Zweite Damensitzung der KGO
Tolle Stimmung und Spitzendarbietungen
Obermendiger Jecken brannten ein karnevalistisches Feuerwerk ab
Obermendig. Dass die immer wieder spektakulären Damensitzungen der Karnevalsgesellschaft 1903 Obermendig sich auch bei vielen Narren aus den umliegenden Regionen großer Beliebtheit erfreuen, ist mehr als verständlich. Schließlich glänzen - mit Ausnahme des brillanten Mayener Büttenredners Werner Blasweiler in diesem Jahr - die zahlreichen „Eigengewächse“ der KGO immer wieder mit Darbietungen der Extraklasse.
So herrschte auch bei der zweiten Damensitzung am Freitag vergangener Woche in der bis auf den letzten Platz gefüllten Obermendiger Schützenhalle bereits vor der offiziellen Begrüßung durch den Vize-Sitzungspräsidenten Thorsten Barthelmeh eine Stimmung, wie man sie nur noch selten findet. Dafür sorgten nicht zuletzt die virtuosen Musiker Heinz und Timo, die inzwischen schon zum festen Bestandteil der KGO-Sitzungen geworden sind. Diese Meinung teilten auch viele Abordnungen diverser Korporationen aus Bell, Kottenheim, Thür und aus Niedermendig. Letztere rekrutierte sich unter anderem aus einigen Elferratsmitgliedern, den Fidelen Möhnen, den Stadtsoldaten und der Prinzengarde. Ein von frenetischem Applaus des Publikums begleiteter Gruß des Vize-Sitzungspräsidenten, verbunden mit einem herzlichen Dank für die vielen unvergesslichen Auftritte, galt dem Mendiger Prinzenpaar Prinz Jörg I. „Schwarzer Amtsschimmel von Vulkanen und Seen“ und Prinzessin Judith I. „Fidele Jääß von der Wasserschöpp“, das sich gemeinsam mit seinem Hofstaat die Ehre gaben und sich ebenfalls bestens amüsierten.
Nach dem Auszug der Kellbach-Funken, die den Elferrat traditionsgemäß bis auf die Bühne begleitet hatten und im Verlauf des Abends mit ihrem perfekt einstudierten Gardetanz (Trainerin: Sandra Finkenstein) begeisterten, eroberte die Kindergarde mit ihrem unter der Leitung von Caroline Hamann, Angi Müller und Barbara Gwozdek-Müller einstudierten Hexentanz die Herzen des närrischen Publikums im Sturm. Großen Applaus erhielt auch das Riedener Prinzenpaar Prinzessin Sabine III. von Frohsinn und Komede und Prinz Peter II. von Pappe und Schiefer, das gemeinsam mit seinem Gefolge einen temperamentvollen Auftritt hinlegte.
Mit einem pfiffigen, humorvoll gewürzten Sketch bewiesen die beiden neuen Elferratsmitglieder Marvin Rawert und Nico Junglas, dass sie auch in der Bütt, in diesem Fall als „Jupp und de Dünnes“, eine gute Figur machen. Sarah Schmitz, die bereits im vergangenen Jahr als „The Voice of Owermennesch“ für Furore sorgte, rockte die Narrhalla wieder einmal mit atemberaubenden Interpretationen und animierte sogar den Elferrat zum Mitrocken. Aufmerksam und verfolgten die Jecken anschließend den mit allerlei Spitzfindigkeiten und einer Prise Schadenfreude gemischten Vortrag der „Hex‘ von Mennesch“ alias Annette Tiede, die ihren traditionellen Rückblick mit den Worten eröffnete: „Manchem ist bestimmt schon schlecht un er hat Angst mit Fug und Recht, weil ihm letzt Joahr wat passeert – wat ihm heut of ed Stöck jeschmeert.“ Gnadenlos berichtete die Hex‘ über dornige, peinliche oder auch folgenschwere Begebenheiten, wobei sie die Namen der Protagonisten keineswegs verschwieg: „Heut‘ erzähl ich aber nix von Paddy Barthelmeh, der letztes Johr, ojeh, ojeh, en kläne Bohrung wollte machen, ent Kabel er e Loch dät krachen. Et machte Brizzel, wat en Graus, en Mennesch woarn all Lampe aus.“ Damit spielte sie auf den Stromausfall im vergangenen Jahr in Niedermendig an, dessen Ursache Bohrarbeiten unweit des Flugplatzes waren.
Ebenso wie dieser viel diskutierte Vorfall zählten auch die „ewigen Bauarbeiten in der Obermendiger Bocksejass“ zu den Themen, die von dem als „Star Wars“ auftretenden Kellbach-Trio herzerfrischend und vor allem fantasievoll ausgeschmückt wurden. Außerirdisch gewandet brillierten die Trioten Gerhard Schlich (Chewgummi), Andree Niederelz (Darth Udo), Frank Neideck (Darth Blöder), Reinhold Kahl (Yodiederich), Bernd Steffes (Hornbach Wan Kenobi), Florin Stoll (Prinzessin Heafschneck), Peter Frett (Vibrator), Nico Junglas (C3 PO) und Michael Hamann (Luke UnTruch) mit schauspielerischer Höchstleistung, die mit einer musikalischen Hommage an die „Bocksejass“ gekrönt wurde.
Auch nach der Pause reihte sich ein Highlight an das nächste. Während - wie im ersten Teil Lothar Kaiser - Büttenredner Werner Blasweiler mit sprühenden Pointen für großes Gelächter sorgte, riefen Caroline und Michael Hamann als „Er und Sie“ mit ihren Geschichten aus dem (Ehe-)Leben bei so manchem Paar im Saal sicher nicht nur negative Erinnerungen wach.
Den Spitzen-Darbietungen der beiden Show-Tanzgruppen „Owemagic“ und „Golden Girls“ setzten die „Johannishöfer“ unter dem Motto „Wir sitzen alle im selben Boot“ die Krone auf. Die 13 durchtrainierten Männer, die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum feiern, stellten einmal mehr unter Beweis, dass sie sich dank ihrer hervorragenden Trainerin Judith Fuchs in absoluter Top-Form befinden. SF
Die „Hex‘ von Mennesch“ alias Annette Tiede brillierte mit Witz und Schadenfreude.
Die charmanten Kellbach-Funken begeisterten mit ihrem Gardetanz. Fotos: SF
Die „Johannishöfer“ feiern 2013 ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum.
