Blaulicht | 21.04.2026

Das Dienstgebiet umfasst Remagen, Sinzig sowie die VG Bad Breisig und einen Großteil der VG Brohltal

Remagen: Verkehrsunfallbilanz der Polizeiinspektion für das Jahr 2025

Symbolbild.

Remagen. Die Verkehrsunfallbilanz der Polizeiinspektion Remagen für das Jahr 2025:

Zuständigkeitsgebiet:

Das Dienstgebiet der Polizeiinspektion Remagen umfasst die Städte Remagen und Sinzig sowie die Verbandsgemeinde Bad Breisig und einen Großteil der Verbandsgemeinde Brohltal. Auf einer Fläche von rund 200 Quadratkilometern werden mehr als 61.000 Einwohner betreut. Das zu überwachende Straßennetz umfasst neben zahlreichen innerörtlichen Verkehrsflächen etwa 60 Kilometer Bundesstraßen, über 100 Kilometer Landesstraßen sowie rund 60 Kilometer Kreisstraßen.

Gesamtunfallentwicklung:

Im Kalenderjahr 2025 wurden im Dienstgebiet der Polizeiinspektion Remagen insgesamt 1.801 Verkehrsunfälle polizeilich aufgenommen. Gegenüber dem Vorjahr (1.800 Unfälle) entspricht dies einer nahezu unveränderten Gesamtunfalllage. Von den registrierten Verkehrsunfällen ereigneten sich 1.281 Unfälle innerhalb geschlossener Ortschaften (- 4,7%) und 520 Unfälle außerhalb geschlossener Ortschaften (+ 14,0%). Eine Verlagerung des Unfallgeschehens in den außerörtlichen Bereich ist erkennbar und wird im Rahmen der Unfallkommission weiter analysiert. Im Jahr 2025 ist die Unfallursache "Andere Fehler beim Fahrzeugführer" mit einem Anteil von 44,2 % erstmals die häufigste registrierte Hauptunfallursache und löst damit die im Vorjahr dominierende Unfallursache "mangelnder Sicherheitsabstand" ab. Der deutliche statistische Unterschied ist im Wesentlichen auf eine veränderte Zuordnungssystematik zurückzuführen. Seit dem Berichtsjahr 2025 werden bestimmte Fallkonstellationen - insbesondere solche im Zusammenhang mit unzureichendem Seitenabstand - nicht mehr der Kategorie "mangelnder Sicherheitsabstand", sondern der Unfallursache "Andere Fehler beim Fahrzeugführer" zugeordnet. Unter "mangelnder Sicherheitsabstand" werden nunmehr überwiegend klassische Auffahrunfälle erfasst. Der signifikante Anstieg der Unfallursache "Andere Fehler beim Fahrzeugführer" ist daher maßgeblich auf die geänderte statistische Erfassung zurückzuführen und lässt keine unmittelbaren Rückschlüsse auf eine tatsächliche Verschiebung des Unfallgeschehens zu. Zudem ist ein deutlicher Anstieg bei der Unfallursache Ablenkung festzustellen (24 Fälle; +166 %). Dies unterstreicht die zunehmende Bedeutung unaufmerksamen Verhaltens im Straßenverkehr, insbesondere im Zusammenhang mit der Nutzung elektronischer Geräte.

Verkehrsunfälle mit Personenschaden:

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden ist im Jahr 2025 auf 196 Fälle gestiegen (2024: 176). Der Anteil an allen Verkehrsunfällen beträgt 10,9% (Vorjahr: 9,8%). Insgesamt wurden 251 Personen verletzt oder getötet (2024: 236; +6,4%). Davon wurden 2 Personen tödlich verletzt (2024: 1), 28 Personen schwer verletzt (2024: 34; -17,6 %) und 221 Personen leicht verletzt (2024: 201; +10,0 %).

Verkehrsunfallfluchten:

Im Jahr 2025 wurden 378 Verkehrsunfälle mit unerlaubtem Entfernen vom Unfallort (§ 142 StGB) registriert (-7,6 %). In 164 Fällen konnte der Verursacher ermittelt werden. Die Aufklärungsquote liegt damit bei 43,4 % und konnte gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Ungeachtet dieser positiven Entwicklung bleibt festzustellen, dass weiterhin ein erheblicher Teil der Verkehrsunfallfluchten ungeklärt bleibt. Die Polizei ist daher in besonderem Maße auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Insbesondere Angaben zu Kennzeichen, Fahrzeugen sowie zu beteiligten Personen können für die Ermittlungen von entscheidender Bedeutung sein.

