Teilhabe am Arbeitsleben sichern
NRW-Arbeitsminister Laumann besuchte Bonner Werkstätten
aus Bonn
Bonn. Wie sichern wir auch unter zunehmend schwierigen Rahmenbedingungen gute Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Beeinträchtigung? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines in-tensiven und fachlich sehr fundierten Austauschs mit Nordrhein-Westfalens Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Karl-Josef Laumann, bei seinem Besuch in den Bonner Werkstätten der Lebenshilfe Bonn.
Bei einem Rundgang durch die Bereiche für Heilpädagogisches Arbeiten, E-Recycling und Elektronik im Werk Bornheim-Hersel konnten Laumann und sein Team sich überzeugen, wie die Werkstätten mit individuellen und kreativen Konzepten Menschen mit sehr unterschiedlichen Unterstützungsbedarfen eine Teilhabe am Arbeitsleben ermöglichen.
Im anschließenden Gespräch wurden wichtige Zukunftsthemen vertieft. Dabei ging es unter anderem um den sogenannten NRW-Weg, der auch Menschen mit komplexen Beeinträchti-gungen eine Teilhabe am Arbeitsleben ermöglicht. Gleichzeitig konnten die Verantwortlichen der Werkstätten die Herausforderungen offen ansprechen: Die Zahl der Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf wächst, während Fachkräftemangel, steigende Kosten und begrenzte personelle sowie räumliche Ressourcen den Handlungsdruck erhöhen.
Zentrale Frage war, wie auch unter wirtschaftlich schwierigen Bedingungen die Qualität der Unterstützung gesichert und weiterentwickelt werden kann. Für alle Beteiligten war es ermuti-gend zu erleben, dass diese Fragen mit der Delegation aus dem Ministerium mit großem Interesse und hoher Fachlichkeit diskutiert wurden.
Ein weiterer Schwerpunkt war die erfolgreiche Vermittlung von Menschen mit Beeinträchtigung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Das JOBSTER.team der Bonner Werkstätten schafft hier konkrete Perspektiven. Gleichzeitig begegnet es in der Praxis immer wieder organisatorischen und bürokratischen Hürden, die den Übergang erschweren. Auch hierzu gab es einen konstruktiven und interessierten Austausch, wie übrigens auch zum Thema Entgeltreform.
Natürlich wurde auch über die aktuelle Diskussion zu möglichen Einsparungen in der Einglie-derungshilfe gesprochen. Minister Laumann betonte die Notwendigkeit eines verantwortungs-vollen Umgangs mit öffentlichen Mitteln, machte aber zugleich deutlich, dass Veränderungen mit Augenmaß erfolgen müssen. Die entscheidende Frage lautet seiner Meinung nach: Wie können wir Systeme effizienter gestalten, ohne die notwendige Unterstützung für die Menschen zu gefährden? Vorständin und Geschäftsführerin Tanja Leufen betonte, dass sich der Unternehmensverbund der Lebenshilfe Bonn hier als konstruktiver Partner sehe und seine Erfahrungen aus der Praxis gerne in die Diskussion einbringe. Die Bonner Werkstätten ermöglichen an drei Standorten rund 1100 Menschen mit Beeinträchtigung eine Teilhabe am Arbeitsleben.
Der Austausch mit dem Minister und seinem Team war fundiert und sehr konstruktiv. Foto: Bonner Werkstätten
Als Dankeschön für den Besuch gab es ein Insektenhotel, in den Bonner Werkstätten gefertigt. Foto: Bonner Werkstätten
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Die Vorstellung des Arbeitsbereichs E-Recycling traf auf großes Interesse. Foto: Bonner Werkstätten