Bundeswehreinsatz in Bosnien hat sich gelohnt
Unerwarteter Besuch
Piet Ahrens empfing ehemaligen Schützling
Mendig. Vor 15 Jahren diente der Ex-Küchenbulle Piet Ahrens in Mendig in der Truppenküche. Neben seinen fünf Auslandseinsätzen, unter anderem im ehemaligem Kriegsgebiet von Bosnien Herzegowina, engagierte sich der Mendiger für Waisenkinder in und um Sarajevo. Mit vielen Bundesligavereinen konnte Ahrens drei große Trikotversteigerungen unter den Soldaten im Feldlager Rajlovac mit Erfolg durchführen. Der Erlös wurde dann in benötigte Dinge umgewandelt. Somit konnten viele Bedürftige davon profitieren. Unter den Bedürftigen gab es auch einen damals erst 15 Jahre alten Jugendlichen, der versuchte seine schulische Ausbildung zu finanzieren, was aber unmöglich war. So bekam Admir Comor seine Studiengebühren durch die Trikotversteigerung finanziert. Es war damals ein sehr emotionaler Moment, erinnert sich Ahrens. Die Familie Comor lebt außerhalb von Sarajevo, in einem kleinen Ort „Hadzici“. Viele Mienengebiete kennzeichnen die Ortschaft. Ahrens: "Das war schon ein komischer Moment, als ich gesehen habe, in welch teils armen oder einfachen Verhältnissen dort gelebt wird. Für uns alle ist das nur schwer vorstellbar." Jetzt nach 15 Jahren ist es dem heute 30-jährigen Admir Comor gelungen, das erste Mal Bosnien zu verlassen. So nutze er die Gelegenheit, dem damaligen Soldaten Piet Ahrens in Mendig einen Besuch abzu- statten, um sich noch einmal für die damalige Unterstützung zu bedanken. "Das war eine tolle Überraschung", so Ahrens, "da hat sich der Einsatz doch wirklich gelohnt." Für den Bosnier war es faszinierend mitzuerleben, wie die Menschen hier leben. So schleppte Ahrens ihn überall hin und zeigte ihm die Region. Die Autobahn hatte es Admir Comor besonders angetan. Natürlich interessierte er sich auch für den Fußball. Bosnien ja jetzt das erste Mal bei der kommenden WM in Brasilien dabei. "Für das kleine, gebeutelte Land habe ich mich riesig gefreut", so der ehemalige Küchenbulle. Bei der SG Eintracht Mendig/Bell schauten sie natürlich auch vorbei. Ahrens, der jetzt als Jugendmanager und B-Jugendtrainer dort fungiert, erklärte dem Gast aus Bosnien die Vereinsstrukturen und ließ ihm am B-Jugendtraining teilnehmen. Die Jungen waren von Admirs Situation sehr angetan und sammelten direkt etwas Geld und schenkten ihm ein Originaltrikot der bosnischen Nationalmannschaft. Leider ist der 30-Jährige in Bosnien arbeitslos und es ist sehr schwer dort Arbeit zu finden. Dennoch wird Admir Comor diesen Besuch nicht so schnell vergessen. Und Piet Ahrens kann mit hundertprozentiger Überzeugung sagen, wie wichtig diese Auslandseinsätze der Bundeswehr sind.
