Premiere der Theatergruppe „Kirchenchor Cäcilia Bell“ wurde mit großem Applaus gefeiert
„Ruhestand – und plötzlich war die Ruhe weg!“
Mendig. Die Premiere des Lustspiels „Ruhestand – und plötzlich war die Ruhe weg!“ von Regina Rösch in der voll besetzten Beller Mehrzweckhalle am Samstag, 8. Juni bedeutete für die Darsteller der Theatergruppe „Kirchenchor Cäcilia Bell“ ebenso wie für die zahlreichen Zuschauer drei Stunden Power pur!
Zum Stück:
Theres Klein ist mit sich und ihrem Leben zufrieden. Sie versorgt Haus und Familie, betreibt eine kleine Pension, liebt „Sturm der Liebe“, „Rote Rosen“, Kaffeeklatsch und Tupperabende und verbringt ihre Freizeit am liebsten mit ihren beiden Freundinnen Karola und Gisela.
Doch an einem Mittwoch im März ist dieses wunderschöne Leben plötzlich zu Ende. Ehemann Julius verlässt nach 43 Jahren und fünf Monaten in denen er für Frau und Kind aufopferungsvoll und selbstlos geschuftet hat, seine treue Sekretärin Lieselotte Schlüpfer und geht in den Ruhestand! Während Erwin und Franz, die beiden Freunde von Julius bereits Pläne für gemeinsame Unternehmungen der „Rentnergang“ schmieden und sich bereits bei der „Hasenjagd“ auf Malle sehen, wird Therese schlagartig mit der Erkenntnis konfrontiert, dass ihr gewohntes „Lotterleben“ ein jähes Ende hat. Denn ihr frisch pensionierter, handwerklich völlig talentfreier Ehemann hat sich vorgenommen, sowohl das Haus als auch seine holde Gattin, die in ihrem ganzen Leben noch nicht erfahren hat, was es heißt, wie er, in einer Firma zu arbeiten, zügig auf Vordermann zu bringen. Und so halten Jour-Fix, Teambildungsmaßnahmen und Businesspläne ihren Einzug und selbst das Mittagessen wird nun per Brainstorming geplant. Da können selbst Tochter Renate und Verdachtsschwiegersohn Stefan, ein „ewiger Student, der nach dem Studium wahrscheinlich gleich in Rente gehen wird“, nur wenig helfen.
"Am Rande des Wahnsinns"
Therese ist am Rande des Wahnsinns und auch bei Gisela und Karola ist nichts mehr so wie es einmal war. Denn angespornt von ihrem Freund Julius und dessen ehemaligen Seminarkollegen Karl Mai beginnen nun auch Erwin und Franz-Martin mit der „Optimierung“ ihrer Ehefrauen. Die Nerven liegen blank! Sind die Frauen den Ehemännern ohne eigenes Einkommen nicht bedingungslos ausgeliefert? Eine Scheidung erscheint aussichtslos, droht doch als Alternative die Brücke im Nachbarort als einziger Unterschlupf und die Chance, einen akzeptablen ledigen „Ladenhüter“ zu erwischen, geht mit zunehmendem Alter gegen null. Als Julius Thereses geliebte Pension jedoch in einen Saloon verwandelt, und die Damen gezwungen werden, in einem von Karl verfassten „Meisterwerk“ als Cowboy und Indianer auf Plüschpferden durch den „Grand Canyon“ zu reiten, regt sich bei den Damen der alte Kampfgeist… Und manchmal ergibt sich auch ohne „Brainstorming“ eine Lösung.
Die nächsten Aufführungen
Da das Stück sowohl am Samstag, 15. Juni, um 20 Uhr als auch am Sonntag, 16. Juni, um 17 Uhr noch einmal aufgeführt wird, kann an dieser Stelle nicht verraten werden, wie das liebenswerte Chaos endet. Es sind noch einige Karten zu haben!
Die Darsteller
In den zum Teil äußerst temperamentvollen und nicht immer ganz leicht umzusetzenden Rollen bewährten sich: German Heuft als der handwerklich unbegabte Winnetou-Verschnitt Julius, die professionell anmutende Marianne Zepp als seine Brainstorming geschädigte Ehefrau Theres, Monika Bühler als deren Tochter Renate, die wider Erwarten doch noch vom Marterpfahl befreit wurde und ihr Freund Andreas Katschewitz als Herr Schlaumeier und ewiger Student, der sich als Theaterregisseur versuchte. Willi Zepp begeisterte dagegen als Erwin, Nachbar und Freund von Julius, ebenso wie seine neugierige Ehefrau Gisela: Irmgard Schneider. Auch Franz-Martin: Alois Rothbrust der nachts schon mal im Garten fette Würmer sammelt, seine in Rechtschreibung unbegabte Ehefrau Karola: Annemie Soetebier, die verlassene Sekretärin Lieselotte Schlüpfer: Doris Rossmann sowie der Winnetou-Fan und Pensionsschreck Karl May: Ralf Thelen, ernteten für ihre mitunter zwerchfellerschütternden Pointen den begeisterten Applaus der Zuschauer. In der Rolle des Frauenkenners und besonders durstigen Cowboys Franky überzeugte dagegen kein Geringerer als der Mendiger Pastor Ralf Birkenheier. Da dieser seine Herde jedoch nicht alleine durch die Steppe treiben konnte, wurde er von seinem trinkfesten Freund: Stefan Zepp, unterstützt. Wie in jedem Jahr half Souffleuse Cilly Genn den Akteuren auf die Sprünge. Für die Maske zeichnete Rita Winkel verantwortlich. Die zum Teil aufwendige Bühnengestaltung übernahmen: Willi Zepp und Ewald Zepp, die von Rudolf Klein und Ralf Thelen unterstützt wurden.
Während Rentner Julius (2.v.li.) ergriffen dem Ständchen seiner Freunde lauscht, schwant seiner Ehefrau Theres (li.) nichts Gutes. Fotos: SF
Als Frauenkenner und durstiger Cowboy Franky –mitte- eroberte Pastor Ralf Birkenheier mal wieder die Herzen des Publikums im Sturm
Nachdem Julius die Pension in einen Westernsaloon verwandelt hat, beschließt seine Ehefrau Theres -2.v.links- zu streiken.
