Neuer Vorstand gewählt
Deutsch-Israelischer Freundeskreis Neuwied wählt neuen Vorstand und stärkt Vereinsarbeit
aus Neuwied
Neuwied. Der Deutsch-Israelische Freundeskreis Neuwied e.V. hat auf seiner Mitgliederversammlung am 19. März 2026 einen neuen Vorstand gewählt. In einer besonderen Situation wurde Ralf Seemann einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt. Zur stellvertretenden Vorsitzenden wurde Pfarrerin Natalie Wilcke gewählt, die Funktion der Schatzmeisterin übernimmt künftig Anja Hof, die Geschäftsführung liegt bei Katharina Wertgen. Komplettiert wird der Vorstand durch die Beisitzenden Renate Baier, Birgit Bayer, Hans Bourgett, Charlotte Fichtl-Hilgers, Inge Gütler, Lothar Slezak und Rolf Wüst.
Die Neuwahl erfolgte vor dem Hintergrund einer Phase, in der die personelle Zukunft des Vereins zeitweise offen war. Nach dem plötzlichen Tod des langjährigen Vorsitzenden Werner Zupp und dem altersbedingten Rückzug weiterer Vorstandsmitglieder bestand die Herausforderung darin, die kontinuierliche Arbeit des Freundeskreises zu sichern und neue Verantwortungsträger zu gewinnen.
Der neue Vorstand würdigt ausdrücklich die herausragende Arbeit des bisherigen Vorstandes. Insbesondere Werner Zupp hat den Verein über mehr als zwei Jahrzehnte geprägt und ihn 13 Jahre lang als Vorsitzender mit großem persönlichem Einsatz geführt. Sein Engagement reichte von der Organisation zahlreicher kultureller Veranstaltungen über die Pflege internationaler Kontakte bis hin zur intensiven Erinnerungsarbeit.
Ein besonderer Dank gilt zudem Birgit Bayer, die sich in der Übergangszeit mit großem Engagement für den Fortbestand des Vereins eingesetzt und maßgeblich zur Stabilisierung der Vereinsarbeit beigetragen hat.
Auch die weiteren Vorstandsmitglieder haben mit großem ehrenamtlichem Einsatz die Arbeit des Freundeskreises getragen und in einer anspruchsvollen Übergangsphase Verantwortung übernommen. Ihnen gilt der ausdrückliche Dank des neuen Vorstandes und der Mitglieder.
Durch intensive Gespräche, persönliche Ansprache und das Engagement vieler Beteiligter ist es gelungen, neue Kandidatinnen und Kandidaten für die Vorstandsarbeit zu gewinnen und damit die Handlungsfähigkeit des Vereins dauerhaft zu sichern. Gleichzeitig konnte die inhaltliche Arbeit auch in dieser Phase fortgeführt werden: Gedenkveranstaltungen, Bildungsangebote und insbesondere das Stolperstein-Projekt blieben zentrale Bestandteile der Vereinsarbeit.
Die Herausforderungen der Gegenwart Der Deutsch-Israelische Freundeskreis Neuwied stellt sich den aktuellen Herausforderungen
Die Neuwahl des Vorstandes fällt in eine Zeit großer politischer Spannungen. Der zunehmende Antisemitismus in Deutschland, die angespannte Lage im Nahen Osten sowie gesellschaftliche Polarisierung stellen auch die Arbeit von Freundeskreisen vor neue Herausforderungen.
Der Deutsch-Israelische Freundeskreis Neuwied versteht sich gerade in dieser Situation als Ort des Dialogs, der Begegnung und der Verständigung. Ziel ist es, die Verbindung zwischen Menschen zu stärken, Wissen zu vermitteln und ein klares Zeichen gegen Antisemitismus und Ausgrenzung zu setzen.
Dabei steht eine differenzierte Haltung im Mittelpunkt: Die enge Verbundenheit mit Israel schließt eine offene, sachliche Auseinandersetzung mit politischen Entwicklungen ausdrücklich ein - getragen von Respekt und dem Willen zum Dialog.
Der neu gewählte Vorstand wird die erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre fortführen und zugleich neue Impulse setzen. Erste Veranstaltungen sind bereits geplant: Am 26. September ist ein gemeinsamer Besuch einer Gedenkstätte vorgesehen. Zudem wird eine Exkursion nach Köln organisiert, die unter anderem auch die Besichtigung der dortigen Synagoge umfasst.
Darüber hinaus soll die Erinnerungsarbeit weiter gestärkt und lebendig gehalten werden, insbesondere im Rahmen des Stolperstein-Projekts. Gleichzeitig soll der Austausch zwischen den Generationen intensiviert und der Freundeskreis stärker für jüngere Menschen geöffnet werden. Auch die Gewinnung neuer Mitglieder sowie die Pflege und der Ausbau der Kontakte zu Partnern in Israel werden eine wichtige Rolle spielen.
„Die Arbeit des Deutsch-Israelischen Freundeskreises ist heute wichtiger denn je. Es geht darum, Brücken zu bauen, Verständnis zu fördern und Haltung zu zeigen“, betont der neue Vorsitzende.
Der Vorstand setzt dabei ausdrücklich auf ein gemeinsames Engagement der Mitglieder und lädt alle Interessierten ein, sich aktiv einzubringen und die Zukunft des Vereins mitzugestalten.
