Medardus-Grundschule Bendorf in Monrepos
Flüchtlingskinder im Schloss der Forscher
Neuwied. Die Schicksale der Flüchtlinge aus den Krisengebieten der Welt bedrücken uns alle. Längst ist dies keine Einzelmeldung mehr, sondern fester Bestandteil täglicher Nachrichten. Die Mitarbeiter von Monrepos haben beschlossen, einen kleinen Solidaritätsbeitrag zu leisten und eine Kindergruppe der Medardus-Grundschule Bendorf zu einem erlebnisreichen Tag im Schloss der Forscher eingeladen. Unbeschwerte Stunden haben nicht nur den Kindern ein Lachen ins Gesicht gezaubert. Durch einen Artikel in der Rhein-Zeitung wurden die Mitarbeiter des Museums in Monrepos auf eine Grundschule in Bendorf aufmerksam, die eine Extra-Klasse für Flüchtlingskinder eingerichtet hatte. Frau Kuhnen, die engagierte Betreuerin der Gruppe, nahm die Einladung gern an und besuchte dann gemeinsam mit den Kindern, deren Eltern und der Patenklasse die neue Dauerausstellung „Menschliches Verstehen“ hoch über der Stadt Neuwied. Internationale Gäste sind in Monrepos keine Seltenheit und auch die Archäologen, die in dem Forschungszentrum arbeiten, stammen aus aller Welt. Arabische Klänge sind indes selten vertreten und so stellte die Gruppe aus Syrien, Eritrea und dem Iran doch eine ganz besonders interessante Erfahrung für das Museumsteam dar. Einmal mehr konnte man das Forschungsthema der menschlichen Verhaltensevolution im Heute anwenden. Denn die Archäologen wissen: Im Grunde verhalten sich alle Menschen gleich, unser aller Verhalten entspringt nämlich der 2,5 Mio. Jahre langen Geschichte der Menschheit. Es wurde ein erlebnisreicher und fröhlicher Tag. Die insgesamt 21 Kinder machten sich in zwei Gruppen auf, die Ausstellung zu erforschen. Die Führung durch die wissenschaftlichen Vermittler des Museums wurde unterstützt durch eine junge Dolmetscherin aus der Kindergruppe.
Ganz nebenbei konnten die kleinen Besucher ein Thema der Ausstellung live erleben: Kommunikation ist überlebenswichtig und genauso alt wie die menschliche Eroberung der Welt. Die begleitenden Eltern nahmen zur Begrüßung beim „Kaffeeklatsch“ im Museums-Bistro „Heimathirsch“ Platz, um später dann ebenfalls an einer Führung teilzunehmen. Zu dieser Zeit war die Kindergruppe schon in der Museumspädagogik verschwunden, um hier steinzeitliche Lämpchen aus Ton zu basteln. Das letzte Bild der Ausstellung kann als Motto für diesen besonderen Tag gelten: „Es geht auch anders. Friedlich ist schöner.“