Polizeiautobahnstation Mendig
Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2020
Mangelnder Sicherheitsabstand ist Hauptursache für Unfälle
Mendig. Die Polizeiautobahnstation (PASt) Mendig ist zuständig für die A 61 von der Anschlussstelle Metternich bei KM 226,845 bis zum Autobahnkreuz Meckenheim bei KM 175,6 (Landesgrenze zu NRW) sowie die angrenzenden Autobahnen A 571 (Zubringer aus Richtung Sinzig) mit 2,15 km Länge und die A 573 (Zubringer aus
Richtung Bad Neuenahr) mit 2,5 km Länge. Weiterhin ist sie verantwortlich für die A 48 von KM 26,5 (AK Koblenz) bis KM 72,8 (AS Ulmen). Insgesamt ist sie damit zuständig für 102,195 Autobahnkilometer.
A 61
Die A 61 ist nur teilweise dreispurig ausgebaut. In Richtung Süden ist die Autobahn ab dem AD Sinzig bis zur Raststätte Brohltal West dreispurig und ohne Standstreifen. Mit Ausnahme des dreispurigen Streckenabschnitts zwischen der AS Ringen und dem Meckenheimer Kreuz (Fahrtrichtung Köln) besteht ein Tempolimit von 130 km/h. Zwischen der AS Ringen und dem Meckenheimer Kreuz ist die Geschwindigkeit wegen verengter Fahrstreifen auf 100 km/h beschränkt. Die durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke (DTV) an Werktagen liegt bei ca. 72000 Fahrzeugen, davon sind ca. 22 Prozent LKW’s.
A 48
Die A 48 ist in beide Richtungen zweispurig ausgebaut. Aufgrund schwerer Verkehrsunfälle wurden im Jahre 2015 an besonders unübersichtlichen Streckenabschnitten Geschwindigkeitsbeschränkungen von 130 km/h eingerichtet. In Fahrtrichtung Trier war dies jeweils nach den Anschlussstellen Polch und Laubach und in Richtung Koblenz in Höhe vom Parkplatz Martental sowie nach der Anschlussstelle Mayen der Fall. Eine weitere Geschwindigkeitsbeschränkung von 130 km/h gibt es noch im Bereich der Elztalbrücke in Fahrtrichtung Trier. Die durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke (DTV) an Werktagen liegt bei ca. 31000 Fahrzeugen mit einem Anteil von 17 Prozent LKW’s.
Verkehrsunfallentwicklung im Jahre 2020: Betrachtungsschwerpunkte A 61 & A 48
Im Zuständigkeitsbereich der Polizeiautobahnstation Mendig ereigneten sich im Jahre 2020 insgesamt 697 Verkehrsunfälle. Davon wurden 439 Verkehrsunfälle auf der A 61 und 222 Verkehrsunfälle auf der A 48 registriert (siehe Diagramm); weitere 36 Verkehrsunfälle ereigneten sich auf den Nebenautobahnen 571 und 573. Wie auch im Landestrend, ist bei der PAST Mendig ein Rückgang der Verkehrsunfälle um ca. 22 Prozent
zu verzeichnen. Nach einer auffallend hohen Verkehrsunfallzahl im Jahre 2016 mit insgesamt 1055 Unfällen sind auch im vierten Jahr in Folge die Unfallzahlen rückläufig. Bei einer differenzierten Betrachtung des Vergleichszeitraums 2019/20 belaufen sich die Rückgänge auf 29,5 Prozent bei der A 61 und auf 7,5 Prozent bei der A 48. Ein wesentlicher Rückgang erfolgte in den Lockdown-Phasen mit einem durchschnittlichen Rückgang von ca. 30 Prozent der Gesamtunfallzahlen (1. Lockdown
38,5 Prozent/ 2. Lockdown 21,6 Prozent).
Hauptunfallursachen:
Hauptunfallursache ist immer noch mangelnder Sicherheitsabstand, wobei mit 164 Verkehrsunfällen ein Rückgang um 42 Prozent zu verzeichnen ist. Gezielte Überwachungsmaßnahmen und die coronabedingt geringere Verkehrsdichte scheinen sich sehr positiv ausgewirkt zu haben. An zweiter Stelle folgt nicht angepasste Geschwindigkeit mit 155 Verkehrsunfällen und Fehler beim Überholen mit 70 Unfällen. Bei der Unfallursache nicht angepasste Geschwindigkeit handelt es sich zumeist nicht um Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, sondern um eine, den Witterungsverhältnissen oder örtlichen/ (Verkehrs-) Verhältnissen, nicht angepasste Geschwindigkeit. Obwohl die Wildschutzzäune entlang der Autobahn ständig erneuert werden, ist bei der PASt Mendig die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Wild sehr hoch. Allein dieser Unfallursache wurden 103 Verkehrsunfälle zugeordnet und dies stellt einen Anstieg um 17 Prozent dar. Davon ereigneten sich 50 Unfälle auf der A 48. Keine Hauptunfallursache, aber stetiges Problemfeld ist die mangelnde Ladungssicherung. Hier sind es weniger die großen Lkw, sondern vielmehr die Pritschentransporter von Handwerkern, die Schaufeln, Leitern, Eimer, Hammer oder sonstige Dinge verlieren und für den nachfolgenden Verkehr ein großes Risiko darstellen. Dies führte alleine in 2020 zu 50 Verkehrsunfällen und einer ungleich größeren Anzahl an polizeilichen Einsätzen zur Beseitigung solcher Gegenstände von der Fahrbahn, die sodann glücklicherweise folgenlos blieben.
