Die Optik des neuen Kindergartens ist Streitthema in Niederbieber
„Geschmackssache?!“
Anwohner sind enttäuscht von Verwaltung und GSG
Neuwied - Niederbieber. Kürzlich wurde am Anbau des St. Bonifatius Kindergarten in Niederbieber Richtfest gefeiert. Nicht alle, die eingeladen waren, hatten auch Grund zur Freude. Die Nachbarn aus der Straße „An der Bonifatiuskirche“ sind alles andere als begeistert. Seit längerem regt sich Widerstand. Nicht etwa an der Erweiterung des Kindergartens für unter Dreijährige an sich, sondern gegen dessen Optik. Nur wenige Meter hinter den Grundstückgrenzen der Nachbarn türmt sich es sich auf. Das neue vierzig Meter lange und fünf Meter hohe Gebäude mit Giebelwand. Das größte Übel dabei ist die schwarze Fassade und das gleichfarbige Dach, die es einmal erhalten wird. „Dadurch wirkt das hier alles viel enger. Im Winter und den Übergangsmonaten werden wir keine Sonne mehr sehen. Bedingt durch die Dachneigung und schwarze Dacheindeckung nimmt der schwarze Bau noch größere Dimensionen an“, zeigt Erich Boden auf den Rohbau. Zu sehen sind auch große Fenster, die bunt eingefasst werden sollen. Nach Ansicht der Nachbarn, werden aber auch die Fenster dunkel aussehen und das Erscheinungsbild keinesfalls aufhellen. An diesem Tage haben sich in seinem Garten einige der Anwohner versammelt. Darunter auch ein junger Familienvater der unterstreicht, dass man nicht grundsätzlich etwas gegen den Kindergarten auf dem ehemals kircheneigenen Grundstück hat. Es ist nicht so, dass die Verwaltung das Anliegen der Anwohner nicht wahrgenommen hätte. Allerdings wiederum auch nicht so ernst, dass man überhaupt eine andere Farbe in Erwägung zieht. Wenige Tage vor der dem Richtfest kam es zu einem Treffen zwischen den Anwohnern, Bürgermeister Reiner Kilgen, GSG Geschäftsführer Heinz-Peter Schmitz und dem Architekten Thomas Steinhardt. Voraus gegangen war ein Schriftverkehr zwischen der Nachbarn Interessengemeinschaft, der GSG und Bürgermeister Reiner Kilgen. „Warum weigern sie sich, eine farbliche Umgestaltung vorzunehmen?“, fragten die Anwohner. Sie befürchten zudem einen Wertverfall ihrer Immobilien. Beim persönlichen Treffen sei dann der Architekt der maßgebliche Wortführer gewesen. Er habe das Erscheinungsbild erklärt. Passend zum Kindergarten bestünde der Baukörper aus zwei Gebäudeteilen, die an Bauklötzchen erinnern. Auf der einen Seite wird es farbig, auf der anderen Seite schiefergrau. So ein Baustil liege im Trend und sei nicht einmal einmalig. Die Anwohner stellen dies auch nicht in Abrede. „Das mag an anderer Stelle gut aussehen, aber nicht hier auf beengtem Raum“, sagt Erich Boden. Und überhaupt sieht kein Betrachter die nördliche Fassade. Außer eben die Anwohner. Die verstehen nicht, warum es dann nicht möglich ist auf ihre Belange einzugehen und stattdessen stur auf die Planung zu verweisen? Bezüglich der Fassade weist GSG Geschäftsführer Heinz-Peter Schmitz darauf hin, dass nur dunkle Farben zur Verfügung stünden. Eine komplett andere Fassadengestaltung sei aus Kostengründen nicht möglich „Wir haben den Betroffenen zur Auflockerung der Optik eine Bepflanzung angeboten“, erklärt Heinz-Peter Schmitz. Doch damit möchten sich die Anwohner nicht zufrieden geben. „Wir sind ganz schön enttäuscht. Es ist immer wieder von Bürgerbeteiligung die Rede, doch davon haben wir nichts bemerkt“, fasst Rolf Kaul zusammen. Von den Plänen seien sie nicht in Kenntnis gesetzt worden. Keine detaillierte Vorstellung des Projekts habe stattgefunden. Zwar sei schon im März bekannt gewesen, dass der alte Kindergarten erweitert werden soll. Die genauen Ausmaße und die Optik wurden aber erst deutlich, als die Freifläche im Mai gerodet wurde und die Anwohner von sich aus anfingen, zu recherchieren.
Zwischen dem neuen Gebäude und den Gärten verbleibt nur ein schmaler Streifen.

Farben sind gut für die Motivation und die Laune der Kinder. Ein schwarzer Kindergarten ist schon etwas abartig...
Sind das die einzigen Probleme der Einwohner, meine Güte man kann auch übertreiben..