Alkohol und Drogen:

Bei 38 Verkehrsunfällen (2,1%) standen berauschende Mittel (Alkohol und/oder andere berauschende Mittel) im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Unfallgeschehen. Hierin enthalten sind 9 Verkehrsunfälle, bei denen eine Beeinflussung von THC nachgewiesen werden konnte.

Risikogruppen:

Kinder, Jugendliche sowie Seniorinnen und Senioren werden weiterhin als besondere Risikogruppen im Straßenverkehr betrachtet. Während bei jungen Verkehrsteilnehmern insbesondere mangelnde Erfahrung und erhöhte Risikobereitschaft eine Rolle spielen, sind es bei älteren Verkehrsteilnehmern häufig altersbedingte Einschränkungen.

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Kinderbeteiligung (0 bis 14 Jahre) ist auf 13 Verkehrsunfälle gestiegen. Positiv hervorzuheben ist jedoch, dass kein Kind tödlich oder schwer verletzt wurde und die Gesamtzahl der verletzten Kinder deutlich zurückgegangen ist (10 gegenüber 20 im Vorjahr). Des Weiteren konnte im gesamten Jahr 2025 kein Schulwegunfall verzeichnet werden. Diese Entwicklung ist auch als Ergebnis der kontinuierlichen Präventionsarbeit und Schulwegüberwachung zu bewerten.

Die Unfallbeteiligung junger Fahrender (18 bis 24 Jahre) ist auf 311 Fälle zurückgegangen (-8,8 %). Die Zahl der verletzten jungen Menschen stieg leicht auf 33. Auffällig bleibt der weiterhin hohe Anteil junger Männer an den Hauptverursachern, was unter anderem mit einer erhöhten Risikobereitschaft in Verbindung gebracht werden dürfte.

Die Unfallbeteiligung von Senioren (ab 65 Jahre) stieg auf 469 Fälle (+8,8 %). Die Zahl der verunglückten Senioren erhöhte sich auf 41 Personen, wobei in zwei Fällen Senioren tödlich verunglückten. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wird dieser Bereich weiterhin einen besonderen Schwerpunkt in der Verkehrssicherheitsarbeit abbilden.

Verkehrsbeteiligungsarten:

Die Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Rad- und Pedelecfahrenden sind auf 54 Fälle zurückgegangen (-16,9 %). Die Zahl der verunglückten Personen sank ebenfalls, wobei ein tödlicher Unfall zu verzeichnen ist. Im Bereich der motorisierten Zweiräder ist hingegen ein deutlicher Anstieg festzustellen. Hier wurden 41 Verkehrsunfälle (+70,8 %) sowie 31 verunglückte Personen (+121 %) registriert. Diese Entwicklung verdeutlicht die besondere Gefährdung dieser Verkehrsteilnehmergruppe.

Wildunfälle:

Die Zahl der Wildunfälle ist auf 255 Fälle gestiegen. Wildunfälle machen damit 14,2 Prozent aller Verkehrsunfälle aus und stellen insbesondere im außerörtlichen Bereich weiterhin einen relevanten Faktor dar.

Hauptunfallursachen:

Im Jahr 2025 verteilten sich die maßgeblichen Unfallursachen wie folgt: Andere Fehler beim Fahrzeugführer (44,2 %), Wild auf der Fahrbahn (14,2 %), Abbiegen/Wenden/Rückwärtsfahren (11,8 %), Abstand (9,2 %), Vorfahrt (6,0 %) sowie Geschwindigkeit (5,4 %). Die Auswertung zeigt, dass menschliches Fehlverhalten weiterhin den überwiegenden Anteil am Unfallgeschehen ausmacht.

