der Patienten jedoch weiterhin zum Teil enorme gesundheitliche Probleme, die neben den Einschränkungen bei der Alltagskompetenz auch zum großen Teil dazu führen, dass die Teilnahme im sozialen Umfeld des Betroffenen sehr stark eingeschränkt ist. Am Ende der Veranstaltung wurde für den Themenbereich „Spätfolgen nach Therapie“ eine intensive Zusammenarbeit zwischen der Selbsthilfegruppe und der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz vereinbart. Eine Vernetzung aller Selbsthilfegruppen in Mayen, die mit Patienten arbeiten, wäre gerade im Bereich der psychosozialen Auswirkungen bei Patienten in und nach der Therapie sehr hilfreich, zumal bei allen schweren Erkrankungen eine Patientenunterstützung angesagt ist. Der Vorsitzende Hans-Peter Gerhards betonte, dass in nächster Zeit die Gruppenleiter aller Selbsthilfegruppen im Gesundheitswesen in Mayen zu einem Gespräch eingeladen würden, um eine mögliche Zusammenarbeit und Vernetzung in dem Bereich der sozialen Betreuung von Patienten zu realisieren.
Die Bearbeitung weiterer Themenfelder aus den Nachwirkungen nach der Therapie wird beim nächsten Gruppentreffen am Mittwoch, 6. März, im Café Cati im Mehrgenerationenhaus um 18 Uhr fortgesetzt. Hierzu sind sowohl die Gruppenmitglieder als auch Interessierte Bürger herzlich eingeladen. Kontaktadresse: Hans-Peter Gerhards, Tel. (0 26 51) 4 82 58.
Pressemitteilung Selbsthilfe-
gruppe Lymphom- und
Leukämiekranke
Mayen und Umgebung
