Allgemeine Berichte | 09.07.2026, 13:40 Uhr

Das Veterinäramt des Westerwaldkreises informiert

Sommerhitze wird für Tiere zum Problem

Schon mit einfachen Mitteln kann ein Witterungsschutz im Hochsommer für Tiere erreicht werden.
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Westerwaldkreis. Angesichts des diesjährigen historischen Hitzesommers mit neuen Temperaturrekorden appelliert die Kreisverwaltung des Westerwaldkreises an Landwirte und private Tierhalter, ihre Tiere nicht ungeschützt der prallen Sonne auszusetzen oder gar im Auto zu lassen.

Trotz wiederholter Hinweise in den vergangenen Jahren gibt es nach wie vor viele Sommerweiden, die weder über Bäume noch über mobile Sonnenschutzeinrichtungen verfügen.

Entgegen der landläufigen Meinung haben Nutztiere keine höhere Hitzetoleranz als Menschen. Bereits ab 25 Grad im Schatten sind bei Rindern und Schafen die ersten Symptome von Hitzestress zu erkennen.

Stehen Schattenplätze unter Bäumen und Sonnensegel oder in einem Offenstall zur Verfügung, werden diese auch schon bei niedrigeren Temperaturen gerne aufgesucht. Ebenso wichtig wie der Schatten ist die ständige Versorgung mit frischem Wasser. Während ausgedehnter Hitzeperioden rechnet man bei Milchkühen mit einem Wasserbedarf von bis zu 120 Litern, bei Pferden von 60 Litern und bei Mutterschafen von 18 Litern pro Tier und Tag.

Leiden die Tiere unter Hitzestress, reagieren sie mit reduzierter Futteraufnahme und bei Milchkühen mit einem Abfall der Milchleistung. Im Extremfall kann es zu einem Kreislaufkollaps oder bei tragenden Tieren zum Absterben des Fötus kommen. Eine ausreichende Versorgung mit Schatten und Wasser ist daher nicht nur essenziell für den Tierschutz, sondern reduziert auch den wirtschaftlichen Schaden für Landwirte.

Wanderschäfer sollten im Hochsommer überwiegend in strukturierten Gebieten mit Büschen und Bäumen weiden, Hobbyschafe brauchen entweder natürliche Schattenspender oder einen künstlichen Unterstand, in dem sich die Hitze nicht stauen kann.

Auch Hühner und kleine Heimtiere wie Meerschweinchen und Kaninchen aber auch Vögel benötigen Schatten im Auslauf und einen gut durchlüfteten Stall bzw. Voliere. Wichtig für alle Arten ist, dass der Sonnenstand im Laufe des Tages von ihnen beachtet wird, so dass alle Tiere immer gleichzeitig im Schatten Platz finden. Dass Bäume oder Sonnendächer keine bloße Dekoration darstellen, kann man an heißen Tagen vielerorts beobachten, da die Tiere den Schatten geradezu dankbar aufsuchen. Das regelmäßig vorgebrachte Argument von Tierhaltern „Die gehen sowieso nicht in den Schatten!“ lässt sich schnell widerlegen, sobald allen Tieren ausreichend Schatten zur Verfügung steht.

Die Kreisverwaltung setzt auf die Einsicht der Tierhalter, behält sich aber in gravierenden Fällen die Einleitung von Bußgeld- bzw. Strafverfahren vor.

Pressemitteilung Westerwaldkreis

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Schon mit einfachen Mitteln kann ein Witterungsschutz im Hochsommer für Tiere erreicht werden. Foto: Kreisverwaltung / Carolin Faller

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