Blues Freuunde Neuwied melden ausverkauftes Haus
Internationale Künstler räumen beim 11. Blues Summit ab
aus Neuwied
Neuwied. Der 11. Blues Summit, mit dem die Bluesfreunde Neuwied (BFN) ihr Jubiläumsjahr zum zehnjährigen Bestehen beendeten, war ein wahrer internationaler „Spätschoppen“. Im ausverkauften Saal des food hotels Neuwied brannten Musiker aus den Niederlanden, England und Italien ein musikalisches Feuerwerk ab, dass das Publikum immer wieder zu standing ovations veranlasste. Dass der Abend ein besonderer werden könnte, hatte sich schon im Vorfeld angedeutet. „Wie haben denn besten Vorverkauf seit unserer Gründung vor zehn Jahren erlebt“, berichtete BFN-Vorsitzender Jürgen Teutloff stolz.
Den Auftakt des Konzertabends machte die Java/Webster-Band. Erwin Java ist ein Urgestein der niederländischen Blues- und Rock-Szene, spielte mehr ein Vierteljahrhundert bei der berühmten niederländischen Bluesrock-Band „Cuby & The Blizzards“ und war Gitarrist in Herman Broods Band „Wild Romance“. Sean Webster begeisterte die Bluesfans als fantastischer Sänger und einfühlsamer Gitarrist bereits beim 4. Blues Summit. Dass die beiden auf einer Wellenlänge liegen, unterstrichen sie in Neuwied eindrucksvoll. Zu den intensiven Soli der beiden Saitenvirtuosen gesellte sich Webster famoser Gesang. Perfekt unterstützt von einer toughen Rhythmusgruppe - Bassist Guus Strijbosch, Drummer Biels van het Hof und Keyboarder Bas Mulder - setzten sie bei ihrem Auftritt fast ausschließlich auf Eigenkompositionen. Die Musiker servierten dabei klassischen Blues („Coming home to the blues“), eindrucksvolle Balladen, die Websters grandiose Stimme in den Mittelpunkt stellen („Hey Woman“) und stark rockenden Nummern wie „Webster`s Playground“, mit dem die Band ein fulminantes Set eröffnete. Get out of town“. Nicht fehlen durften im Set gut abgehangene Klassiker wie „Crossroads“ und „Going down“, denen das Quartett virtuos neues Leben einhauchte.
Ebenfalls auf eigene Nummern bauen die Cinelli Brothers. Sie fügen dem Bluesrock-Grundrezept allerdings eine deftige Prise Soul hinzu. Gegründet 2017 in London machen die Brüder Marco (Gitarre, Keyboard, Gesang) und Alessandro (Schlagzeug) zu ihrer Liebe zu den Sounds der 60er-Jahre keinen Hehl, zieren diese aber mit zeitgenössischen Klängen. Mit Bassist Jorma Gasperi und Tom JJ (Gitarre, Mundharmonika) stehen dem Brüderpaar formidable Musiker zur Seite. Sehr zur Freude des Publikums zeichnete sich das Quartett nicht nur durch ein hohes Energielevel, große Flexibilität – da greift der Drummer auch schon mal zum Bass - und herausragendes großes musikalisches Können aus, sondern auch durch eine gute Show. Alle vier Musiker glänzten als Sänger, was die Songs abwechslungsreich gestaltete. Echte Teamarbeit! Songs wie „Fuel tot he fire“ und „Unsingable Song“ setzen sich sofort im Gehörgang fest. Begeistert aufgenommen wurde die Cinelli-Version des Rolling Stones-Signature-Songs „Jumping Jack Flash“, der den Musikern ausreichend Gelegenheit gab, ihr Können auszuspielen.
Den Saal zum Kochen brachte dann die abschließende Jam Session, bei der Java und Webster zu den Cinelli Brothers stießen. Gemeinsam sorgten die spielfreudigen Musiker mit dem Fleetwood Mac-Klassiker „Stop messing around“ für einen krönenden Abschluss des Bluesfreunde-Jubiläumsjahres.
Die Cinelli Brothers bewiesen außergewöhnliche Flexibilität. Foto: Dennis Schreiber
Weitere Themen
Die Java/Webster Band setzte auf klassischen Blues. Foto: Dennis Schreiber