Allgemeine Berichte | 03.02.2026, 08:21 Uhr

Gang zu Stolpersteinen

Shoahgedenken Montabaur

Shoahgedenken Montabaur – am Alten Rathaus beginnt Beatrix Künzer ihre Erläuterungen. Foto: Georg Poell
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Montabaur. „Hier aus ihrem Haus wurden die Bewohnerinnen und Bewohner, oftmals alt und krank, an den Haaren zum Rathaus geschleppt um dann deportiert zu werden!“ So oder so ähnlich erzählte Beatrix Künzer an mehreren Stationen des Gangs zu Stolpersteinen.

Am 27.1., dem Internationalen Holocaust-Gedenktag versammelten sich über 50 Menschen am Alten Rathaus um den Opfern der Shoah zu gedenken. Bei garstigem Wetter, bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt regnete es ausdauernd, folgten sie der Stadtführerin zu einigen Stolpersteinen in Montabaur.

1992 begann der Künstler Gunter Demnig das Projekt „Stolpersteine“. Kleine Gedenktafeln vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern von verfolgten, verschleppten und ermordeten Opfern des Nationalsozialistischen Unrechtsstaates nennen die Namen, Geburts- und Todesdatum und Stichworte zum erlittenen Unrecht. Dies ist in mindestens zwei Hinsichten besonders wichtig: Die Namensnennung verhindert das Zeil des NS-Staates die Opfer namen- und spurenlos verschwinden zu lassen.

Die Stolpersteine im Pflaster unserer Städte und Gemeinden markieren sinnenfällig Orte des Erinnerns. Bei weitem konnten nicht alle in Montabaur verlegten Stolpersteine besucht werden, aber exemplarisch machte Stadtführerin Beatrix Künzer deutlich, wie selbstverständlich jüdische Bürgerinnen und Bürger in die Gesellschaft integriert waren – und wie brutal sie aus der Stadt-Gesellschaft herausgerissen wurden.

Nach dem Gang zu einigen Stolpersteinen gedachte die Gruppe in einer Andacht in der katholischen Pfarrkirche St. Peter in Ketten aller Opfer der Shoah aus Montabaur indem alle namentlich erwähnt wurden. Zum Abschluss segneten Pfarrer Steffen Henrich und Pfarrerin Sylvia vom Holt die Anwesenden. Pfarrerin von Holt indem sie den Segen auf hebräisch sang.

Das Shoahgedenken in Montabaur seit 1998 jedes Jahr am 27.1. organisiert von der Katholischen und Evangelischen Kirchengemeinde, der pax christi Gruppe Westerwald und der Katholischen Erwachsenenbildung.

Pressemitteilung Kath. Pfarrei St. Peter

Shoahgedenken Montabaur – am Alten Rathaus beginnt Beatrix Künzer ihre Erläuterungen. Foto: Georg Poell

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