Politik | 27.02.2014

Gemeinsam für mehr Lärmschutz im ganzen Mittelrheintal

Bürgermeister aus dem nördlichen Mittelrheintal zu Gast bei der Deutschen Bahn AG.

Georg Hollmann (links) und Rolf Papen (rechts) vor der Niederlassung der Deutschen Bahn AG in Frankfurt. privat

Weißenthurm.Ines Jahnel, die Lärmschutzbeauftragte der DB AG und Vorsitzende des Projektbeirates „Leiseres Mittelrheintal“ konnte am 06. Februar zahlreiche kommunale Vertreter aus dem nördlichen Mittelrheintal zu einem Informationsgespräch im Verwaltungshochhaus der Deutschen Bahn AG, dem sogenannten „Silberturm“, in Frankfurt begrüßen. Unter den Gästen waren unter anderem die Bürgermeister der Verbandsgemeinden Bad Breisig, Bad Hönningen, Unkel sowie Weißenthurm. Ebenfalls anwesend waren Fachleute aus Ministerien auf Landesebene und drei Vorsitzende von Bürgerinitiativen, die zugleich Mitglieder im Projektbeirat „Leiseres Rheintal“ sind (Gunter Fröhlich/Neuwied, Frank Gross/Boppard und Willi Pusch/Kamp-Bornhofen). Rolf Papen von der Weißenthurmer Bürgerinitiative begleitete Bürgermeister Georg Hollmann und nahm als stellvertretendes Mitglied des Projektbeirates ebenfalls an der Besprechung teil. Grund für das Zusammentreffen war die Sorge vieler Bürgermeister, dass bei den notwendigen Maßnahmen zum Schutz ihrer Bürger vor dem ständig wachsenden Bahnlärm und den damit einhergehenden Erschütterungen das Untere Mittelrheintal (Koblenz - Bonn) im Gegensatz zum Oberen Mittelrheintal (Koblenz – Mainz) zu wenig Beachtung findet. „Es ist zu befürchten, dass unser Unteres Mittelrheintal aus dem Focus gerät. Wenn das ganze Mittelrheintal unter Bahnlärm leidet, muss auch das ganze Mittelrheintal betrachtet und in Lärmminderungsmaßnahmen einbezogen werden“, so Karsten Fehr, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Unkel. Ines Jahnel und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren bemüht, diese Sorge zu zerstreuen. „Wir haben, was die geplanten Aktivitäten angeht, das ganze Mittelrheintal im Blick“, versicherte Ines Jahnel. Willi Pusch, der auch Vorsitzender der „Bundesvereinigung gegen Schienenlärm“ ist, legte aus Sicht des Projektbeirates dar, worum es bei den Planungen der Lärmminderungsmaßnahmen im gesamten Mittelrheintal geht. Er erläuterte, dass im Rahmen einer Machbarkeitsstudie zur Lärmminderung an Bahnstrecken auf dem Gebiet des Welterbes Oberes Mittelrheintal sowie in der Stadt Weißenthurm und der Ortsgemeinde Leutesdorf und den hessischen Städten Oestrich-Winkel und Eltville derzeit von der Firma Wölfel aus Höchberg eine Machbarkeitsstudie erstellt wird.

„Die Machbarkeitsstudie soll die Grundlage für weitere Vorschläge zur Lärm- und Erschütterungsminderung sein und helfen, einen besseren Überblick der Maßnahmen zu bekommen“, so Pusch. Auch werden zukünftig alle von Bahnlärm betroffenen Kommunen über die Arbeit des Beirates „Leiseres Mittelrheintal“ informiert. Dabei werden über bisherige Maßnahmen hinausgehende technisch machbare und wirksame Möglichkeiten zur Lärmreduzierung identifiziert, bewertet und abgestimmt.

Die Ergebnisse sollen im Frühjahr 2014 öffentlich präsentiert werden. Im Anschluss soll ein Umsetzungskonzept samt Finanzierungsvorschlag erarbeitet werden.

