Wirtschaft | 11.07.2015

Stadtwerke Neuwied arbeiten mit Berufsbildungswerk des Heinrich-Hauses zusammen

Junge Leute mit Handicap ausbilden: SWN sind mit im Boot

Verantwortliche der Stadtwerke und des Heinrich-Hauses glauben an das Projekt.privat

Neuwied. Einen jungen Menschen mit Handicap ausbilden? Da sind die Stadtwerke bzw. Servicebetriebe Neuwied (SWN/ SBN) dabei. Nicht umsonst haben die Servicebetriebe beim „Landespreis für beispielhafte Beschäftigung schwerbehinderter Menschen“ den zweiten Platz belegt. Nun geht das Team aufgrund der guten Erfahrungen noch einen Schritt weiter. Gemeinsam mit dem Berufsbildungswerk Heinrich-Haus bildet es ab August einen jungen Mann mit Behinderung zum Kaufmann für Büromanagement aus. Das Projekt „VAmB“ macht´s möglich. „Wer junge Leute mit Handicap ausbildet, wird positiv überrascht sein“, prophezeit Jürgen Brink, verantwortlicher Koordinator und Ausbilder der Initiative im Heinrich-Haus für die Kaufleute der Abteilung Wirtschaft und Verwaltung. „Er wird nicht nur einen Mitarbeiter gewinnen, der die Ausbildung ganz normal, wie die anderen Azubis auch, durchläuft.“ Darüber hinaus sei eine deutliche Verbesserung des sozialen Klimas im Unternehmen unter allen Azubis und Mitarbeitern zu verzeichnen. Dies zeige die bisherige gute Erfahrung mit „VAmB“, der bundesweit laufenden „Verzahnten Ausbildung mit Berufsbildungswer-ken“ (VAmB) seit 2009. Die Idee hinter VAmB: Um den Unternehmen Schwellenängste zu nehmen, bieten die Ausbildungsexperten des Berufsbildungswerkes (BBW) wie Jürgen Brink ihre intensive Begleitung während der gesamten Kooperationszeit an. Fragen, die sich Unternehmen immer wieder stellen: Ist Beratungsbedarf auch in schwierigen Situationen da? Sind wegen der Behinderung noch Hilfsmittel nötig, etwa eine Rampe zum Arbeitsplatz? Benötigt der Azubi ein unterstützendes Computerprogramm? Hier muss sich das Unternehmen nicht den Kopf zerbrechen, das BBW wird mit seinen vielfältigen Erfahrungen in der Ausbildung von jungen Menschen mit Behinderung aktiv. Zudem entstehen dem ausbildenden Unternehmen keine zusätzlichen Kosten. „Wir sehen uns mit der Region verbunden, möchten daher die hiesigen Institutionen gern unterstützen“, begründen Dirk Reuschenbach, SWN-Bereichsleiter Personal, und Ausbilderin Kerstin Balmes ihren Einstieg ins Projekt. „Wir engagieren uns in größerem Umfang, als lediglich die Pflichtarbeitsplätze zu besetzen. Momentan haben wir anstatt der vorgeschriebenen fünf Prozent, das Doppelte der Arbeitsplätze an Menschen mit Behinderung vergeben.“ Auch für den zukünftigen SWN-Azubi Maximilian Galgon (ab 1. August) hat VAmB zahlreiche Vorteile: Durch das Projekt wird er deutlich mehr praktische Erfahrungen sammeln, als es eine übliche Ausbildung im BBW bietet. Denn im Rahmen der regulären, dreijährigen Ausbildung im BBW sind mehrwöchige Praktika in regionalen Unternehmen oder den hauseigenen Betrieben vorgesehen. In den VAmB-Kooperationsbetrieben beträgt die Einsatzzeit zwischen sechs und 18 Monaten. Maximilian Galgon wird das gesamte zweite Lehrjahr bei den SWN/SBN verbringen, an jeweils drei Tagen in der Woche. „Schulisch muss er genau die gleichen Anforderungen und Leistungen bringen wie die restlichen Azubis der Stadtwerke“, betont Jürgen Brink. Dazu zählen Unterrichtsinhalte wie Rechnungswesen, Lager, Einkauf, Forderungsmanagement und Vertrieb. Momentan werden im BBW des Heinrich-Hauses etwa 400 junge Leute ausgebildet. Mehr als 30 Berufe können erlernt werden. „Ein guter Anteil unserer Azubis können trotz ihres Handicaps in der freien Wirtschaft mit dem VAmB-Programm praktisch ausgebildet werden“, sagt Jürgen Brink. Aufgrund dieser Ausbildung haben sie auch nach dem Abschluss bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt: „Für mich heißt die Abkürzung VamB übersetzt Vertrauen in die Ausbildung von Menschen mit Behinderung.“

Verantwortliche der Stadtwerke und des Heinrich-Hauses glauben an das Projekt.Foto: privat

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