Allgemeine Berichte | 20.03.2026

Das Abendmahl in der Fußgängerzone: Eine lebendige Inszenierung

Gründonnerstag neu erleben: Kunst und Glaube im öffentlichen Raum

Begleitet wird die Gruppe durch Rainer Neuendorff, er bringt jahrelange Regie- und Theatererfahrung mit. „Es macht Spaß, mit der Gruppe zu arbeiten“

Neuwied. Da sitzen sie in ihren antikwirkenden Roben an einer langen sorgfältig gedeckten Tafel, manche sind im Gespräch, andere gestikulieren entschlossen, in der Mitte sitzt ruhig und in sich gekehrt Jesus – das berühmte Gemälde „Das Abendmahl“ von Leonardo da Vinci ist weltberühmt und wird am Gründonnerstag, 2. April, in Neuwied zu sehen sein: Rund 15 Personen sind an der Inszenierung dieses Kunstwerks beteiligt. Um 11 Uhr startet die Gruppe auf dem Marktplatz, dann geht es weiter zum Engel der Kulturen (Ecke Mittelstraße/Engerser Straße), auf den Luisenplatz in der Mitte der Fußgängerzone und gegenüber der Neuwied Galerie vor die Matthiaskirche (Heddesdorfer Straße 10).

Es ist nicht einfach ein Theaterstück, das draußen aufgeführt wird, „sondern, das Geschehen von Gründonnerstag, das letzte Abendmahl, wird in die Öffentlichkeit gebracht“, erklärt Petra Frey, Teil des organisierenden Fachteams Spiritualität und Glaubenskommunikation im Pastoralen Raum Neuwied. „Das Ziel ist, neugierig zu machen und ein kirchliches Geschehen, das größte Fest der Christenheit, in das Bewusstsein der Menschen zu bringen, und zwar an Orten, an denen sie nicht damit rechnen“. Die Darstellenden sprechen während der Aktion nicht, sie treten in den städtischen Raum, bauen die Tafel auf, nehmen ihre Position wie im Kunstwerk da Vincis ein und verharren in dieser für einige Augenblicke. Die Gemeindereferentin wurde durch einen Fernsehbericht auf das Projekt aufmerksam; „Mahl ganz anders“ ist seit Jahren in unterschiedlichen Orten unterwegs ist.

Annette Heckmann aus Torney stellt Johannes dar. „Die Rolle hat sich so ergeben“, sagt sie lachend. Bereits vor der ersten Probe hatte sie sich in die Interpretationen des Bildes hineingelesen. Ostern werde sie dieses Jahr auf jeden Fall intensiver erleben, ist sie sich sicher. Lampenfieber, weil sie mitten in der Innenstadt auftreten wird, hat sie nicht: „Da habe ich überhaupt keine Bedenken, denn ich weiß, Gott ist bei uns und ganz nah immer neben mir, da kann mir nichts passieren.“ Auch Dennis Bloem aus Neuwied kennt keine Aufregung. Er ist seit gut vier Jahren Lektor in der Gemeinde des Heinrich-Hauses in Engers und daher vertraut mit den unterschiedlichen Ereignissen innerhalb des Kirchenjahrs. Es sei etwas Besonderes, diese Szene ausgerechnet an dem Tag zu spielen, an dem sie auch stattgefunden hat. „Das lädt auf jeden Fall dazu ein, noch einmal über die Bedeutung von Gründonnerstag nachzudenken.“ An seine Rolle habe sich niemand anderes so recht rangetraut, berichtet er. „Dann habe ich gesagt, ich mach‘s.“ Nun sitzt er als Jesus im Mittelpunkt des Geschehens.

Begleitet wird die Gruppe durch Rainer Neuendorff, er bringt jahrelange Regie- und Theatererfahrung mit. „Es macht Spaß, mit der Gruppe zu arbeiten“, betont er. Die Engagierten kommen aus unterschiedlichen Bezügen und Orten, einige kannten sich vor dem Start der Proben nicht. Doch sie wachsen zusammen, tauschen sich intensiv über das Kunstwerk, den christlichen Glauben und eigene Erfahrungen aus. Kein Wunder also, dass die zusammengewürfelte Gruppe nach ihrer Performance ein gemeinsames Essen plant, aber hoffentlich nicht ihr letztes Abendmahl.

Weitere Informationen gibt es bei Gemeindereferentin Petra Frey per E-Mail an petra.frey@bistum-trier.de und telefonisch unter Tel.: 02361-73422.

Pressemitteilung Redaktion Koblenz

sie wachsen zusammen, tauschen sich intensiv über das Kunstwerk, den christlichen Glauben und eigene Erfahrungen aus.

sie wachsen zusammen, tauschen sich intensiv über das Kunstwerk, den christlichen Glauben und eigene Erfahrungen aus. Foto: Julia Fröder / Bistum Trier

Begleitet wird die Gruppe durch Rainer Neuendorff, er bringt jahrelange Regie- und Theatererfahrung mit. „Es macht Spaß, mit der Gruppe zu arbeiten“ Foto: Julia Fröder / Bistum Trier

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