Inklusion im Alltag: Wie ein Aktionstag den Berufsweg veränderte
„Schichtwechsel“ als Türöffner: Sophia Kirst verstärkt Kita-Team
Neuwied. Sophia Kirst ist angekommen – in einem Berufsleben, das ihr Freude bereitet, sie fordert und das Beste aus ihr herausholt. Seit einigen Monaten arbeitet die 28-Jährige in einem „ausgelagerten Arbeitsplatz“ in der städtischen Kita Rommersdorf. In der Kita-Küche bereitet sie Snacks für die Kinder vor, backt Kuchen, richtet den Nachtisch an oder kümmert sich um das dreckige Geschirr und die Wäsche. Das Besondere dabei: Bis vor kurzem war Sophia Kirst in Montage der Mittelrhein-Logistik des Heinrich-Hauses tätig – in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM). Der Übergang aus der geschützten Atmosphäre der Werkstatt in einen regulären Arbeitsalltag stellt für viele eine große Herausforderung dar. Sophia Kirst hat diesen Schritt mit Unterstützung ihres Integrationsbegleiters des Heinrich-Hauses erfolgreich gemeistert.
Den entscheidenden Impuls gab der „Schichtwechsel“ 2025 – eine bundesweite Aktion, bei der Menschen mit und ohne Behinderung für einen Tag ihre Arbeitsplätze tauschen. Dabei lernte sie die Arbeit in der städtischen Kita Rommersdorf kennen und war begeistert. Es folgten ein Praktikum und eine längere Erprobungsphase, die schließlich in einen ausgelagerten Arbeitsplatz mündete. Ziel ist es, Sophia Kirst langfristig auf dem ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. „Der Schichtwechsel ist eine gute Gelegenheit, Barrieren abzubauen, Vorurteile zu überwinden und neue Einblicke zu gewinnen“, betont Bürgermeister Peter Jung.
Yvonne Bauer vom Hauswirtschafts-Team der Kita erlebt die Zusammenarbeit als echte Bereicherung: „Sophia arbeitet viel eigenständig. Schön und wichtig dabei ist, dass die Kinder ein selbstverständliches Miteinander im Alltag erleben und so mögliche Berührungsängste abbauen.“ „Mir gefällt alles hier. Ich bin froh, dass ich angefragt wurde und jetzt hier bin – da bin ich stolz auf mich“, sagt Sophia Kirst selbst.
Der nächste Schichtwechsel im Heinrich-Haus findet vom 21. bis 25.9. statt. E-Mail: christiane.kahlert@heinrich-haus.de.
Sophia Kirst bereitet eigenständig Snacks und Essen für die Kita-Kinder zu. Foto: Sebastian Waloszczyk
Weitere Themen
Artikel melden
Kreis Ahrweiler: Sorgen um Inklusion bei geplanten Kürzungen
- Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
- Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
Seniorenheim in Mayen: Caritas entscheidet gegen Mayener Standort
- Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
- W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
Erno Mahler erhält Walther-Lonnes-Plakette in Bad Neuenahr
- Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
Die verunglückte Fahrerin soll einen weiteren PKW überholt haben
30.04.: Tödlicher Unfall auf der B327 - Zeugen gesucht
Gödenroth. Im Zuge der Ermittlungen zum schweren Verkehrsunfall auf der B327 haben sich Hinweise auf zwei bisher unbekannte Fahrzeugführer ergeben, die wertvolle Informationen zum Unfallhergang liefern könnten.
Weiterlesen
- Anzeige -Auf Entdeckungsreise durch die Vulkanregion Laacher See
„Laachus-Botschafter“ begeistert Kinder und Jugendliche
Region. Mit dem Projekt „Laachus-Botschafter“ geht es für Kinder und Jugendliche in Kindergärten und Schulen auf eine spannende Entdeckungsreise durch die Vulkanregion Laacher See. Ziel des Bildungsangebots des Zweckverbands Vulkanregion Laacher See ist es, jungen Menschen auf spielerische, altersgerechte und interaktive Weise Wissen über die Entstehung der vulkanisch geprägten Landschaft, Umwelt- und Naturschutz sowie soziale Kompetenzen und Werte zu vermitteln.
Weiterlesen
Viertklässler der Astrid-Lindgren-Schule erleben Geschichte hautnah
Auf den Spuren der Römer
Rheinbrohl. Ein außergewöhnliches Projekt voller Entdeckungen, Abenteuer und lebendiger Geschichte liegt hinter den vierten Klassen der Astrid-Lindgren-Schule Rheinbrohl. In den vergangenen Wochen verwandelte sich der Unterricht in eine kleine Römerwelt. Im Rahmen eines umfangreichen Römerprojekts tauchten die Kinder tief in das Leben der alten Römer ein und erfuhren Geschichte nicht nur aus Büchern, sondern mit allen Sinnen.
Weiterlesen