Verkehrsunfälle mit Personenschäden
Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden ist um 25% auf insgesamt 74 Verkehrsunfälle, mit insgesamt 106 verunglückten Personen, gesunken. Bei den 74
Unfällen wurden 2 Personen (Vorjahr 4 Personen) getötet, 19 (Vorjahr 36) schwer und 85 (Vorjahr 108) leicht verletzt.
Beteiligung des Schwerlastverkehrs am Verkehrsunfallgeschehen
Im Berichtsjahr ereigneten sich 249 Verkehrsunfälle, an denen LKW beteiligt waren, was einen Anteil von 35,7 Prozent an der Gesamtunfallzahl ausmacht. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang von 87 Unfällen oder 25,9 Prozent. Wenn ein Lkw an einem Unfall beteiligt war, so war er in 72 Prozent (180 Unfälle) Hauptverursacher. Bei Unfällen unter Beteiligung eines Lkw wurden 2 Personen getötet, 7 schwer verletzt und 28 leicht verletzt. Bei einer Langzeitbetrachtung nimmt die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung eines Lkw stetig ab. Auch die Unfallursache Geschwindigkeit steht bei den Lkw nicht mehr im Vordergrund und ist mittlerweile auf niedrigem Niveau. Der Bereich des zu geringen Sicherheitsabstandes verzeichnet in 2020 ein Rekordtief. Unfälle mit dieser Ursache ereignen sich bei Bremsmanövern des Vorausfahrenden oder an Stauenden und sind meist sehr schwerwiegend in ihrer Folge. Die coronabedingt geringe Verkehrsdichte hat den Rückgang um 49,5 Prozent offensichtlich massivst beeinflusst.
Entwicklung der Verkehrsunfallflucht
Im Berichtsjahr 2020 ist die Anzahl der Verkehrsunfallfluchten um 32 Fälle, auf insgesamt 119 Fälle zurückgegangen, wobei die Aufklärungsquote ca. 41 Prozent beträgt.
Bei 6 Fällen kam es zu leichten Personenschäden. Eine Vielzahl der Unfallfluchten ergeben sich aus Sachschäden an den Schutzplanken.
Verkehrsunfälle unter der Beeinflussung von Alkohol, Drogen und Medikamenten
Die Anzahl der Verkehrsunfälle unter Alkohol-, Drogen- oder Medikamenteneinwirkung ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Wurden im Jahre 2019 bei 8 Fahrzeugführern berauschende Mittel festgestellt, so waren es im Berichtsjahr 14 Fahrzeugführer. Bei Verkehrsunfällen mit diesen Unfallursachen wurden 13 Personen verletzt. In keinem der Fälle war ein Lkw-Fahrer mitverursachend.
Aggressives Fahrverhalten/ Rohheitsdelikte
Im Jahre 2020 wurden bei der PASt 107 Strafanzeigen wegen Rohheitsdelikten im Straßenverkehr bearbeitet. Deliktisch umfasst dies u.a. die Nötigung, div. Eingriffsformen in den Straßenverkehr, Beleidigung und verbotene
Kraftfahrzeugrennen.
Abschließende Feststellung
Das Ziel der PASt Mendig, die Zahl der Verkehrsunfälle zu reduzieren, konnte erreicht werden. Die Anzahl der folgenlosen Rohheitsdelikte, die glücklicherweise nicht zu einem Unfall geführt haben, gepaart mit einem hohen Dunkelfeld, erfordert jedoch weiterhin eine hohe Kontrolldichte. Gleiches gilt u.a. auch für die Hauptunfallursache Abstand und die Ablenkung im Straßenverkehr.
Diese werden im Jahr 2021 wesentliche Tätigkeitsfelder der Verkehrsüberwachung sein; ungeachtet ob Personen- oder Güterverkehr. Die Langzeitenwicklung schreibt in den wesentlichen Bereichen sinkende Zahlen und ist ausnahmslos als positiv zu bewerten.
In eigener Sache
„In eigener Sache, denn so kommen Sie sicherer an Ihr Ziel:
- Fahren Sie vorausschauend und nutzen Sie den Fahrtrichtungsanzeiger.
- Der rechte Fahrstreifen ist für ALLE da und nicht nur ein Angebot, sondern verpflichtend.
- Mit ausreichend Abstand haben Sie Zeit zum Bremsen (1/2-Tachowert).
- Scheren Sie nicht knapp vor den Lkw ein. Das automatische Bremssystem bremst diese sonst unnötig aus.
- Finger weg vom Handy.
Pressemitteilung
Polizeiautobahnstation Mendig
