Lokalsport | 01.06.2026, 12:47 Uhr

Doppelsieg in Monza: Förderer und Fuchs dominieren die GT4 European Series und verteidigen die Meisterschaftsführung

Enrico Förderer und Cedric Fuchs freuten sich über ihren Sieg in Monza.
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Leuterod/Monza. Mit einem perfekten Rennwochenende haben Enrico Förderer aus Leuterod und Cedric Fuchs aus Holzappel bei der zweiten Veranstaltung der GT4 European Series ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Gemeinsam mit ihrem Team SR Motorsport by Schnitzelalm Racing feierten die beiden Nachwuchspiloten auf dem traditionsreichen Autodromo Nazionale Monza in Italien zwei Siege in zwei Rennen und sorgten damit für einen der größten Erfolge ihrer bisherigen Karriere.

Bereits die Anreise nach Monza versprach Motorsport auf höchstem Niveau. Die weltberühmte Rennstrecke, die als „Tempel der Geschwindigkeit“ gilt, stellte Fahrer und Material vor enorme Herausforderungen. Neben den hohen Geschwindigkeiten machte vor allem die Hitze den Beteiligten zu schaffen. Zwar verfügen die Fahrzeuge grundsätzlich über eine Klimaanlage, diese wird im Rennbetrieb jedoch ausgebaut, um maximale Leistung herauszuholen. So herrschten im Cockpit des Mercedes-AMG GT4 Temperaturen von bis zu 50 bis 60 Grad Celsius.

Zur Vorbereitung standen am Donnerstag und Freitag jeweils zwei Trainingssitzungen auf dem Programm. Das Team nutzte die Zeit intensiv für Abstimmungs- und Setup-Arbeiten. Besonders bemerkenswert: Für beide Fahrer war die italienische Traditionsstrecke absolutes Neuland. Entsprechend konzentriert arbeiteten Förderer und Fuchs gemeinsam mit ihren Ingenieuren daran, sich schnell auf die Gegebenheiten einzustellen.

Am Samstagmorgen folgten die Qualifyings für die beiden einstündigen Rennen. Aufgrund des großen Teilnehmerfeldes von 44 Fahrzeugen werden die Zeittrainings in zwei Gruppen ausgetragen. Im ersten Qualifying gehen die in Silber eingestuften Fahrer (Profi( an den Start, während im zweiten Qualifying Silber- und Bronze-Fahrer (ehem. Profi und Armateur) um die Startplätze kämpfen. Enrico Förderer sicherte sich im ersten Zeittraining einen starken sechsten Platz. Cedric Fuchs stellte für das Sonntagsrennen den Mercedes-AMG GT4 im zweiten Qualifying in die beste Startreihe auf Rang zwei. Damit waren die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Rennwochenende geschaffen.

Das erste Rennen am Samstagnachmittag begann mit Förderer am Steuer des Mercedes-AMG GT4. Der Westerwälder zeigte von Beginn an eine beeindruckende Leistung und arbeitete sich mit mehreren sehenswerten Überholmanövern kontinuierlich nach vorne. Nach einer starken ersten Rennhälfte übergab er das Fahrzeug auf Rang zwei liegend an seinen Teamkollegen Cedric Fuchs.

In der Schlussphase entwickelte sich ein packender Kampf um die Spitze. Als der führende Konkurrent kurz vor Rennende mit technischen Problemen ausrollte, erbte Fuchs die Führung. Die letzten Rennrunden wurden jedoch alles andere als einfach. Unter großem Druck der Verfolger musste der Fahrer aus Holzappel seine Spitzenposition hart verteidigen. Mit einer fehlerfreien Leistung brachte er den Mercedes schließlich als Führender über die Ziellinie und sicherte dem Team den ersten Sieg des Wochenendes.

Doch damit sollte das Wochenende noch nicht beendet sein.

Am Sonntag gingen Förderer und Fuchs bei nochmals höheren Temperaturen in das zweite Rennen. Die Streckentemperatur lag bei nahezu 60 Grad Celsius. Während in vielen Rennserien die Reifen vor dem Start vorgewärmt werden dürfen, ist dies in der GT4-Kategorie nicht erlaubt. Aufgrund der extremen Hitze waren die Pneus jedoch bereits nach wenigen Kurven im optimalen Arbeitsfenster.

