Motorsport-Meisterschaft Assen
Simone Busch und Frank Färber sichern sich in Assen Platz zwei und drei in der HMR-Meisterschaft
aus Koblenz
Assen. Für Simone Busch und Frank Färber vom AC Mayen wurde der Saisonabschluss im niederländischen Assen noch einmal zu einem echten Motorsport-Krimi. Wechselhaftes Wetter, Reifenpoker, Zwischenfälle und spannende Aufholjagden sorgten für ein turbulentes Rennwochenende. Am Ende gab es jedoch allen Grund zur Freude: Färber beendete die Saison auf Platz zwei, Busch auf Rang drei der Gesamtwertung der HMR-pre-90-Meisterschaft.
Bereits das erste Qualifying begann für Simone Busch denkbar unglücklich. Gleich zu Beginn gerieten zwei Formel-3-Fahrzeuge unmittelbar vor ihr aneinander. Busch musste ausweichen und beschädigte dabei ihre Fronthaube. Doch damit nicht genug: Die Haube geriet anschließend unter das Fahrzeug und machte eine Weiterfahrt zunächst unmöglich. Nur mit Unterstützung der Streckenposten schaffte es die Westerwälderin zurück ins Fahrerlager. Viel Zeit blieb ihr allerdings nicht. Aufgeben kam für Busch trotzdem nicht infrage.
„Nur mit Aussteigen und der Hilfe der Marshalls konnte ich ins Fahrerlager zurückfahren. Ich hab dort dann meine Reservehaube montiert, mich wieder anschnallen lassen und bin bei noch sechs Minuten verbleibender Trainingszeit wieder auf die Strecke gegangen.“
Was anschließend folgte, war eine beeindruckende Aufholjagd gegen die Uhr. Trotz des unglücklichen Zwischenfalls und der verlorenen Zeit kämpfte sich Busch noch einmal zurück ins Qualifying – und wurde für ihren Einsatz belohnt. Mit einer starken Schlussphase sicherte sie sich Startplatz 18 und bewies eindrucksvoll, dass sie sich auch von einem denkbar schlechten Auftakt nicht aus der Ruhe bringen lässt.
Für Frank Färber lief das erste Qualifying deutlich erfolgreicher. Der Neuwieder stellte seinen Reynard mit einer neuen Streckenrekordzeit für die Formel Ford 2000 auf die Pole Position für das erste Rennen. „Ich bin in Assen noch nicht mit einem Formel Ford gefahren. Ich habe bis zur letzten Runde gebraucht, bis alles gepasst hat. Dann allerdings richtig“, berichtete Färber.
Reifenpoker sorgt für Überraschungen
Im zweiten Qualifying änderten sich die Bedingungen. Für den Trainingsbeginn war Regen angekündigt. Beide Fahrer von Färber Motorsport entschieden sich deshalb für ein Regensetup. Insgesamt sieben der 33 Fahrzeuge gingen dagegen auf Slickreifen auf die Strecke. Die Entscheidung erwies sich allerdings als falsch. Der angekündigte Regen kam zwar, fiel jedoch nicht stark genug aus.
„Unsere Entscheidung war leider die falsche. Mitten im Training hatte ich kurz die Bestzeit, bin dann aber bis auf Platz acht zurückgefallen“, zeigte sich Färber enttäuscht. Auch Simone Busch hatte mit den wechselnden Bedingungen zu kämpfen. Nach einem Highspeed-Dreher bei rund 180 km/h ging es für sie zunächst durch die niederländische Wiese und anschließend direkt an die Box. Die Regenreifen hatten stark abgebaut, sodass Busch auf Slicks wechseln ließ.
Ihre Mechaniker Felix und Noel reagierten schnell und wechselten die Reifen. Kaum war Busch jedoch wieder auf der Strecke, setzte erneut Regen ein. Das Resultat: Startplatz 29 – eine denkbar schlechte Ausgangsposition für das Rennen.
