Politik | 07.09.2026, 11:30 Uhr

CDU Westerwald

Familie Victor erhält in Hachenburg Konrad- Adenauer-Gedenkplakette für Erhalt der Erinnerungskultur

Verleihung der Konrad-Adenauer-Gedenkplakette (v.l.n.r.) Ministerpräsident Gordon Schnieder, Christa Victor, Klaus Victor, Rebekka Victor, Anna Victor, Julian Victor, CDU-Kreisvorsitzende Jenny Groß

Die CDU Westerwald hat der Familie Victor die Konrad Adenauer Gedenkplakette verliehen und damit ein Zeichen gesetzt für gelebte Erinnerungskultur im Westerwald. Bei der Feierstunde an der historischen Nistermühle in Hachenburg würdigten sowohl die CDU-Kreisvorsitzende Staatssekretärin Jenny Groß als auch Ministerpräsident Gordon Schnieder die jahrzehntelangen Verdienste der Familie, die den Erinnerungsort an Konrad Adenauer für kommende Generationen sichtbar und zugänglich hält.

Vor zahlreichen Gästen aus Politik und öffentlichem Leben – darunter Ralf Seekatz MdEP, Harald Orthey MdB, die Landtagsabgeordneten Janick Pape und Roland Weimer, der künftige Landrat Klaus Lütkefedder, Fraktionsvorsitzender Dr. Stephan Krempel, VG-Bürgermeisterin Gabriele Greis sowie die städtische Beigeordnete Ursula Tiffert Büsse – erinnerte Jenny Groß an die historische Bedeutung des Ortes.

Im September 1944, wenige Monate vor Kriegsende, fand Konrad Adenauer unter dem Decknamen „Dr. Weber“ Zuflucht auf der abgelegenen Mühle. Die befreundete Familie Roedig, selbst politisch dem Zentrum verbunden, gewährte ihm Schutz vor der Gestapo – ein Kapitel, das später untrennbar mit Adenauers Rolle im demokratischen Neubeginn Deutschlands verbunden sein sollte.

Jenny Groß betonte: „Wir stehen an einem Ort, an dem sich Westerwälder Heimatgeschichte, deutsche Geschichte und die Geschichte unserer Demokratie auf besondere Weise miteinander verbinden.“ In ihrer Rede hob Bildungsstaatssekretärin Groß hervor, dass Demokratie nicht selbstverständlich sei. Angesichts rauerer politischer Debatten und eines härteren Tons in der öffentlichen Auseinandersetzung brauche es eine gemeinsame Grundlage: Respekt – vor Menschenwürde, Institutionen und Freiheit.

Ebenso brauche Demokratie Menschen, die Verantwortung übernehmen und Geschichte bewahren. Die Familie Victor gehöre zu diesen Menschen: „Danke, dass Sie diesen Ort bewahren, Geschichte sichtbar halten und Erinnerung lebendig halten. Sie leisten damit einen kleinen, aber wichtigen Beitrag dafür, dass wir auch morgen noch wissen, welchen Wert Freiheit und Demokratie haben.“

Ministerpräsident Gordon Schnieder: Adenauers Haltung bleibt Vorbild

Ministerpräsident Gordon Schnieder: Adenauers Haltung bleibt Vorbild

Ministerpräsident Gordon Schnieder erinnerte an Adenauers demokratische Standhaftigkeit – als Oberbürgermeister von Köln, als Vorsitzender des Preußischen Staatsrates und später als erster Bundeskanzler. Adenauer habe sich geweigert, die Hakenkreuzflagge an den Kölner Rheinbrücken zu hissen, sei von den Nationalsozialisten verfolgt und verhaftet worden und habe in dieser Zeit die Nistermühle als Zufluchtsort genutzt.

Schnieder betonte, dass Adenauers Aufbauleistung nach dem Krieg – soziale Marktwirtschaft, Westbindung, Sicherung von Frieden und Freiheit – gerade heute wieder stärker ins Bewusstsein gerückt werden müsse. Ähnlich wie in der Nazizeit würden demokratische Parteien erneut verächtlich gemacht und vermeintliche Heilslehren verkündet.

Er warb für einen respektvollen politischen Stil und verwies auf das „lautlose Regieren“ der neuen Landesregierung: Kompromisse suchen, praktische Lösungen für die Menschen im Land finden. Zum Abschluss dankte Schnieder der Familie Victor: „Sie haben Adenauers Geschichte im Westerwald sichtbar gehalten. Herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung.“

Klaus Victor bedankte sich im Namen der Familie für „das große Geschenk“ und die besondere Würdigung. Man sei dankbar, über Jahrzehnte zur Erinnerungskultur beitragen zu dürfen. Dankbar sei man auch dafür, dass wichtige Zeitzeugen von Konrad Adenauer in den letzten Jahrzehnten auf der Nistermühle begrüßt werden konnten. Freundschaftliche Verbindungen halte man auch zur Familie von Maria Bonacker, die 1944 als Haustochter Adenauer kennenlernte durfte und 1976 bei der Einweihung der Gedenkstätte als Zeitzeugin berichten konnte.

Für den musikalischen Rahmen sorgte „Dolice“ mit Dominik Stangier am Piano und Line Geldsetzer an der Violine – begleitet von viel Beifall der Gäste.

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Verleihung der Konrad-Adenauer-Gedenkplakette (v.l.n.r.) Ministerpräsident Gordon Schnieder, Christa Victor, Klaus Victor, Rebekka Victor, Anna Victor, Julian Victor, CDU-Kreisvorsitzende Jenny Groß Foto: Marcel Willig

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