Allgemeine Berichte | 23.10.2026, 16:04 Uhr

Zoo Neuwied

Kuckuckskind mal anders

Das Paradieskranichküken bei den Saruskranichen.
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Saruskranich brütet Ei eines Paradieskranichs aus

Neuwied. 23. Oktober 2026 - Ein Kuckucksei kennt man: Der Kuckuck legt sein Ei in das Nest einer anderen Vogelart und überlässt dieser die Aufzucht seines Nachwuchses. Im Zoo Neuwied ist nun etwas Ähnliches gelungen – allerdings mit tatkräftiger Unterstützung der Tierpfleger. Ein Saruskranichweibchen hat ein Ei eines Paradieskranichs angenommen und erfolgreich ausgebrütet.

Im Zoo Neuwied hatten die Paradieskraniche in der Vergangenheit einige Schwierigkeiten, ihre eigenen Eier auszubrüten, dabei ist die koordinierte Nachzucht ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Art. Der Paradieskranich gilt laut der IUCN seit 1994 als gefährdet.

Wie bei Kranichen üblich, legt auch der Paradieskranich in der Regel zwei Eier, die etwa 30 bis 33 Tage bebrütet werden. Um einem möglichen weiteren Verlust von Paradieskranich-Eiern vorzubeugen, entnahmen die Tierpfleger diese aus dem Nest und überführten sie in einen Inkubator. Da eine künstliche Brut jedoch nicht die bevorzugte Lösung ist, hatte Zootierpfleger Jonas Feinkohl sich die Strategie des Kuckucks zu nutzen gemacht. Auch in anderen Zoos wurden so erfolgreich Kranicheier ausgebrütet.

Erst der Testlauf, dann das echte Ei

„Mein Kollege Jonas ist sehr geschult darin, fast auf den Tag genau sagen zu können, wann die Küken schlüpfen. Er weiß, wann die Eier gelegt worden sind und auch, wie lange die Brutzeit dauert. Um dann das Paradieskranich-Ei nicht zu gefährden, haben wir vorher die unbefruchteten Eier aus dem Nest der Saruskraniche gegen ein Gipsei ausgetauscht. Dieses hatte die gleiche Größe und Farbe wie das Paradieskranich-Ei“, erklärt Zootierpflegerin Isabell Nawara begeistert.

Zunächst wollten die Tierpfleger herausfinden, ob das Saruskranichweibchen das Ei überhaupt annehmen würde. „Sie hat sich zu unserer Freude einfach draufgesetzt und begann zu brüten.“

„Wir haben den Testlauf kurz vor dem erwarteten Schlupf durchgeführt. Weil das Weibchen das Ei so selbstverständlich angenommen hat, konnten wir noch am selben Tag das Gipsei gegen das Paradieskranich-Ei austauschen. Kurz darauf schlüpfte das Küken“, berichtet die Tierpflegerin.

Gleich doppelter Nachwuchs

Während das Paradieskranich-Küken von den Saruskranichen fürsorglich umsorgt wird, gibt es auch bei seinen Artgenossen Grund zur Freude: Das Weibchen legte ein weiteres Ei, das diesmal erfolgreich ausgebrütet und aufgezogen wurde.

Der Erfolg zeigt, wie viel Beobachtung, Erfahrung und Flexibilität zur Arbeit in einem Zoo gehören. Denn Tiere verhalten sich nicht immer so, wie man es zunächst erwarten würde. Umso wichtiger ist es, individuelle Verhaltensweisen zu verstehen und Lösungen zu finden, die dem Wohl der Tiere dienen.

Der Zoo Neuwied freut sich über den doppelten Nachwuchs und lädt seine Besucher dazu ein, die jungen Paradieskraniche zu entdecken.

Das Paradieskranichküken bei den Paradieskranichen.

Das Paradieskranichküken bei den Paradieskranichen. Foto: Franziska Waked

Das Paradieskranichküken bei den Saruskranichen. Foto: Franziska Waked

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