Allgemeine Berichte | 10.03.2026

Barmherzigkeit konkret – besondere Orte der Pfarrei

Wortgottesdienst im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder

Krankenhausseelsorger Thomas Müller erläutert den Gottesdienstteilnehmern die Historie des Montabaurer Krankenhauses

Montabaur. Im Rahmen der Reihe „12 besondere Orte der Pfarrei“ fand der zweite Wortgottesdienst der Pfarrei St. Peter Montabaur an einem besonderen Ort statt: im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder. Geleitet wurde die Feier mit Besichtigung von Krankenhausseelsorger Thomas Müller und dem Technischen Leiter Bernd Dahlem.

Im Mittelpunkt stand das Evangelium vom barmherzigen Samariter (Lk 10,30–35). Die bekannte Erzählung aus dem Lukasevangelium wurde als Grundtext für das Geschehen in einem Krankenhaus gedeutet: Menschen geraten in Not – und andere bleiben stehen, sehen hin und helfen. Gerade hier werde die Botschaft des Evangeliums täglich konkret, wenn Mitarbeitende sich um Kranke und Verletzte kümmern.

Ein sichtbares Zeichen dafür ist eine Skulptur des „Barmherzigen Samariters“, die von den Barmherzigen Brüdern nach Montabaur gebracht wurde und am Eingang des Gebäudes steht. Sie erinnert daran, dass Hilfe nicht beim Mitgefühl stehen bleibt, sondern zum Handeln führt.

In der Auslegung der biblischen Geschichte wurde deutlich, welche Fähigkeiten der Samariter mitbringt – Fähigkeiten, die auch im Krankenhausalltag entscheidend sind. Zum einen verfügt er über fachliche Kompetenz, indem er die Wunden versorgt und weitere Pflege organisiert. Zum anderen zeigt er Empathie und soziale Kompetenz: Er erkennt die Not des Verletzten und handelt ohne zu zögern – unabhängig davon, wer dieser Mensch ist.

Diese Haltung prägt auch das Selbstverständnis des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder. Die Klinik, die Ende der 1980er Jahre in Betrieb genommen wurde, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stetig weiterentwickelt und modernisiert. Heute gehört sie zu einem großen Verbund der Barmherzigen Brüder von Trier mit zahlreichen Krankenhäusern sowie Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe. Tausende Mitarbeitende sind in diesem Netzwerk tätig.

Das Krankenhaus in Montabaur ist dabei ein komplexes System, in dem viele Bereiche zusammenarbeiten. Neben dem Hauptgebäude gehören unter anderem das Ärztehaus „Montamedicum“, ein Parkhaus, ein Kindergarten sowie weitere Gebäude für Verwaltung und Organisation zum Gelände. Auch ein Hubschrauberlandeplatz ermöglicht schnelle medizinische Transporte.

Im Alltag kümmern sich die Mitarbeitenden in zahlreichen Fachrichtungen – etwa in der Akutgeriatrie, der Chirurgie, der Urologie, der Radiologie oder der Anästhesie – um die Versorgung der Patientinnen und Patienten. Dabei spielt auch das Thema Mobilität eine wichtige Rolle: Gerade ältere Menschen sollen nach einer Behandlung möglichst wieder selbstständig am Leben teilnehmen können.

Zum Selbstverständnis des Hauses gehört außerdem eine geistliche Dimension. Ein „Raum der Stille“ steht Menschen aller Religionen für Gebet und Besinnung offen. Das Krankenhaus versteht sich bewusst als Ort kirchlichen Handelns, an dem die christliche Botschaft der Nächstenliebe praktisch umgesetzt wird – Hilfe ohne Ansehen der Person, unabhängig von Herkunft, Religion oder sozialem Status.

Der Wortgottesdienst war bewusst interaktiv gestaltet: Die Teilnehmenden waren eingeladen, Fragen zu stellen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Zum Abschluss wurde gemeinsam für die Menschen gebetet, die hier Hilfe suchen, und für alle, die im Krankenhaus arbeiten. Die Bitte lautete, dass dieses Haus für viele ein Ort der Hoffnung sein möge.

Im Anschluss erhielten die Teilnehmenden Einblicke in Bereiche des Hauses, die sonst selten zu sehen sind, darunter die Haustechnik mit dem Notstromaggregat, das im Ernstfall die Versorgung des gesamten Krankenhauses sicherstellt. Auch der Verabschiedungsraum, in dem Angehörige von im Krankenhaus Verstorbenen in würdiger und ruhiger Atmosphäre Abschied nehmen können, wurde vorgestellt. Nach einem gemeinsamen Imbiss klang der Abend in Begegnung und Austausch aus.

Pressemitteilung St. Peter und Paul

Krankenhausseelsorger Thomas Müller erläutert den Gottesdienstteilnehmern die Historie des Montabaurer Krankenhauses Foto: Gunnar Bach

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