Initiiert wurde die Studie vom Projektbeirat „Leiseres Mittelrheintal“, federführend zuständig sind in Hessen das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, in Rheinland-Pfalz das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten. Die Machbarkeitsstudie ist ein erster Schritt zu mehr Ruhe im Rheintal. Zukünftig sollen die Untersuchungen zeitnah in weiteren Städten und Gemeinden fortgeführt werden.

Ohne Vorbehalte stellte sich die Lärmschutzbeauftragte der DB AG anschließend den kritischen Fragen und Hinweisen der anwesenden Bürgermeister. So forderte Bernd Weidenbach, Bürgermeister der Verbandgemeinde Bad Breisig, einen offeneren Umgang miteinander und fügte an: „Die bisherige Kommunikation zwischen der Deutschen Bahn, dem Projektbeirat und den betroffenen Kommunen und Bürgerinitiativen muss verbessert werden, um zukünftig Irritationen zu vermeiden.“ Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bad Hönningen Michael Mahlert erklärte: „Als verantwortlicher Bürgermeister will und muss ich den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern unserer Verbandsgemeinde gegenüber jederzeit kompetent auskunftsfähig sein. Wir brauchen dafür einfach mehr Informationen vonseiten der Bahn und aus dem Projektbeirat.“ Unterstützt wurde er in dieser Auffassung von Gunter Fröhlich, der anmerkte: „Nur wenn es gelingt, durch Transparenz alle Betroffenen an der Entwicklung zu beteiligen, kann ein Klima gegenseitigen Vertrauens entstehen.“ Gemeinsam machten Bürgermeister Georg Hollmann und Rolf Papen aus Weißenthurm noch einmal deutlich, welch unerträglichen Belastungen durch Bahnlärm und Erschütterungen die Bahnanwohner im Mittelrheintal ausgesetzt sind. „Wir haben schon viel erreicht und sind auf dem richtigen Weg. Dafür spricht auch das heutige Zusammensein hier in Frankfurt. Aber die Zeit drängt. Die Menschen haben genug von Absichtserklärungen und Versprechungen. Sie wollen endlich Taten sehen. Wenn man die besonders durch Bahnlärm und Erschütterungen belasteten Bereiche unserer Verbandsgemeinde aufsucht, kann man sich nur wundern, wie die Menschen diesen ohrenbetäubenden Lärm noch aushalten. Rasches Handeln tut not“, so Bürgermeister Georg Hollmann. Rolf Papen fügte an, dass nach dem Konzept der „fleißigen Biene“ alle aktiven und passiven Möglichkeiten zur Reduzierung des Lärms und der Erschütterungen ergriffen werden müssten, um rasch die Belastungen für die Bahnanwohnerinnen und Bahnanwohner auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Die Lärmschutzbeauftragte der DB AG zeigte Verständnis für das Vorgebrachte und versprach, die Bürgermeister und Bürgerinitiativen des Unteren Mittelrheintals aus dem Projektbeirat heraus zukünftig noch umfangreicher zu informieren und die Kommunikation mit diesen zu intensivieren. „Ich rege daher weitere Treffen dieses Gesprächskreises an, um die Transparenz unseres Handelns zu erhöhen“, so Ines Jahnel.

Nach Rückkehr aus Frankfurt waren sich Bürgermeister Georg Hollmann und Rolf Papen, der 1. Vorsitzende der Bürgerinitiative „WIR gegen Bahnlärm in der VG Weißenthurm“ einig: „Wir sind einen Schritt vorangekommen. Dennoch dürfen wir keinesfalls in unserem gemeinsamen Engagement im Kampf gegen den unerträglichen Bahnlärm und die zunehmenden Erschütterungen nachlassen!“

Pressemitteilung der

Verbandsgemeinde Weißenthurm

Georg Hollmann (links) und Rolf Papen (rechts) vor der Niederlassung der Deutschen Bahn AG in Frankfurt. Foto: privat

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