Thürer Gemeinderat stimmte Dorferneuerungsmaßnahmen zu
Thür bekommt einen neuen Bolzplatz
Thür. In der letzten Sitzung diskutierte der Thürer Gemeinderat über die Fortschreibung der Prioritätenliste im Rahmen der Dorferneuerung.
Wie der Fraktionssprecher der CDU, Gerhard Bermel, hierzu ausführte, lag in den vergangenen Jahren der Schwerpunkt der öffentlichen Maßnahmen zur Dorferneuerung Thür in der Gestaltung des Ortsmittelpunktes mit Dorfplatz, Dorfwiese und der Sanierung von alter Bausubstanz zur kommunalen Nutzung.
Prioritätenliste geändert
Als nächste Dorferneuerungsmaßnahme ist der ortsgerechte Ausbau eines weiteren Teilabschnitts der Segbachstraße mit Gestaltung von zwei Gewässeröffnungen vorgesehen. Hierzu hat die Verwaltung einen Antrag auf Förderung aus dem Dorferneuerungsprogramm gestellt. Diese Maßnahme ist in dem bisherigen Konzept der Dorferneuerungsplanung nicht enthalten. Voraussetzung für eine Förderbewilligung ist eine Fortschreibung der Prioritätenliste für die zukünftig geplanten öffentlichen Dorferneuerungs-Maßnahmen.
Daher beschloss der Gemeinderat einstimmig, die geplante Baumaßnahme zur Gestaltung von zwei Gewässeröffnungen im Zuge des Ausbaues der Segbachstraße an die erste Stelle der Prioritätenliste für zukünftig geplante öffentliche Dorferneuerungsmaßnahmen in der Ortsgemeinde Thür zu stellen. Als weitere Maßnahmen nannte Ortsbürgermeister Hilger u.a. den weiteren Ausbau des Kaiserplatzes und den Dorfbrunnen. Falls die Gemeinde in absehbarer Zeit weitere öffentliche Dorferneuerungsmaßnahmen plant, so sollen diese in der Prioritätenliste an den weiteren Stellen folgen und in dem Beschluss entsprechend ergänzt werden.
Linksabbiegespur im Neubau- gebiet am Sportplatz Thür
Sodann stellte der Beigeordnete Jürgen Jakob im Rahmen eines Diavortrags das Neubaugebiet am Sportplatz Thür vor.
Demnach kann die äußere Anbindung eines neuen Wohnbaugebietes „Sportplatz Thür“ sinnvoller Weise nur von der K 55, Mendiger Straße aus erfolgen. Da diese Anbindung auf der freien Strecke der Kreisstraße erfolgen soll, ist die Zustimmung der Straßenbehörde hierfür zwingend erforderlich. Nach einer entsprechenden Abstimmung mit dem LBM-Cochem kann die Zufahrt zu dem geplanten Neubaugebiet von der Kreisstraße jedoch nur dann erfolgen, wenn bei dem anstehenden Neuausbau der Kreisstraße eine Linksabbiegespur ausgeführt wird. Die hierfür anfallenden Mehrkosten wären von der Ortsgemeinde Thür zu tragen. Erfahrungsgemäß liegen die Kosten zur Ausführung einer Linksabbiegespur bei ca. 80.000 bis 100.000 Euro.