Cedric Fuchs übernahm den Start des zweiten Rennens. Nach einer turbulenten Anfangsphase wurde das Rennen durch einen schweren Unfall mit Überschlag neutralisiert. Das Safety Car rückte aus, wodurch sich das Feld wieder zusammen schob und Fuchs auf den 6. Platz zurück fiel, auch das vorgeschriebene Boxenstoppfenster verschob sich deutlich und öffnete erst nach rund 35 Minuten statt 25 Rennminuten.

Nach dem Fahrerwechsel übernahm Enrico Förderer das Steuer. Nach dem Boxenstopp kehrte er zunächst auf Rang sechs auf die Strecke zurück. Doch der Rennfahrer aus Leuterod zeigte eine beeindruckende Aufholjagd. Mit konstant schnellen Rundenzeiten arbeitete er sich Platz um Platz nach vorne und überquerte die Ziellinie schließlich als Zweiter.

Zu diesem Zeitpunkt war jedoch bereits klar, dass der führende Wagen aufgrund eines Vergehens eine Zeitstrafe von zehn Sekunden erhalten würde. Förderer wusste um diese Situation und setzte alles daran, den Rückstand möglichst gering zu halten.

„Wir wussten, dass der Erstplatzierte eine Strafe bekommen würde. Deshalb war mein Auftrag, nachdem ich den Zweitplatzierten überholt hatte und nun viel Platz nach vorne hatte, einfach nur Vollgas zu fahren – ohne Rücksicht auf die Track Limits. Ich sollte praktisch mehrere Qualifying-Runden am Stück fahren, damit wir möglichst wenig Abstand zum Führenden haben. Bei der Zieldurchfahrt lagen wir glücklicherweise knapp unter neun Sekunden zurück, sodass wir durch die Strafe den Sieg erbten“, berichtete Förderer nach dem Rennen.

Damit stand fest: Auch das zweite Rennen ging an das Duo von SR Motorsport by Schnitzelalm Racing. Zwei Siege an einem Wochenende in einer derart stark besetzten internationalen Rennserie sind eine außergewöhnliche Leistung und das Ergebnis perfekter Teamarbeit.

„Zwei Siege in einer solch hochkarätigen Liga zu gewinnen, ist absoluter Wahnsinn. So etwas gelingt nur, wenn wirklich alles zusammenpasst“, lautete das Fazit aus dem Team. Ein besonderer Dank galt dabei auch den Mechanikern und Ingenieuren, die mit ihrer erstklassigen Arbeit die Grundlage für den Erfolg geschaffen hatten.

Mit der Maximalausbeute von zwei Rennsiegen reisen Enrico Förderer und Cedric Fuchs als Meisterschaftsführende nun mit viel Rückenwind zur kommenden Veranstaltung der GT4 European Series nach Spa, wo im Rahmen der 24h von Spa auch ein Nachtrennen auf dem Programm steht. Nach dem Triumph von Monza gehören die beiden zweifellos zu den großen Gewinnern des Rennwochenendes.

Bei der zweiten Veranstaltung der GT4 European Series setzend die jungen Rennfahrer ein deutliches Ausrufezeichen.

Bei der zweiten Veranstaltung der GT4 European Series setzend die jungen Rennfahrer ein deutliches Ausrufezeichen. Foto: SRO

Erneut durften Cedric Fuchs und Enrico Förderer die höchste Stufe des Treppchen erklimmen.

Erneut durften Cedric Fuchs und Enrico Förderer die höchste Stufe des Treppchen erklimmen. Foto: SRO

Im „Tempel der Geschwindigkeit“ durfte sich Förderer über seinen Sieg freuen.

Im „Tempel der Geschwindigkeit“ durfte sich Förderer über seinen Sieg freuen. Foto: SRO

Die Champagner-Dusche zum Sieg durfte natürlich nicht fehlen.

Die Champagner-Dusche zum Sieg durfte natürlich nicht fehlen. Foto: SRO

Enrico Förderer und Cedric Fuchs freuten sich über ihren Sieg in Monza. Foto: SRO

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