Politik | 26.05.2026

Mobilitätsprojekte in Neuwied

SPD-Fraktion vor Ort am Bahnhof Neuwied: Großprojekte dürfen die Menschen vor Ort nicht abhängen

Die SPD-Fraktion vor Ort

Neuwied. Die geplante Korridorsanierung der rechten Rheinstrecke, der Umbau des Bahnhofs Neuwied sowie die neue Stadtzufahrt verändern Neuwied in den kommenden Monaten und Jahren tiefgreifend. Vor diesem Hintergrund hat sich die SPD-Stadtratsfraktion gemeinsam mit Vertretern des SPD-Ortsvereins Neuwied-Stadtmitte und Irlich am Bahnhof Neuwied über die anstehenden Maßnahmen und deren Auswirkungen informiert.

„Wir sprechen hier über eines der größten Infrastruktur- und Mobilitätsprojekte der vergangenen Jahrzehnte in unserer Region“, erklärt der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion Sven Lefkowitz. „Die Modernisierung von Bahnhof, Gleisen, Stellwerken und Verkehrsinfrastruktur ist grundsätzlich richtig und notwendig. Gleichzeitig erwarten wir aber, dass die Menschen in Neuwied während der langen Bauphase nicht alleine gelassen werden. Gerade Berufspendler, Schülerinnen und Schüler, ältere Menschen und Familien sind auf funktionierende Mobilität angewiesen.“

Geplante Modernisierungen im Überblick

Die Deutsche Bahn plant im Rahmen der Korridorsanierung unter anderem umfangreiche Arbeiten am Bahnhof Neuwied und in Engers. Vorgesehen sind Bahnsteigerneuerungen, neue digitale Fahrgastanzeigen, die Modernisierung von Unterführungen, neue Aufzüge, Oberleitungsarbeiten, neue elektronische Stellwerke sowie Arbeiten an Brücken und Bahnübergängen. Gleichzeitig entfällt über Monate der reguläre Schienenpersonennahverkehr auf der rechten Rheinstrecke vollständig und wird durch einen umfangreichen Schienenersatzverkehr ersetzt. Grundlage der Gespräche waren die von der Deutschen Bahn veröffentlichten Unterlagen zur Korridorsanierung Rechter Rhein.

Fraktionsvorsitzender Lefkowitz verweist dabei auch auf ein Thema, das die SPD bereits im Stadtrat angesprochen hat: „Wenn wir ernsthaft über moderne Mobilität sprechen, dann gehört echte Barrierefreiheit zwingend dazu. Deshalb sehen wir kritisch, dass die Bahnsteighöhen in Neuwied und Engers weiterhin nicht auf 76 Zentimeter angepasst werden sollen. Gerade für mobilitätseingeschränkte Menschen, ältere Fahrgäste oder Familien mit Kinderwagen ist das ein entscheidender Punkt. Dass solche Anpassungen an anderen Stationen vorgesehen sind, in Neuwied und Engers aber nicht, können wir nicht nachvollziehen.“

Die SPD-Fraktion betont dabei, dass der Bahnhof Neuwied weit mehr als nur ein Bahnsteig sei. Als zentraler Verkehrsknotenpunkt müsse der Bereich künftig bestmöglich mit Busverkehr, Fahrradabstellmöglichkeiten, Parkplätzen und sicheren Wegen angebunden werden. Gerade in Zeiten großer Baustellen komme es darauf an, Mobilität für die Menschen im Alltag verlässlich zu organisieren.

Für den Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Neuwied-Stadtmitte und Irlich, Dieter Hünerfeld, wird entscheidend sein, wie die Maßnahmen im Alltag der Menschen ankommen: „Gerade in der Innenstadt und in Irlich werden die Veränderungen rund um Bahnhof, neue Stadtzufahrt und Verkehrsführung direkt spürbar sein. Viele Menschen fragen sich ganz konkret: Wie komme ich morgens zur Arbeit? Wie verlässlich sind die Ersatzbusse? Wie entwickeln sich Verkehr und Staus durch die Schließung der Unterführung La Porte? Diese Fragen müssen ernst genommen werden. Moderne Infrastruktur darf nicht nur auf dem Papier funktionieren, sondern muss sich im Alltag bewähren.“

Stadtratsmitglied Fredi Winter begleitet die Entwicklungen rund um den Bahnhof Neuwied bereits seit langer Zeit und freut sich insbesondere darüber, dass beim Thema Empfangsgebäude nun sichtbar Bewegung entsteht: „Der Bahnhof ist für viele Menschen das Eingangstor zu unserer Stadt. Deshalb ist es ein wichtiges Signal, dass hier endlich etwas Neues entsteht. Ich freue mich, dass dieses wichtige Thema nun Schritt für Schritt vorankommt und werde die weitere Entwicklung auch weiterhin engagiert begleiten.“

Die SPD-Fraktion und der Ortsverein kündigen an, die Entwicklung eng zu begleiten und dabei insbesondere die Auswirkungen auf die Bürgerinnen und Bürger im Blick zu behalten.

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Die SPD-Fraktion vor Ort Foto: Tobias Querbach

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