Wildtier-Auffangstation im Zoo Neuwied
Dachs-Dame Ilse ist ein „Dauergast“
Neuwied. Zoos betreiben Natur- und Artenschutz, klar. Doch nur wenige wissen, dass der Zoo Neuwied damit gleich vor der Haustür anfängt. Hinter den Kulissen des Europareviers gibt es eine Auffangstation für einheimische Wildtiere. Hier werden Fundtiere fachkundig gepflegt und anschließend - wenn möglich - wieder in die Freiheit entlassen. Aber woher kommen diese Fundtiere?
Viele Tiere werden in den Zoo Neuwied gebracht, weil sie verletzt sind. Vögel mit gebrochenen Flügeln sind besonders häufig. Die Ursachen sind oft Unfälle mit Autos oder Zäunen.
Pflege verletzter Tiere
Diese verletzten Tiere pflegen die Zoomitarbeiter, wenn nötig mit tierärztlicher Hilfe, gesund. Jungtiere werden in den Zoo Neuwied gebracht, wenn sie zu früh ihre Eltern verlieren, denn dann sind sie allein nicht überlebensfähig. Sie benötigen Wärme, Schutz und vor allem genau die richtige Nahrung. Die Tierpfleger päppeln sie auf und setzen sie erst dann wieder in die freie Natur zurück, wenn sie groß genug sind, um allein zurechtzukommen.
„Störenfriede“ kommen in den Zoo
Immer wieder werden auch „Störenfriede“ in den Zoo gebracht. Dies sind vor allem Tiere, die ihre natürliche Scheu vor Menschen verloren haben und in Gärten und Häuser eindringen. Ein Beispiel ist Dachs-Dame Ilse. In ihrem Fall waren Menschen schuld, die sie regelmäßig gefüttert haben. Tiere wie Ilse kann man nicht wieder auswildern. Sie kämen immer wieder mit Menschen in Konflikt.
Aber auch Vögel mit versteiftem Flügel oder andere Tiere mit einem dauerhaften Handicap haben in der Natur keine Überlebenschance mehr. Im Zoo jedoch müssen sie sich ihr Futter nicht selbst beschaffen oder sich vor Feinden verstecken. Daher dürfen sie in solchen Fällen als Dauergäste hier bleiben. Die Tiere, die erfolgreich gesund gepflegt wurden, genießen ihr Leben im Wald. Einer von ihnen, ein Mäusebussard, kommt gelegentlich noch vorbei, um sich einen Leckerbissen abzuholen. Wenn man ganz genau hinschaut, bekommen ihn auch Besucher zu Gesicht.