Mercedes-Benz SLS AMG GT3 dominierte das 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen am Nürburgring
Spannender Kampf um die Spitze
Nürburgring. Mit dem Triumph der Black Falcon Piloten Hubert Haupt, Abdulaziz Bin Turki Al Faisal, Adam Christodoulou und Yelmer Buurman endete das 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen auf dem Nürburgring. Nach Ablauf der Uhr und einer Distanz von 998,68 km, hatte das Fahrerquartett des Mercedes-Benz SLS AMG GT3 einen Vorsprung von 1:28 Minuten auf die zweitplatzierten, Wolf Henzler und Alexandre Imperatori im Falken-Porsche GT3 R. Auf Position drei folgten Marc Basseng, Dennis und Marc Busch mit dem Audi R8 LMS ultra von TwinBusch Motorsport.
Nach der erfolgreichen Premiere des WEC 6h Weltmeisterschaftslauf am letzten Augustwochenende, stand mit dem 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen am 4. September erneut ein prestigeträchtiges Langstreckenrennen im Terminkalender des Nürburgringes.
Bei zunächst wechselnden Wetterbedingungen hatten insgesamt 164 Teams das Training zum Saisonhöhepunkt in der VLN aufgenommen. In diesem sicherte die Besatzung des Lexus RC-F, Dominik und Mario Farnbacher, sowie Hiroki Yoshimoto dem japanischen Hersteller die erste Pole, seit dessen Rückkehr in die VLN. Die Freude über die Führung hielt nach dem Start jedoch nur wenige Meter. Schon vor der ersten Kurve hatte der Mercedes-Benz SLS AMG GT3 von Rowe Racing die Spitze übernommen. Auch Adam Christodoulou im SLS von Black Falcon trumpfte in den ersten Runden stark auf und konnte von Startposition 7 schnell Boden gutmachen und auf den Rowe SLS aufschließen.
Famose Aufholjagd
Ab der fünften Runde boten sich die Fahrer der beiden Mercedes Boliden einen spannenden Kampf um die Spitze, wobei sich die Fahrzeuge der Markengefährten sogar mehrfach berührten. Die zuletzt siegreiche ROWE Mannschaft musste aber nach einem Aufhängungsschaden in der 23. Runde das Fahrzeug abstellen. Nach einer bis dahin famosen Aufholjagd erbten Wolf Henzler und Alexandre Imperatori im Porsche von Falken Motorsport kampflos den zweiten Rang. Aufgrund einer falschen Reifenwahl war Henzler, der von Position 2 ins Rennen gestartete war, bis auf den zwölften Rang durchgereicht worden. „Ich bin beim Start links und rechts überholt worden. Unsere Reifen haben wir nicht zum arbeiten gebracht. Glücklicherweise ist die Strecke dann sehr schnell abgetrocknet, und da wir dann fehlerfrei durchgekommen sind, haben wir es noch auf den zweiten Platz geschafft“, erklärte Wolf Henzler nach dem Rennen.
Spannend blieb dagegen weiterhin der Kampf um die nachfolgenden Positionen. Nico Bastian und Maro Engel im Mercedes-Benz SLS AMG GT3 der Motorsport Competence Group hatten zunächst die Nase vorne und überquerten als Dritte die Ziellinie. Aufgrund einer Geschwindigkeitsüberschreitung auf den letzten Kilometern wurden sie aber mit einer Zeitstrafe belegt und rutschten somit auf den 4. Rang ab. Nutznießer war die Besatzung des Audi R8 LMS ultra von TwinBusch Motorsport, wo sich Schlussfahrer Marc Basseng in den Runden zuvor ein spannendes Positionsduell mit Klaus Abbelen im Frikadelli Porsche geliefert hatte. In der vorletzten Runde war es dabei zu einer Berührung gekommen, die Klaus Abbelen mit dem Porsche von der Strecke katapultiert hatte, der hierauf, nach einem Einschlag in der Streckenbegrenzung, das Rennen in der Box beenden musste.
Uwe Alzen, Marco Holzer und Mike Stursberg komplettierten als fünftplatzierte, mit dem SLS von Haribo Racing die Erfolgsbilanz von drei Flügeltüren unter den besten Fünf. Auf Platz sechs kamen Michela Cherruti, Felipe Fernández Laser, David Jahn und Victor Bouveng im BMW Z4 GT3 von Walkenhorst Motorsport ins Ziel. Auf Position 7 folgte mit dem Porsche-Duo Manuel Metzger und Pseudonymfahrer ‚Gerwin’ das zweite Fahrzeug vom Team Black Falcon. Mit dem Gesamtsieg des SLS und dem siebten Rang des 911-ers fuhr das Team aus Meuspath zugleich die Siege in den beiden leistungsstärksten Klassenwertungen ein.
Abgerundet wurde die sensationelle Siegesbilanz der schwarzen Falken durch den fünften Klassen- und Wertungsgruppensieg von Carsten Knechtges, Jürgen Bleul und Willi Friedrichs mit einem Porsche 911 GT3 Cup in der Klasse (H4).
Die gleichen Erfolge wie das Black Falcon Trio verbuchen zurzeit auch die beiden Porsche-Piloten Marc Hennerici und Christian Menzel, die für das Team von Raceunion Teichmann Racing aus Adenau ebenfalls zum fünften Mal in Folge den Sieg in der Porsche CUP-Klasse sowie den Wertungsgruppensieg einfuhren. In der Gesamtwertung belegten die RTR Piloten die 8. Position.
Eine besondere Premiere hielt das Rennen für Achim und Jürgen Nett bereit. Die Brüder gönnten nach dem Erfolg im letzten Rennen ihrem Peugeot 306 S16 eine Ruhepause und traten mit zwei Opel Astra CUP OPC erstmals in der VLN gegeneinander an. Während Jürgen Nett gemeinsam mit Mario Merten und Marc Legel mit dem Opel Astra OPC Cup von Bonk Motorsport mit der Startnummer 350 das Rennen aufnahm, griff Bruder Achim bei dem zweiten Auto des Teams mit der Startnummer 351 ins Lenkrad. Bereits nach den ersten Runden verabschiedete sich jedoch der Astra von Jürgen Nett mit einem Ausfall des ABS zu einer längeren Reparatur in die Box, sodass er seinem Bruder den Sieg in der Familienwertung überlassen musste.
In der Opel CUP Wertung verfehlte Achim Nett gemeinsam mit Jasmin Preisig und Marcel Senn auf Rang vier nur knapp den Sprung aufs Podium. Jürgen Nett und seine Mitstreiter konnten den verlorenen Boden nur bedingt gutmachen und belegten am Ende noch den 9. Rang.
Der achte Lauf der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring läutet am 3. Oktober das letzte Drittel der Saison 2015 ein. Das 55. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen führt dann wieder über die gewohnte Distanz von vier Stunden.
Sofort nach dem Start setzt sich der Mercedes-Benz SLS AMG GT3 von ROWE an die Spitze des Feldes.
Der Porsche 911 GT3 Cup von Team Black Falcon unter anderem mit Carsten Knechtges am Steuer.Fotos: BURG
Bereits zum fünften Mal in Folge sicherten sich Marc Hennerici und Christian Menzel im RTR CUP-Porsche den Klassen und Wertungsgruppensieg.
