Fassanstich zur Heddesdorfer Pfingstkirmesplatzeröffnung
Gelungene Mischung aus Brauchtum und Moderne
Heddesdorf. Auf die richtige Wortwahl kommt es an. Punkt 15 Uhr eröffnete Neuwieds Oberbürgermeister am Pfingstsamstag mit dem traditionellen Fassanstich den Heddesdorfer Pfingstkirmesplatz. Die Betonung lag auf „Platz“. „Die eigentliche Pfingstkirmes wird heute Abend an der Nohbersch Bank eröffnet“, stellte Nikolaus Roth klar. Der Applaus der Heddesdorfer Pfingstreiter war ihm sicher. Die Jungs hatten am Vormittag die Kirmesbäume aus dem Wald geholt und am Eingang des Kirmesplatzes platziert. Die Heddesdorfer Pfingstkirmes ist eine Mischung aus Brauchtum und Moderne. Nach der Premiere im Vorjahr fiel der Startschuss für den Rummel auch in diesem Jahr wieder am Freitag. Damit positionierte sich die Stadt Neuwied im Kampf um attraktive Schausteller neu. Modern und mit viel High-Tech ging es auf dem Kirmesplatz zu. Mit Stolz verwies der Oberbürgermeister darauf, dass Rolf Straschewski und Marktmeisterin Ulla Mark aus dem Amt für Stadtmarketing wieder einige hochkarätige Fahrgeschäfte aus ganz Deutschland für das, so wörtlich größte Volksfest am Mittelrhein, hatten verpflichten können. Mit dem „Flash Voltage“ ging es mit 120 Stundenkilometer dem Himmel entgegen. Bei 35 Meter Höhe war Schluss. Zeit die Aussicht zu genießen blieb nicht, denn mit vollem Schwung ging es wieder zu Boden. Zum genießen der Aussicht war das Riesenrad besser geeignet und noch einmal drei Meter höher. Nach dem verregneten Freitag kam ab Samstag endlich wieder die Sonne raus. Die gesamte Stadt war vom Riesenrad aus wunderbar zu überschauen. Für Adrenalin-Junkies war das Riesenrad natürlich nichts. Sie kamen stattdessen beim Turbo Force auf ihre Kosten. Zwei Gondeln mit jeweils vier Personen rotierten in einem Wahnsinnstempo um die eigene Achse. Die Heddesdorfer Pfingstkirmes hatte auch wieder absolute Neuheiten zu bieten. Der „Panic-Room“ war nur etwas für hartgesottene Horrorfans. Lebensechte Schreckgestalten ließen die Besucher erschaudern. Als Höhepunkt wurden die Gäste mittels Kettensäge aus dem Schreckenshaus verjagt. Harmlos und familienfreundlich waren dagegen die Abenteuer, die es im Remmi Demmi und Piratenschiff zu erleben gab. Auch der Spinning-Racer, eine Art Achterbahn, erfreute sich größter Beliebtheit. Insgesamt erwarteten die Kirmesbesucher über 70 Schausteller auf 15.000 Quadratmeter. Viele, allen voran die Schausteller aus Neuwied, sind Stammgäste. Mit anderen gab es ein Wiedersehen. Das Motodrom, in dem tollkühne Motorradfahrer an der Steilwand förmlich kleben, gastierte schon einmal 1953 in Neuwied. Außer den neuesten Fahrgeschäften wartete die Pfingstkirmes also auch mit echten Klassikern auf. Die Pfingstreiter hatten keine Zeit für den Rummel. Nach der Kirmesplatzeröffnung und dem traditionellen Salut der Neuwieder Schützen ging es zum Festplatz in den Ortskern. Hier wurden von der Burschengesellschaft Heddesdorf die eigentlichen Kirmesbäume aufgestellt. Von Pfingstsamstag bis Pfingstdienstag wurde jeden Abend an der Nohbersch Bank mit Live-Musik gefeiert. Weitere Höhepunkte des Brauchtums waren der Pfingstwettritt an der Bimsstraße und der Engerser Tribut. Mit über vier Jahrhunderten eine der ältesten Traditionen im Land.
Die Heddesdorfer Pfingstkirmes war fünf Tage lang Anziehungspunkt Tausender von Kirmesfreunden.
