Pendler aus Vororten sollten aufs Rad umsteigen
ADFC Bonn/Rhein-Sieg fordert: Nordbrücke für Radfahrende und Fußgänger öffnen
Bonn. Der ADFC Bonn/Rhein-Sieg appelliert an die Verantwortlichen der Region, das aktuelle Verkehrschaos nicht zulasten von Bussen, Bahnen und Radverkehr zu lösen. Peter Lorscheid, Vorsitzender des ADFC, betont, dass öffentliche Verkehrsmittel reibungslos funktionieren müssen, um Pendler aufzunehmen, die nicht mehr mit dem Auto in die Stadt gelangen können. Auch der Radverkehr müsse eine größere Rolle übernehmen, um den Verkehr zu entlasten. Besonders Pendler aus den linksrheinischen Gemeinden wie Bornheim, Alfter, Swisttal, Meckenheim, Rheinbach und Wachtberg sowie aus rechtsrheinischen Gebieten wie Bad Honnef, Königswinter, Sankt Augustin, Siegburg, Troisdorf und Niederkassel sollten verstärkt auf das Fahrrad umsteigen, da dies nun schneller und sicherer möglich sei.
Der ADFC fordert, dass Bus- und Radspuren nicht dem Autoverkehr geopfert werden. Wolfgang Utehs, Verkehrspolitischer Sprecher des ADFC, erklärt, dass Engpässe auf großen Verkehrsachsen die Durchflussrate begrenzen und es daher keinen Sinn mache, diese auf Kosten des Radverkehrs zu verbreitern. Eine Freigabe der ÖPNV-Spuren auf der Kennedybrücke für den Autoverkehr würde lediglich dazu führen, dass auch die Bahnen im Stau stecken bleiben. Da viele Einfallstraßen nur zweispurig sind, bleibt der Verkehrsfluss gleich, auch wenn einige Abschnitte mehrspurig gestaltet werden.
Utehs betont, dass die Anzahl der Autos, die in die Stadt fahren, reduziert werden muss, um einen fließenden Verkehr in Bonn zu ermöglichen. Pendler sollten so viele Wege wie möglich mit dem Rad, Bus, Bahn oder zu Fuß zurücklegen. Der ADFC fordert zudem die Einrichtung von Park-and-Ride-Plätzen an der Bonner Peripherie, um Pendler mit Shuttle-Bussen in die Stadt zu bringen. Bus- und Radwege sollten frei bleiben und nicht umgewidmet werden, da der Radverkehr nun eine größere Rolle spielen müsse.
Der ADFC kritisiert ferner, dass die Nordbrücke für Fußgänger und Radfahrer gesperrt ist, obwohl die Hauptbrücke über den Rhein weiterhin nutzbar wäre. Peter Lorscheid fordert die Autobahn GmbH auf, die Freigabe der Brücke kurzfristig zu prüfen, damit mehr Pendler auf das Rad umsteigen können.
Der ADFC appelliert zudem an Autofahrer, trotz des Verkehrschaos rücksichtsvoll zu bleiben. Martina Suing, Verkehrspsychologin beim ADFC, weist darauf hin, dass viele Schüler nun erstmals mit dem Rad zur Schule fahren. Die Sicherheit von Schulkindern und älteren Menschen dürfe nicht gefährdet werden, weshalb die Durchgängigkeit von Radrouten erhalten bleiben müsse, um eine Reduzierung des Kfz-Verkehrs zu ermöglichen.
BA