In dem vorliegenden Fall ist die Ausführung der Linksabbiegespur relativ aufwendig, da seitlich, in westlicher Richtung eine starke Hanglage vorhanden ist. Das Abstimmungsverfahren für die geplante Straßenbaumaßnahme Hochkreuz steht kurz vor dem Abschluss, daher hat der LBM-Cochem mitgeteilt, dass die Entscheidung der Ortsgemeinde Thür zur Anlegung einer möglichen Linksabbiegespur und hiermit verbunden die Zustimmung zur Übernahme der Mehrkosten kurzfristig getroffen werden muss. Andernfalls kann diese Linksabbiegespur bei der laufenden Planung nicht mehr berücksichtigt werden. Die Ausschreibung für die Straßenbaumaßnahme K55/Hochkreuz ist für 2014 vorgesehen, so dass aller Voraussicht nach 2015 mit den Bauarbeiten begonnen werden könnte. Der Gemeinderat beschloss im Vorgriff auf die Ausweisung eines neuen Wohnbaugebietes „Sportplatz Thür“ der Anlegung einer Linksabbiegespur auf der K 55, Mendiger Straße zuzustimmen. Weiterhin erklärte die Gemeinde sich bereit, die hierfür anfallenden Mehrkosten bei dem anstehenden Ausbau der K 55 zu übernehmen. Nachdem der Fraktionsvorsitzende der SPD, Friedel Arndt, entsprechende Bedenken geäußert hatte, wurde der Beschluss des Rates um den ebenfalls einstimmig verabschiedeten Zusatz ergänzt: „Die Umsetzung der Linksabbiegespur setzt jedoch die Realisierung des Baugebietes voraus.“
Konzept des neuen Bolzplatzes
Zum nächsten Tagesordnungspunkt erläuterte der Beigeordnete Jürgen Jakobs anhand verschiedener Pläne ein Konzept zur Errichtung eines Bolzplatzes. Diese Maßnahme ist ein Ausgleich für den Wegfall des Sportplatzes und bietet den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, auch weiterhin in ihrem Dorf Fußball zu spielen. Der Bolzplatz soll so angelegt werden, dass hier auch Meisterschaftsspiele von E- und F-Jugendmannschaften durchgeführt werden können. Eine brachliegende Wiesenfläche unweit der Mehrzweckhalle bietet einen hervorragenden Standort für den Bolzplatz. Ortsbürgermeister Rainer Hilger ist es bereits gelungen, mit den Grundstückseigentümern ein Einvernehmen über den Ankauf der Flächen zu erzielen. Die Gesamtfläche liegt in Hanglage, so dass eine Einebnung über einen weitestgehenden Massenausgleich erfolgen soll. Es ist geplant, den Bolzplatz in einfacher Bauweise herzustellen und mit Rasen einzusäen. Außerdem ist beabsichtigt, vorhandene Einrichtungen des Sportplatzes, wie z.B. die Kleinspielfeldtore, Teile des Geländers und der Zaunanlage für die Einrichtung des Bolzplatzes zu nutzen. Die Spielfläche des Platzes umfasst 40 x 20 Meter. Mit der Grundschule wird noch abgestimmt, ob evtl. zusätzliche Einrichtungen für Schulsport, z.B. eine Sprunggrube oder eine 50-Meter-Laufbahn berücksichtigt werden müssen. Wie Jürgen Jakobs weiter ausführte, sollen die Außenanlagen möglichst in Eigenleistung erstellt werden. Da der Bolzplatz in den Hangbereich eingegliedert wird, bieten die vorhandenen Böschungsflächen idealerweise gleichzeitig einen Schallschutz in Richtung Wohnbebauung Lindenweg. Das gesamte Gelände wurde bewusst in die Nähe der Mehrzweckhalle gelegt, um so die Synergieeffekte mit vorhandenen Einrichtungen nutzen zu können.
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Unter TOP: „Mitteilungen“ gab Ortsbürgermeister Rainer Hilger u.a. zu Recht voller Stolz bekannt, dass in der Bergstraße drei Bauplätze verkauft werden konnten und somit drei jungen Familien ein neues Zuhause geboten werden kann. Als weitere positive Meldung konnte Rainer Hilger bekannt geben, dass das Gewerbesteueraufkommen der Gemeinde Thür in diesem Jahr mehr als verdoppelt werden konnte, was bedeutet, dass die Gemeinde Thür aller Voraussicht nach ihre Kassenkredite in 2013 komplett tilgen könnte. Last but not least, brachte der Ortsbürgermeister seine Freude darüber zum Ausdruck, dass insgesamt sieben Bürgerinnen und Bürger zur Einwohnerfragestunde in die Mehrzweckhalle gekommen waren und viele interessante Fragen, u.a. zur prekären Parksituation in Thür, stellten.
Der Beigeordnete Jürgen Jakob erläuterte das Konzept zur Errichtung eines Bolzplatzes. Fotos: SF
Ortsbürgermeister Rainer Hilger brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass viele Bürgerinnen und Bürger zur Einwohnerfragestunde in die Mehrzweckhalle gekommen waren.