Verkehrsüberwachung und Prävention:

Im Rahmen von 25 Messterminen mit Radarfahrzeugen sowie 75 eigenen Lasermessungen führte die Polizeiinspektion Remagen gezielte Geschwindigkeitskontrollen im Dienstgebiet durch. Dabei wurden insgesamt 2.919 Verstöße durch Radarmessungen sowie 359 Verstöße durch Lasermessungen festgestellt. Der im Vergleich zum Vorjahr feststellbare Rückgang der polizeilichen Lasermessungen ist auf eine veränderte Zuständigkeitsverteilung zurückzuführen. Seit März 2025 führen die Kommunalverwaltungen Remagen und Bad Breisig Geschwindigkeitsmessungen innerhalb geschlossener Ortschaften eigenständig durch, sodass polizeiliche Messungen in diesen Bereichen nicht mehr zulässig sind. Die Polizeiinspektion Remagen richtet ihre Kontrollmaßnahmen daher verstärkt auf unfallbelastete Streckenabschnitte sowie besondere Gefahrenstellen aus und gewährleistet weiterhin eine zielgerichtete Verkehrsüberwachung im gesamten Dienstgebiet. Ergänzend führten die kommunalen Ordnungsbehörden 165 Geschwindigkeitsmessungen durch. Dabei wurden 69.609 Fahrzeuge gemessen, von denen 4.738 Fahrzeuge die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten.

Alkohol- und Drogenkontrollen:

Im Bereich der Alkohol- und Drogenüberwachung wurden durch gezielte Kontrollmaßnahmen 36 Strafverfahren wegen alkoholbedingter Fahruntüchtigkeit, 24 Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Verstößen gegen die 0,5-Promille-Grenze sowie 53 Verfahren wegen Fahrens unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln eingeleitet.

Weitere Verkehrsverstöße:

Darüber hinaus wurden 349 Strafanzeigen wegen weiterer Verkehrsdelikte und 492 Bußgeldverfahren eingeleitet sowie 137 Verwarnungen ausgesprochen. Zudem wurden 342 Mängelberichte ausgestellt.

Präventionsarbeit:

Die präventive Verkehrssicherheitsarbeit stellt weiterhin einen wesentlichen Bestandteil der polizeilichen Tätigkeit dar. Im Jahr 2025 wurden zahlreiche Präventionsmaßnahmen durchgeführt, insbesondere zielgruppenorientierte Veranstaltungen in Schulen und Kindertagesstätten. Themenschwerpunkte waren unter anderem die Gefahren durch Alkohol- und Drogenkonsum, Ablenkung im Straßenverkehr sowie sicheres Verhalten im öffentlichen Verkehrsraum. Etwa 600 Grundschulkinder konnten durch die Jugendverkehrsschule in der Radfahrausbildung an ein sicheres Verhalten im Straßenverkehr herangeführt werden. Ergänzend hierzu absolvierten 444 Vorschulkinder ein Fußgängertraining im Rahmen der frühkindlichen Verkehrserziehung. Darüber hinaus waren die Verkehrssicherheitsberater bei öffentlichen Veranstaltungen sowie an Schulen präsent und standen als Ansprechpartner zur Verfügung. Die Polizeiinspektion Remagen leistet damit einen nachhaltigen Beitrag zur Stärkung der Verkehrssicherheit im gesamten Dienstgebiet.

Fazit und Ausblick:

Die Gesamtunfallzahl im Dienstgebiet der Polizeiinspektion Remagen bewegt sich weiterhin auf einem stabilen Niveau. Besondere Aufmerksamkeit erfordern Verkehrsunfälle mit verletzten Personen, die Zunahme außerörtlicher Unfälle sowie die negative Entwicklung bei motorisierten Zweirädern. Positiv hervorzuheben sind die gesteigerte Aufklärungsquote bei Verkehrsunfallfluchten, der Rückgang schwerverletzter Personen sowie das Ausbleiben von Schulwegunfällen.

Die Polizeiinspektion Remagen wird ihre präventiven und repressiven Maßnahmen weiterhin konsequent fortführen, um die positiven Entwicklungen der Verkehrsunfallbilanz zu stabilisieren sowie erkennbare Problemfelder zu reduzieren.

Verkehrssicherheit bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur durch verantwortungsbewusstes Verhalten aller Verkehrsteilnehmer nachhaltig gewährleistet werden kann.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Remagen

Symbolbild. Foto: ROB

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