Mobilität und Verkehr | 31.03.2026, 10:38 Uhr

Tipps vom ADAC-Experten: So bereiten Biker sich und ihre Maschine optimal vor

Fit und sicher in die Motorradsaison

Symbolbild.
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Region. Angesichts der frühlingshaften Temperaturen beginnt für viele Motorradfahrer jetzt die lang ersehnte Saison. Oft voller Vorfreude, aber manchmal gar nicht oder ungenügend vorbereitet. Damit die erste Tour nicht im Krankenhaus oder im Straßengraben endet, gibt der ADAC Mittelrhein zum Saisonauftakt wichtige Tipps für Mensch und Maschine.

„Ein Blick in die Statistik verrät, dass viele Motorradunfälle direkt nach der Winterpause, bei den ersten Ausfahrten passieren“, warnt Christian Schmidt, Leiter der Abteilung Mobilität und Umwelt beim ADAC Mittelrhein. Er mahnt: „Gegenseitige Rücksichtsname und vor allem Wachsamkeit sind jetzt besonders wichtig. Nach den Wintermonaten müssen sich alle Verkehrsteilnehmer erst wieder aneinander gewöhnen.“

Die Maschine fit machen

Nach der langen Standzeit sollte das Motorrad genau überprüft werden. Christian Schmidt empfiehlt folgende Schritte:

1. Maschine gründlich reinigen und auf Schäden oder Roststellen kontrollieren

2. Batterie prüfen und gegebenenfalls laden

3. Motoröl, Bremsflüssigkeit und Kühlmittel kontrollieren

4. Lichtanlage und elektronischen Systeme bei laufendem Motor prüfen

5. Antriebskette auf korrekte Spannung und Schmierung prüfen

6. Bremsscheiben, -beläge und -leitungen prüfen

7. Reifen auf Profiltiefe (mind. 1,6 mm, besser sind 2,5 mm), Luftdruck und Alter prüfen

8. Helmvisiers auf Kratzer untersuchen

9. Bei „Vergasern“ die Schwimmerkammern vor dem ersten Start entleeren

„Nur ein technisch einwandfreies Motorrad ermöglicht ein sicheres Fahren", sagt Schmidt. Dabei sollten insbesondere Bremsen und Reifen in einem Top-Zustand sein. Schmidt: „Wer sich bei der Wartung unsicher ist, sollte unbedingt eine Fachwerkstatt aufsuchen."

Den Fahrer fit machen

Dabei genügt es nicht, nur die Maschine auf die neue Saison vorzubereiten. Auch Schutzkleidung, Helm und die eigene Fitness sollten geprüft werden. Schmidt rät:

1. Schutzkleidung und Helm überprüfen, gegebenenfalls erneuern

2. Motorradhelme, die älter als 4-5 Jahre sind, sollten ersetzt werden

3. Warme Funktionsunterwäsche, Nierengurt und Rückenprotektor verwenden

4. Vorsichtig mit kurzen Strecken, auf bekanntem Terrain beginnen

5. Fahrtechnik auffrischen, z.B. durch ein Fahrsicherheitstraining

6. Auf Gefahren wie Rollsplit und Frostschäden achten

„Nicht mit Vollgas in die Saison starten“, mahnt Schmidt. „Wer das tut, riskiert schnell einen Unfall. Schlauer ist es, sich langsam wieder an die Maschine und das eigene Fahrverhalten zu gewöhnen.“

Fahrsicherheitstraining als Empfehlung

Der ADAC Mittelrhein empfiehlt allen Bikern nach einer längeren Pause die Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining. Informationen zu Trainings gibt es unter fsz-koblenz.de. Spezielle Kurse für Wiedereinsteiger helfen, eventuell vergessenes Wissen und Fährigkeiten wieder aufzufrischen. „Wer darauf verzichtet, sollte vor der ersten Tour Brems- und Fahrübungen auf einer wenig befahrenen Straße machen – gerade das Kurvenverhalten will wieder geübt sein“, sagt Schmidt. Für den Saisonstart eignen sich daher besonders Kurzausflüge im Flachland.

Appell an alle Verkehrsteilnehmenden

Doch auch andere Verkehrsteilnehmer sind gerade jetzt gefordert. Schmidt rät zur Wachsamkeit: „Motorradfahrer sind aufgrund der schmalen Silhouette für andere Verkehrsteilnehmer gerade beim Abbiegen oft schlecht sichtbar. Zudem steht die Sonne im Frühling oft noch tief und blendet – das erhöht die Gefahr, Biker zu übersehen.“

Sicherheit durch Sichtbarkeit

Für eine bessere Sichtbarkeit können Motorradfahrer aber auch selbst sorgen. Schmidt rät:

1. Auffällige, kontrastreiche Kleidung tragen

2. Reflektierende Elemente an Kleidung und Motorrad anbringen

3. Defensives und vorausschauendes fahren

4. Besondere Vorsicht an Kreuzungen und Einmündungen

„Mit der richtigen Vorbereitung von Fahrer und Maschine steht einer sicheren und genussvollen Motorradsaison nichts im Weg“, fasst Schmidt zusammen. „Wer die genannten Tipps beachtet, minimiert das Risiko und kann die Freiheit auf zwei Rädern unbeschwert genießen.“

Pressemitteilung ADAC Mittelrhein

Symbolbild. Foto: ADAC Mittelrhein / Simon Zimpfer

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