Manege frei fürs Sommerfest
150 Besucher feierten mit „Verein für Menschen mit Behinderung“
Neuwied. Jede Menge Gewichtheber, Jongleure, Clowns und Artisten bevölkerten die Kindertagesstätte des Heilpädagogisch-Therapeutischen Zentrum in Andernach. Der Grund: Unter dem Motto „Hereinspaziert“ hatte der Verein für Menschen mit Behinderung (VMB) zum diesjährigen Sommerfest geladen. 150 kleine und große Gäste nahmen die Gelegenheit wahr, sich in entspannter Atmosphäre bei bestem Wetter kennenzulernen und auszutauschen. Und natürlich wollten sie die eigenen artistischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Beim Seiltanzen, Dosenwerfen, Kegeln und Stelzenlaufen ging das vortrefflich. Auch Jonglierbälle konnten hergestellt und Lose sowie Popcorn gekauft werden, während Gewichtheber-Fotoecke und zwei Mitmachtheater für gute Laune sorgten. Hier wurde das Publikum aufgefordert, bei bestimmten Worten einen vorgegebenen Text mitzusprechen - klar, dass auch mal an falscher Stelle losgelegt oder der Einsatz verpasst wurde. Jedes Kind erhielt eine „Laufkarte“ zur Punktejagd, gewonnen hat am Ende jeder etwas.
„Es war ein rundum gelungener Tag“, freuten sich denn auch die Zirkusdirektorin und erste Vorsitzende des Vereins, Kristina Münstermann, und Diplom-Sozialpädagogin Sandra Schunk, die das Fest maßgeblich organisierten. Rund 30 Betreuer und Familienmitglieder haben mit angepackt, um alle Attraktionen auf die Beine stellen zu können. Eltern brachten Kuchen und Salate mit, Bratwürstchen wurden gegrillt und zum Einkaufspreis verkauft. „Uns ist es wichtig, dass alle Familien, auch die sozial Schwächeren, mit Freude am Fest teilnehmen können und nicht aufgrund des Geldes verzichten müssen“, sagt Sandra Schunk.
Am Ende gab es viele zufriedene Gesichter - und sicher auch den einen oder anderen Gast, der sich im Rahmen des Festes zum ersten Mal ein Herz gefasst hat, mit dem Verein in Kontakt zu treten. Unter die Arme greifen möchte der VMB insbesondere Familien mit Kindern, die eine Behinderung haben. Denn diese besonderen Kinder brauchen oft auch eine Extraportion Zuwendung, und das ist kräftezehrend.
Damit die Eltern die Gelegenheit erhalten, einmal durchzuschnaufen und Kraft zu tanken, während der Nachwuchs die Erfahrung machen kann, nicht allein zu sein und in seinem „Anderssein“ liebevoll angenommen und gefördert zu werden, gibt es den VMB mit Sitz in Neuwied. Er betreut rund 300 Familien im nördlichen Rheinland-Pfalz. Angeboten werden Gesprächskreise, Freizeiten, Gruppenaktivitäten und vieles mehr. In diesem Sommer wird es zwei Zeltlager, vier Freizeiten, zwei integrative Tagesfreizeiten in Kooperation mit der AWO und eine Freizeit in Kooperation mit der Familienbildungsstätte geben. Alle Plätze sind bereits vergeben. Wer sich informieren möchte über den VMB kann dies tun unter www.vmb-neuwied.de.
