Gymnasial-Turn-Ruder-Verein Neuwied: Herbstrudern auf dem Mittelrhein
Wanderfahrt bei strahlender Herbstsonne
Neuwied. Im Jahresprogramm des Gymnasial-Turn-Ruder-Vereins Neuwied (GTRVN) durfte auch dieses Mal die traditionelle Herbstwanderfahrt durch das Mittelrheintal nicht fehlen. Begünstigt durch das lange erste Oktoberwochenende wurde die üblicherweise zweitägige Rudertour von Mainz nach Neuwied auf drei Tage und eine geänderte Streckenführung ausgedehnt. Gerudert wurden insgesamt 143 km vom Erfelder Altrhein über Eltville und Boppard nach Neuwied.
Acht Teilnehmer und zwei Boote starteten am Erfelder Altrhein, einem Altrheinarm am nördlichen Oberrhein zwischen Worms und Mainz. Das ruhige Altrheinwasser, unzählige Vogelarten und die herbstliche Morgensonne machten das Einrudern zu einem Genuss. Nach 8,5 km ging es dann auf den Hauptstrom, vorbei an Oppenheim, Nierstein und Nackenheim bis nach Mainz. Ab hier beginnt offiziell der Mittelrhein.
Um die Umgebung des Mainzer Industriehafens zu meiden, wählten die Ruderer den Hauptstrom vorbei an Wiesbaden-Biebrich mit seinem eindrucksvollen Schloss. Auch der Rheingau zeigte sich an diesem Tag von seiner angenehmsten Seite, das heißt, mit Schiebewind und wärmender Herbstsonne. Das Etappenziel Eltville war am Nachmittag erreicht. Hier wurden die Neuwieder sehr herzlich von den Mitgliedern des Eltviller Rudervereins empfangen. Ein Rundgang durch die malerische Altstadt der Rosen- und Weinstadt war obligatorisch.
Sonne satt
Auch der zweite Rudertag wartete mit Sonne satt und günstigem Schiebewind auf. Die Ruderstrecke führte weiter rheinabwärts vorbei an herbstlich bunt gefärbten Weinbergen und stattlichen Weingütern bis nach Rüdesheim. Nördlich von Bingen wird das Tal eng und die Strömung nimmt zu. Der Binger Mäuseturm versteckte sich in diesem Jahr hinter einem Baugerüst und war kaum zu erkennen. Nun ging es so schnell voran, dass man die Stromkilometer und Rheinburgen kaum zählen konnte. Nach der Mittagspause in Bacharach waren noch 27 km bis zum Etappenziel Boppard zurückzulegen. Auch hier ein freundlicher Empfang beim Ruderclub Boppard. Krönender Tagesabschluss war ein Feuerwerk, das von der gegenüberliegenden Rheinseite aus gezündet wurde.
Reger Schiffsverkehr
Der dritte und letzte Rudertag gab sich nicht ganz so wetterbegünstigt wie die beiden Vortage. Die Sonne zeigte sich nur punktuell und der Wind hatte gedreht. Reger Schiffsverkehr und unruhiges Wasser verlangten den Bootsführern einiges ab.
Der Streckenverlauf führte entlang der Bopparder Hamm, an der Marksburg vorbei, über die Lahnmündung bis nach Koblenz. Nun konnte man das Gewässer schon fast heimisch nennen, denn bis Neuwied waren nur noch 16 km zu rudern. Am frühen Nachmittag erreichten die Wanderruderer den heimischen Bootssteg am Pegelturm.
Den Abschluss jeder Ruderwanderfahrt bildet das Reinigen der Boote. Um diese eher unbeliebte Tätigkeit etwas angenehmer zu gestalten, zeigte sich zum guten Schluss noch einmal die an diesem Tag eher unterrepräsentierte Sonne. So kann man abschließend sagen, dass die 3-Tages-Wanderfahrt ebenso endete, wie sie begonnen hatte, nämlich bei strahlender Herbstsonne. Und genau so werden die Teilnehmer sie in Erinnerung behalten.
