Gerd Klasen (CDU) bleibt für weitere fünf Jahre Stadtbürgermeister von Polch
174 Stimmen machten den Unterschied
Der unterlegene Herausforderer Hans-Georg Ziesemer (SPD) zeigte sich nach der Stichwahl am vergangenen Sonntag als fairer Verlierer
Polch. Die richtige Spannung wollte bei der Stichwahl um das Amt des Stadtbürgermeisters von Polch am Ende dann doch nicht mehr aufkommen, obwohl die nackten Zahlen etwas anderes suggerieren. Als sechs der sieben Wahlbezirke ausgezählt und übermittelt waren und nur noch das Ergebnis der Grundschule fehlte, war klar, dass es für den Herausforderer nicht mehr reichen würde: 53,9 Prozent der Wähler hatten schließlich für Amtsinhaber Gerd Klasen (CDU) gestimmt, 46,1 Prozent für Herausforderer Hans-Georg Ziesemer (SPD) votiert.
Klasen bleibt damit für weitere fünf Jahre Stadtbürgermeister von Polch. Die Wahlbeteiligung lag bei gerade mal 41,6 Prozent. Von 5387 Wahlberechtigten hatten nur 2241 ihre Stimme abgegeben. 1195 entfielen auf Klasen, 1021 auf Ziesemer, 25 waren ungültig. Beide Kandidaten lagen damit 174 Stimmen auseinander.
„Nach der Kommunalwahl hat sich die Freie Wählergemeinschaft ja ganz früh positioniert. Ob das so in Ordnung war, sei mal dahingestellt“, erklärte der 48-jährige Klasen in einer ersten Stellungnahme. „Wir alle dürfen aber nicht gegeneinander arbeiten, sondern müssen den Spagat schaffen. Fünf Jahre politischer Stillstand können nicht im Sinn der Stadt Polch sein.“ Er hoffe, dass bereits angestoßene Projekte durch die Mehrheitsverhältnisse nicht kippen. „Die Vertrauensbasis ist nicht da, aber das müssen wir hinbekommen. Es hört sich leicht an, wird aber sehr schwierig.“
Der 75-jährige Ziesemer zeigte sich als fairer Verlierer. „Ich bin Sportler, und ein Sportler will immer gewinnen. Zum Sport gehören aber auch Unentschieden und in diesem Fall auch Niederlagen“, meinte der Sozialdemokrat. „Die Wahlbeteiligung ist natürlich absolut enttäuschend. Der Bürger hat ein direktes Zugriffsrecht und nutzt diese Gestaltungsmöglichkeiten nicht aus.“ Im Stadtrat hoffe er nun auf mehr Transparenz, seine Partei wolle sich für eine Verbesserung der Verkehrssituation und um mehr bezahlbaren Wohnraum einsetzen. Bei der Kommunalwahl am 26. Mai (damals lag die Wahlbeteiligung in Polch auch bei nur 55,5 Prozent) hatte Klasen die absolute Mehrheit mit 49,3 Prozent nur knapp verfehlt, während Ziesemer 25,8 Prozent für sich verbuchen konnte. Die Freie Wählergruppe und ihr Stadtbürgermeisterkandidat Frank Gäb (24,9 Prozent) hatten daraufhin ihre Wähler aufgefordert, bei der Stichwahl für Ziesemer zu votieren. Im Stadtrat verfügt die CDU über zehn, die SPD über sechs und die FWG über fünf Sitze. Einen Sitz beansprucht die Partei „Die Linke“, die nun zum Zünglein an der Waage werden könnte. Der wiedergewählte Stadtbürgermeister Klasen glaubt, dass es im neuen Stadtrat eine Allianz zwischen SPD und FWG geben wird. „Dann bin ich als Moderator gefragt. Wir müssen mit viel Fingerspitzengefühl an die Sache herangehen. Politische Scharmützel darf es nicht mehr geben.“
In wenigen Sekunden kann mit der Auszählung begonnen werden.
Auch Maximilian Mumm, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Maifeld (vordere Reihe, 2.v.re.) verfolgte die Stichwahl mit Spannung.
