Politik | 01.08.2014

Die Optik des neuen Kindergartens ist Streitthema in Niederbieber

„Geschmackssache?!“

Anwohner sind enttäuscht von Verwaltung und GSG

Fast könnte man annehmen, der neue Kindergarten steht direkt in den Gärten der Betroffenen.FF

Neuwied - Niederbieber. Kürzlich wurde am Anbau des St. Bonifatius Kindergarten in Niederbieber Richtfest gefeiert. Nicht alle, die eingeladen waren, hatten auch Grund zur Freude. Die Nachbarn aus der Straße „An der Bonifatiuskirche“ sind alles andere als begeistert. Seit längerem regt sich Widerstand. Nicht etwa an der Erweiterung des Kindergartens für unter Dreijährige an sich, sondern gegen dessen Optik. Nur wenige Meter hinter den Grundstückgrenzen der Nachbarn türmt sich es sich auf. Das neue vierzig Meter lange und fünf Meter hohe Gebäude mit Giebelwand. Das größte Übel dabei ist die schwarze Fassade und das gleichfarbige Dach, die es einmal erhalten wird. „Dadurch wirkt das hier alles viel enger. Im Winter und den Übergangsmonaten werden wir keine Sonne mehr sehen. Bedingt durch die Dachneigung und schwarze Dacheindeckung nimmt der schwarze Bau noch größere Dimensionen an“, zeigt Erich Boden auf den Rohbau. Zu sehen sind auch große Fenster, die bunt eingefasst werden sollen. Nach Ansicht der Nachbarn, werden aber auch die Fenster dunkel aussehen und das Erscheinungsbild keinesfalls aufhellen. An diesem Tage haben sich in seinem Garten einige der Anwohner versammelt. Darunter auch ein junger Familienvater der unterstreicht, dass man nicht grundsätzlich etwas gegen den Kindergarten auf dem ehemals kircheneigenen Grundstück hat. Es ist nicht so, dass die Verwaltung das Anliegen der Anwohner nicht wahrgenommen hätte. Allerdings wiederum auch nicht so ernst, dass man überhaupt eine andere Farbe in Erwägung zieht. Wenige Tage vor der dem Richtfest kam es zu einem Treffen zwischen den Anwohnern, Bürgermeister Reiner Kilgen, GSG Geschäftsführer Heinz-Peter Schmitz und dem Architekten Thomas Steinhardt. Voraus gegangen war ein Schriftverkehr zwischen der Nachbarn Interessengemeinschaft, der GSG und Bürgermeister Reiner Kilgen. „Warum weigern sie sich, eine farbliche Umgestaltung vorzunehmen?“, fragten die Anwohner. Sie befürchten zudem einen Wertverfall ihrer Immobilien. Beim persönlichen Treffen sei dann der Architekt der maßgebliche Wortführer gewesen. Er habe das Erscheinungsbild erklärt. Passend zum Kindergarten bestünde der Baukörper aus zwei Gebäudeteilen, die an Bauklötzchen erinnern. Auf der einen Seite wird es farbig, auf der anderen Seite schiefergrau. So ein Baustil liege im Trend und sei nicht einmal einmalig. Die Anwohner stellen dies auch nicht in Abrede. „Das mag an anderer Stelle gut aussehen, aber nicht hier auf beengtem Raum“, sagt Erich Boden. Und überhaupt sieht kein Betrachter die nördliche Fassade. Außer eben die Anwohner. Die verstehen nicht, warum es dann nicht möglich ist auf ihre Belange einzugehen und stattdessen stur auf die Planung zu verweisen? Bezüglich der Fassade weist GSG Geschäftsführer Heinz-Peter Schmitz darauf hin, dass nur dunkle Farben zur Verfügung stünden. Eine komplett andere Fassadengestaltung sei aus Kostengründen nicht möglich „Wir haben den Betroffenen zur Auflockerung der Optik eine Bepflanzung angeboten“, erklärt Heinz-Peter Schmitz. Doch damit möchten sich die Anwohner nicht zufrieden geben. „Wir sind ganz schön enttäuscht. Es ist immer wieder von Bürgerbeteiligung die Rede, doch davon haben wir nichts bemerkt“, fasst Rolf Kaul zusammen. Von den Plänen seien sie nicht in Kenntnis gesetzt worden. Keine detaillierte Vorstellung des Projekts habe stattgefunden. Zwar sei schon im März bekannt gewesen, dass der alte Kindergarten erweitert werden soll. Die genauen Ausmaße und die Optik wurden aber erst deutlich, als die Freifläche im Mai gerodet wurde und die Anwohner von sich aus anfingen, zu recherchieren.

Zwischen dem neuen Gebäude und den Gärten verbleibt nur ein schmaler Streifen.

Zwischen dem neuen Gebäude und den Gärten verbleibt nur ein schmaler Streifen.

Fast könnte man annehmen, der neue Kindergarten steht direkt in den Gärten der Betroffenen.Fotos: FF

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
04.08.201407:20 Uhr
Hermann

Farben sind gut für die Motivation und die Laune der Kinder. Ein schwarzer Kindergarten ist schon etwas abartig...

02.08.201413:30 Uhr
Petra.H

Sind das die einzigen Probleme der Einwohner, meine Güte man kann auch übertreiben..

Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Kleinanzeigen
Innovatives rund um Andernach
Schulze Klima -Image
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
fit für`s Alter?
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
Koblenz blüht // Frohe Ostern 2026
PR-Anzeige
Imageanzeige - Ostern
Empfohlene Artikel
Der geschäftsführende Vorstand der SPD im Kreis Neuwied mit Nicole Hahn (mitte)
54

Unkel. In der Verbandsgemeinde Unkel steht eine richtungsweisende Wahl bevor: Der amtierende VG-Bürgermeister Karsten Fehr geht im Sommer 2027 in den Ruhestand. Der/die neue Verbandsbürgermeister/in wird am 08.11.2026 neu gewählt. Für die SPD tritt Nicole Hahn an. Sie wurde von den SPD-Ortsvereinen in der Verbandsgemeinde Unkel nominiert und kann dabei auch auf die volle Unterstützung des SPD-Kreisverbands Neuwied zählen.

Weiterlesen

Ellen Demuth, MdB.  Foto: Tjark Thönßen
31

Kreis Neuwied. Ellen Demuth, direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Neuwied-Altenkirchen, begrüßt die Pläne der Bundesregierung, das Kindergeld künftig ohne Antrag auszuzahlen. Familien sollen dadurch spürbar entlastet und Verwaltungsverfahren deutlich vereinfacht werden.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2253

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
132

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Rund ums Haus
Essen auf Rädern
Dauerauftrag Imageanzeige
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Fahrer gesucht (m/w/d)
Innovatives rund um Andernach
Doppelseite PR/Anzeigen
Koblenz blüht
Kreishandwerkerschaft
SB Standesamt
Stellenanzeige
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Osteraktion
Unterstützeranzeige
Stellenanzeige Personalreferent/in
Stellenanzeige
Stellenanzeige Kita