Abtei Rommersdorf erhält Grundbesitz
Großzügige Schenkung erweitert Abtei Rommersdorf in Neuwied-Heimbach-Weis
aus Neuwied
Neuwied-Heimbach-Weis. Die Abtei Rommersdorf-Stiftung darf sich über eine großzügige Schenkung freuen: Die Rheinische Bodenverwaltung AG hat der Stiftung unentgeltlich ein weiteres Teilgrundstück – den sogenannten „Oberen Wirtschaftshof“ – übertragen. Mit dieser Zuwendung wird der Grundbesitz der Stiftung erweitert und zugleich eine wichtige Grundlage für ihre zukünftige Arbeit geschaffen.
Für viele Besucherinnen und Besucher der Abtei war bislang kaum ersichtlich, wo genau die Eigentumsgrenzen des historischen Ensembles verliefen. Das Gelände rund um den Innenhof der ehemaligen Prämonstratenser-Abtei bildete optisch schon immer eine Einheit. Tatsächlich hatte die damalige Eigentümerin, die Rheinische Bodenverwaltung AG als Besitzgesellschaft des Herzogs von Arenberg, im Jahr 1976 jedoch lediglich den unteren Teil der ehemaligen Abtei an die Stiftung übertragen. Der Wirtschaftshof verblieb im Eigentum der „Arenberger“ und wurde unter anderem als Getreidesilo, Stallung und Remise von den Pächtern der die Abtei umgebenden landwirtschaftlichen Flächen genutzt.
Lediglich eine an Pollern befestigte alte Eisenkette machte die unterschiedlichen Eigentumsverhältnisse nach außen sichtbar.
Vor rund zwei Jahren begannen schließlich Gespräche zwischen der Rheinischen Bodenverwaltung AG und der Abtei Rommersdorf-Stiftung mit dem Ziel, auch diesen Teil des historischen Geländes an die Stiftung zu übertragen. Jetzt konnte dieser Prozess erfolgreich abgeschlossen werden.
Der Vorsitzende der Abtei Rommersdorf-Stiftung, Dr. Hermann-Josef Richard, Geschäftsführer Dr. Reinhard Lahr sowie weitere Mitglieder des Vorstandes konnten nun vom Liegenschaftsdirektor und Prokuristen der Rheinischen Bodenverwaltung AG, Oliver Münnich, symbolisch den Schlüssel für den Wirtschaftshof entgegennehmen.
Für den Vorsitzenden Dr. Richard, „wächst nun auch juristisch und faktisch zusammen, was zusammen gehört!“, wie er es betont und ergänzt: „Es eröffnen sich für die Stiftung nicht nur neue Möglichkeiten der Nutzung dieses Areals, sondern damit kann nun auch die eigentumsrechtliche Lücke um das eigentliche Abtei-Gelände geschlossen werden!“
Für Oliver Münnich ist das, was in den vergangenen fünfzig Jahren rund um die ehemalige Abtei entstanden ist, „eine gelungene Mischung aus erlebbarer Geschichte und sinn- und wertstiftender Nutzung - Denkmal zum Anfassen und Gebrauchen! Die Schenkung ist daher auch ein Zeichen der Wertschätzung und des Vertrauens in die Arbeit der Stiftung“, wie er bei der Schlüsselübergabe erklärt.
Auch Friedrich von Schönberg, der die Firma Stollenwerk aus Kerpen vertritt, freut sich, „dass nun ein weiterer Baustein dem eigentlichen Abteigelände zugewiesen werden kann“!
Die Firma Stollenwerk gehört zu den größten europäischen Konservenherstellern und ist bereits seit vielen Jahrzehnten Pächterin der die Abtei umgebenden landwirtschaftlichen Flächen. Von Schönberg betont bei seinem Besuch zudem, „dass es immer ein gutes Miteinander gegeben habe, zwischen Stollenwerk, den vor Ort arbeitenden Landwirten, vor allem der Familie Oest, und der Abtei Rommersdorf-Stiftung.“
Vielleicht war es auch kein Zufall, dass die neuerliche Eigentumsübertragung exakt fünfzig Jahre nach der Gründung der Stiftung und der damaligen Übertragung der Abtei erfolgte. In jedem Fall ist die Schenkung ein besonderes Geburtstagsgeschenk für die Stiftung – und zugleich für den Fördererkreis der Abtei Rommersdorf, dem nach wie vor zahlreiche Freunde und Gönner verbunden sind.
Wie genau der Obere Wirtschaftshof künftig genutzt werden soll, wird in den kommenden Monaten zu beraten sein. „Ideen gibt es viele, aber man muss schauen, was passt und was geht“, erklärt der Geschäftsführer der Stiftung, Dr. Reinhard Lahr. „Zunächst einmal wird es darum gehen, dem Zeugniswert des barocken Ensembles genügende konservatorische Aspekte in den Focus zu nehmen, sprich die Fassaden authentisch zu restaurieren“, betont er. Dabei spricht er auch in seiner Funktion als Denkmalschützer des Landkreises Neuwied, die er hauptberuflich ausübt.
Bereits in den kommenden Wochen sollen erste Begutachtungen erfolgen. Dabei soll geprüft werden, wie der Wirtschaftshof ertüchtigt werden kann und welche grundlegenden Maßnahmen erforderlich sind, um auch diesen Teil des Areals behutsam in das historische Ensemble der Abtei einzugliedern.
Mit der Übertragung des Oberen Wirtschaftshofs ist damit ein weiterer wichtiger Schritt getan, um das historische Gelände der Abtei Rommersdorf künftig wieder als zusammengehöriges Ensemble zu erhalten, weiterzuentwickeln und für kommende Generationen erlebbar zu machen.
Eine gute Gelegenheit, das neu erworbene Gelände zu betrachten, bietet sich beim Weihnachtsmarkt der Bürgergemeinschaft Pro Heimbach-Weis am zweiten Adventswochenende. Am 5. und 6. Dezember 2026 wird auch der Obere Wirtschaftshof in das weihnachtliche Markttreiben einbezogen.
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Freudige Gesichter bei der Schlüsselübergabe durch den Liegenschaftsdirektor der Rheinischen Bodenverwaltungs AG, Oliver Münnich (3. v. l.) an den Vorsitzenden der Abtei Rommersdorf Stiftung, Dr. Hermann-Josef Richard (3. v. r.) und den Geschäftsführer Dr. Reinhard Lahr (4. v. r.). Foto: Wolfgang Hartmann