Politik | 18.10.2017

Leserbrief

-Neue Windradpläne - Und wieder grüßt der Artenschutz!

Kreis Ahrweiler. Der Ausbau der Windkraft soll voranschreiten. Geeignete Standorte werden immer knapper - nun also ist die Eifel im Visier. Mit vollmundigen finanziellen Versprechen werden Kommunen und Grundstückeigentümer gelockt. Doch so einfach wie gedacht ist es hier in unserer Region nicht. Kempenich und Hohenleimbach sind als Standorte bereits aufgegeben, jetzt sind Reifferscheid und Bauler im Focus.

Die erstgenannten Orte kamen aus Artenschutzgründen nicht in Betracht. JaNU e.V., ein Verein von Jäger und Naturschützern weist daraufhin, dass auch in anderen Teilen des Ahrgebirges schwerwiegende artenschutzrechtliche Bedenken gegen Windkrafträder bestehen. Zunächst muss man sich vor Augen halten, dass der Umstieg auf die Windkraft aus Umweltschutzgründen erfolgt. Ob die Verheißungen, die für den Klimawandel mit dem Windrad versprochen werden, zu halten sein werden, ist bereits eine heftige diskutierte Frage. Um die Umwelt zu schützen, ist es aber völlig inakzeptabel, diese dabei zu zerstören. Genau dies aber geschieht überall da, wo Windkrafträder im Wald, in naturrechtlich besonders geschützten Gebieten und/oder unter Missachtung der Vogelschutzrichtlinien (Helgoländer Empfehlung) errichtet werden. Der Kreis Ahrweiler ist ein Naturkleinod. Denjenigen, die hier wohnen, mag der Anblick von kreisenden Milanen , streichenden Uhus und stelzenden Schwarzstörchen alltäglich erscheinen. Fakt ist jedoch, dass sich hier eine der höchsten Populationen vom Roten Milan europaweit aufhält. Um Lebensraum für Uhu und Schwarzstorch zu schaffen, haben Jäger und andere Naturschützer in den vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen. Neben den Vogelarten stellen die großen zusammenhängenden Waldflächen des Kreises Rückzugsgebiete für wild lebende Tiere wie das Rotwild dar. Diese Wildart ist störungsempfindlich. Sie ist bereits - obwohl ursprünglich ein Offenlandwesen - in die Wälder zurückgedrängt worden. Zusammenhängende Waldflächen sind auch für den Menschen von elementarer Bedeutung. Das Vogelschutzgebiet Ahrgebirge erstreckt sich auf weite Teile des Kreises. Es gibt zahlreiche seltene Vogelarten. Neben den o.g. Genannten gehören dazu z.B. der Eisvogel, Wespenbussard und Wendehals. Die geplanten Windräder Bauler und Reifferscheid stellen für alle diese Vögel eine Gefährdung dar. Dies beginnt bereits mit dem durch den Bau verursachten Störungen, Beunruhigungen bei der Einnahme von Horsten kommen dazu und schließlich kreuzen die Windräder die Flugrouten zu den Fressgebieten. Die wenigen Lücken des Kreises auf der Natura 2000-Karte halten die geschützten Vögel nicht davon ab, sich weiter auszubreiten. Gerade die Flächen in Reifferscheid sind bekannt als Kranich-Durchzugsgebiete. Den am Bau Interessierten sind die erheblichen Bedenken offenbar auch bekannt. Warum sonst wird mit aller Macht eine Informationsveranstaltung verhindert? Dabei sind die Betreiber gewarnt: Die Gerichte haben in jüngster Zeit Genehmigungen im Hinblick auf die Einflüsse auf den Roten Milan widerrufen. JaNU ruft alle Naturschützer auf, die Horste aller in der Helgoländer Richtlinie genannten Arten, namentlich des Schwarzstorches und des Roten Milans mittels GPS und Fotos zu festzuhalten. Horstbeschädigungen, wie sie leider immer wieder im Plangebiet von Windkraftanalgen zu beobachten sind, sind unverzüglich zu melden - an info@janu-ev.de. Mithilfe dieser Daten wird es gelingen, die mangelnde Naturverträglichkeit des weiteren Ausbaus der Windkraft im Kreis Ahrweiler zu belegen.

Dr. Gitta Greif-Werner

JaNU e. V.

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