Dramatisches erstes Rennen
Auch das erste Rennen entwickelte sich für Frank Färber zu einer turbulenten Angelegenheit. Aufgrund der unterschiedlichen Streckenbedingungen musste er auf der nassen Seite der Strecke starten, obwohl die Ideallinie links verläuft und die Pole Position rechts liegt. Beim Einbiegen in die erste Kurve kam es zur Berührung mit dem irischen Fahrer Camaron Fenton. Färber beschädigte dabei seinen linken Frontflügel.
„Das war mein Fehler“, räumte der Neuwieder anschließend selbstkritisch ein.
Trotz des beschädigten Fahrzeugs gelang ihm in der zweiten Kurve die Übernahme der Führung. Das Auto war durch den Schaden zwar deutlich schwieriger zu fahren, doch Färber hatte die Situation unter Kontrolle. Bis kurz vor dem Ziel schien der Sieg möglich. In der vorletzten Runde wurde Färber jedoch von einem Konkurrenten, der zur Überrundung anstand, übersehen und vollständig ins Gras gedrängt. Damit waren Führung und der sicher geglaubte Sieg dahin. Der betreffende Fahrer hatte die Flaggensignale falsch interpretiert und entschuldigte sich anschließend mehrfach für den Vorfall. Simone Busch zeigte derweil eine starke Aufholjagd. Von Startplatz 18 arbeitete sie sich um vier Positionen nach vorne und beendete das erste Rennen auf einem soliden 14. Gesamtrang.
Starker Saisonabschluss im Regen
Das zweite Rennen am Sonntag fand schließlich bei konstant nassen Bedingungen statt. Für die Fahrer herrschten damit erstmals am Wochenende stabile Wetterverhältnisse. Frank Färber startete von Platz acht und legte einen furiosen Beginn hin. Bereits in der ersten Runde überholte er fünf Konkurrenten und lag anschließend auf Rang drei. Allerdings hatten seine Regenreifen bereits im Qualifying stark unter der zeitweise abtrocknenden Strecke gelitten. Der Sieg war damit außer Reichweite. Nach einem Safety-Car-Restart gelang Färber jedoch noch eine spektakuläre Aktion, mit der er sich den zweiten Platz sichern konnte.
Auch Simone Busch zeigte noch einmal ihr Können. Von der schwierigen Ausgangsposition auf Platz 29 kämpfte sie sich durch das gesamte Feld und überquerte die Ziellinie schließlich auf Platz 15.
„Diesmal habe ich keinen Fehler gemacht. Rechnerisch bestand noch die Chance auf Gesamtrang drei in der Meisterschaft – und das wollte ich nicht vermurksen“, erklärte Busch nach dem Rennen.
Platz zwei und drei in der Meisterschaft
Am Ende hatte sich die Mühe gelohnt. Trotz aller Widrigkeiten und wechselnden Bedingungen in Assen sicherten sich die beiden Fahrer des AC Mayen hervorragende Ergebnisse in der Gesamtwertung. Frank Färber beendet die Saison auf dem zweiten Gesamtplatz, Simone Busch wird Dritte der HMR-pre-90-Meisterschaft.
Für Busch ging damit ein persönliches Saisonziel in Erfüllung.
„Jaaaa, es hat geklappt! Trotz aller Widrigkeiten in Assen habe ich mein Saisonziel erreicht. Danke an alle meine Unterstützer!“, freute sich die Westerwälderin nach dem erfolgreichen Saisonabschluss. Damit endet für beide Fahrer eine ereignisreiche und erfolgreiche Motorsport-Saison, die mit zwei Podestplätzen in der Meisterschaft einen starken Abschluss fand.
Pressemitteilung Automobil- Club 1927 Mayen e.V. im ADAC
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#89 Frank Färber und #80 Simone Busch auf Erfolgskurs im niederländischen Assen. Foto: D. Wildenberg