Allgemeine Berichte | 08.10.2026, 11:56 Uhr

Zoo Neuwied

Kleiner Kauz, große Mission

Der Zoo Neuwied unterstützt das Wiederansiedlungsprojekt für Steinkäuze der Jägerschaft Aurich e.V.
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Neuwieder Steinkauz zieht nach Ostfriesland

Neuwied. Ein kleiner Vogel mit einer großen Aufgabe: Anfang der Woche hat ein im Zoo Neuwied geschlüpftes Steinkauzweibchen den Zoo verlassen.

Sein neues Ziel liegt in Ostfriesland. Dort soll es Teil eines erfolgreichen Wiederansiedlungsprojekts werden und langfristig dazu beitragen, dass der Steinkauz wieder dauerhaft in der Region heimisch wird.

Für den Zoo Neuwied ist der Weggang eines Tieres ein Zeichen des Erfolges. „Hier beginnt für uns als Zoo Artenschutz: Wir können durch die Zucht außerhalb des natürlichen Lebensraums – also ex situ – dazu beitragen, bedrohte oder regional verschwundene Tierarten zu unterstützen.

Im Idealfall kommen diese Tiere anschließend im Rahmen von Wiederansiedlungsprojekten zurück in ihren natürlichen Lebensraum, also in situ, und helfen dort beim Aufbau einer stabilen und sich selbst erhaltenden Population“, erklärt Kurator David Otte. Genau diese Verbindung von ex situ-Zucht und in situ-Artenschutz unterstützt der Zoo Neuwied mit der Beteiligung am Steinkauzprojekt der Jägerschaft Aurich e.V.

Der Zoo Neuwied unterstütz bereits seit vier Jahren das Wiederansiedlungsprojekt und das junge Steinkauzweibchen ist bereits der neunte Steinkauz den der Zoo Neuwied nach Aurich schickt.

Ein Comeback für Ostfriesland

Zwar gilt die kleine Eule auf globaler Ebene als „nicht gefährdet“, doch in Mitteleuropa sind ihre Bestände vielerorts deutlich zurückgegangen. In einigen Regionen ist der Steinkauz sogar vollständig verschwunden. Auch in Ostfriesland war der kleine Eulenvogel über Jahrzehnte nicht mehr zu beobachten.

Inzwischen gibt es jedoch Grund zur Hoffnung. Bereits 53 Steinkäuze konnten im Rahmen des Projekts ausgewildert werden. 2024 wurden erstmals drei Wildbruten nachgewiesen. Im Jahr 2025 folgten sieben weitere Wildbruten, von denen sechs erfolgreich waren und insgesamt 16 Jungvögel hervorbrachten.

Damit kehrt der Steinkauz Schritt für Schritt in seine ehemalige Heimat zurück – und das Steinkauzweibchen aus dem Zoo Neuwied kann nun Teil dieser Erfolgsgeschichte werden.

Lebensraum für die kleine Euleart

Für eine erfolgreiche Wiederansiedlung braucht es allerdings mehr als geeignete Vögel. Die Jägerschaft Aurich schafft deshalb auch die passenden Lebensräume. In den vergangenen Jahren entstanden zahlreiche Streuobstwiesen und Blühflächen.

Die strukturreiche Landschaft bietet dem Steinkauz alles, was er braucht: alte Bäume mit geeigneten Bruthöhlen und offene Flächen, auf denen er nach Insekten, Würmern und kleinen Säugetieren jagt.

Wenn das junge Steinkauzweibchen nun den Zoo Neuwied verlässt, beginnt für sie ein neues Kapitel. Vielleicht wird es eines Tages selbst Nachwuchs großziehen und damit helfen, dass der Steinkauz in Ostfriesland wieder ganz selbstverständlich zur Landschaft gehört.

Ganz leer bleibt die Steinkauzvoliere im Zoo Neuwied jedoch nicht: Die Elterntiere bleiben hier und mit etwas Glück gibt es im kommenden Jahr erneut Nachwuchs. Wer die Eulen also einmal aus nächster Nähe erleben möchte, kann den Steinkäuzen auch weiterhin im Zoo Neuwied einen Besuch abstatten.

Pressemitteilung Zoo Neuwied gGmbH

Der Zoo Neuwied unterstütz bereits seit vier Jahren das Wiederansiedlungsprojekt.

Der Zoo Neuwied unterstütz bereits seit vier Jahren das Wiederansiedlungsprojekt. Foto: Tobias Lehmann

Der Zoo Neuwied unterstützt das Wiederansiedlungsprojekt für Steinkäuze der Jägerschaft Aurich e.V. Foto: Florian Bonenkamp

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