Politik | 28.04.2026, 13:52 Uhr

Kritik an der Baustellenplanung

Neuwied: Parallele Großbaustellen - Ortsvorsteher und Fraktionen fordern bessere Abstimmung

Bereits im Bau: Das Brückenbauwerk im Stadtteil Block
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Neuwied. Ortsvorsteher und Bündnisfraktionen kritisieren die mangelnde Abstimmung mehrerer parallel laufender Infrastrukturmaßnahmen und fordern ein kurzfristiges Umsteuern der verantwortlichen Stellen.

Nach aktueller Planung überlagern sich in den kommenden Monaten mehrere zentrale Baumaßnahmen: die bereits bestehende Sperrung der Unterführung im Stadtteil Block, die aktuell und unabgestimmt ab Juni vorgesehene Sanierung der Brücke über die B42 zwischen Engers und Heimbach-Weis sowie umfangreiche Maßnahmen der Deutschen Bahn im Stadtgebiet.

Zusätzlich wird die Hauptstraße in Heimbach-Weis aufgrund einer maroden und teilweise undichten Gasleitung durch die Stadtwerke Neuwied erneuert. Diese Maßnahme ist aus Sicherheitsgründen zwingend erforderlich und nicht aufschiebbar.

„Das Problem ist nicht die einzelne Baustelle – das Problem ist die fehlende Abstimmung“

Die Ortsvorsteher Markus Blank, Guido Hahn und Dieter Neckenig üben deutliche Kritik vor allem an der ab Juni startenden Sanierung der Brücke über die B 42.

Besonders kritisch sehen die Fraktionen die kurzfristige Terminierung dieser seit Jahren überfälligen Brückensanierung durch den Landesbetrieb Mobilität (LBM).

„Die Entscheidung, eine derart zentrale Maßnahme ohne erkennbare Abstimmung mit der Stadt und ohne Rücksicht auf bereits laufende Bauprojekte anzusetzen, verschärft die Situation erheblich. So entsteht eine unnötige Mehrfachbelastung für die Menschen vor Ort“, sehen auch die Fraktionsvorsitzenden der Bündnis-Fraktionen Martin Hahn (CDU), Regine Wilke (Bündnis90/die Grünen), Tobias Härtling (BSW), Lars Ebert (FWG) und Dr. Dietrich Rühle (FDP) dringenden Handlungs- und Korrekturbedarf.

Betroffen sind insbesondere die Stadtteile Engers, Heimbach-Weis, Gladbach und Block, in denen sich die Auswirkungen der parallelen Maßnahmen bündeln.

Die Fraktionen sehen erhebliche Risiken für den Verkehrsfluss und den öffentlichen Personennahverkehr. Wenn zentrale Verkehrsachsen gleichzeitig eingeschränkt sind, gerät der komplette ÖPNV in den betroffenen Stadtteilen aus den Fugen, der Schülerverkehr ist nicht mehr gewährleistet und z.B. eine in Weis ansässige Spedition, aber auch die Josef-Gesellschaft stehen vor nahezu unlösbaren logistischen Problemen. Eine weitere Konsequenz: Rettungsdienste haben längere Wege und Notfallhilfe kann nicht wie sonst üblich gewährleistet werden.

Vor diesem Hintergrund formulieren Ortsvorsteher und Rats-Fraktionen eine klare Forderung: „Der Landesbetrieb Mobilität und die Deutsche Bahn müssen ihre Maßnahmen kurzfristig aufeinander abstimmen und gemeinsam mit der Stadt für eine tragfähige Lösung sorgen. So, wie es aktuell geplant ist, ist es für die betroffenen Stadtteile nicht hinnehmbar.“

Ortsvorsteher und Fraktionen erwarten, dass umgehend eine nachvollziehbare Verkehrsführung, verlässliche Lösungen für den ÖPNV sowie eine klare Information der Bevölkerung sichergestellt werden.

„Diese Situation ist vermeidbar – aber nur, wenn jetzt gehandelt wird. Es darf nicht sein, dass fehlende Abstimmung auf dem Rücken der Bürgerinnen und Bürger ausgetragen wird“, betonen die Blank, Hahn und Neckenig und bitten die Stadtspitze um „eine deutliche und klare Intervention in Richtung Landesbetrieb Mobilität des Landes Rheinland-Pfalz. Ziel muss es sein, das unkoordinierte und unabgestimmte Vorgehen an dem seit vielen Jahren sanierungsbedürftigen Brückenbauwerk so zu planen und umzusetzen, dass der absehbare Verkehrskollaps verhindert wird. Und das heißt im Klartext: Die Brückensanierung kann erst im Anschluss an die Maßnahmen der Bahn und der SWN erfolgen. Alles andere wird zu einem nicht beherrschbaren Chaos führen.“

Pressemitteilung Neuwieder Bündnis

Ab Juni dicht: Die Brücke über die B 42 zwischen Engers u. Heimbach-Weis soll nach dem Willen des LBM ab Juni mit den Zufahrten auf die Bundesstraße saniert und gesperrt werden.

Ab Juni dicht: Die Brücke über die B 42 zwischen Engers u. Heimbach-Weis soll nach dem Willen des LBM ab Juni mit den Zufahrten auf die Bundesstraße saniert und gesperrt werden. Foto: Martin Hahn

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Bereits im Bau: Das Brückenbauwerk im Stadtteil Block Foto: Martin Hahn

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