Politik | 22.10.2019

Geplante Fällungen der Ahr-Alleen in Bad Neuenahr

770 Protestunterschriften gesammelt

BUND fordert Beachtung des vorliegenden Baumgutachtens

Reinhard van Ooyen (v. r.) Andreas Owald, 1. Beigeordneter Peter Diewald, Stephanie Kwiaton, Klaus Puchstein und Klaus Liewald bei der Übergabe der Unterschriften. Foto: privat

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Keine 99 Luftballons konnte Peter Diewald als Erster Beigeordneter der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler vom BUND entgegennehmen. Dafür allerdings gewichtige 770 Protestunterschriften von Bürgerinnen und Bürgern der Stadt und deren Besuchern – seit dem Sommer gesammelt, gegen den ursprünglich geplanten Kahlschlag von 198 Alleebäumen in der Georg-Kreuzberg-Straße und in der Lindenallee.

Andreas Owald, Stephanie Kwiaton, Klaus Puchstein und Klaus Liewald wissen nicht um die Wirkung des Ausdrucks von Bürgerwillen beim Stadtrat bzw. seinen Ausschüssen. Denn eine Sitzung des Landschaftspflegeausschusses wurde bereits einberufen. Die Beschlussfassung über die künftige Gestaltung der ahrbegleitenden Alleen in der Lindenstraße und Georg-Kreuzberg-Straße stand dabei auf der Tagesordnung.

Naturschutzfachliches Gutachten ist noch nicht da

Das von der Stadt nach den Protesten in Auftrag gegebene Baumgutachten der Firma Arbor Inform von Dr. Julia Engels liegt vor. Die Beschlussfassung des Ausschusses soll allerdings ohne Vorlage des naturschutzfachlichen Gutachtens erfolgen. Obwohl die Baumgutachterin in ihrem Gutachten schreibt: „Vorbehaltlich des naturschutzfachlichen Gutachtens.“

Können die Planer aus Berlin hellsehen, was in dem Gutachten betreffend den Artenschutz und die Verträglichkeit der Maßnahmen mit dem Flora-Fauna-Habitat-Gebiet der Ahr stehen wird? Weshalb wartet die Stadt nicht dieses Gutachten ab, das schon oder erst im November vorliegen soll? Wie schwierig wird es, eventuelle Auflagen aus den Gutachten einzuarbeiten?

Ein „halber Kahlschlag“ ist nicht ausgestanden

Im schlimmsten Fall der Varianten des Berliner Unternehmens werden über 40 Prozent der gesunden Bäume gefällt. Warum gibt es nur Variantenprüfungen für komplette Abschnitte und keine Prüfung der Ersatzpflanzungen für Bäume mit geringem Entwicklungspotenzial?

Die Baumgutachterin Engels schreibt hierzu in ihren Gutachten: „Eine Verjüngung von Allee bzw. der Ersatz von ausgefallenen Bäumen in Alleen ist jedoch in Abhängigkeit von der Baumart und den Nachbarbäumen sehr wohl möglich. Während der Geländearbeit konnten gut entwickelte Nachpflanzungen in Bestandsalleen einzelweise angetroffen werden.“

Der BUND fragt nach und fordert auf

Warum steht das Baumgutachten nicht im Internet der Stadtverwaltung allen Bürgern zur Verfügung? Ein Hinweis dazu: Auf Antrag ist es bei der Geschäftsführung der Landesgartenschau im Rathaus einsehbar.

Bei der Neuplanung der Georg-Kreuzberg-Straße gibt es zwar eine Reduktion der Stellplätze im verkehrsberuhigten Bereich. Fehlt der Mut hier auf „Null“ (Behindertenplätze ausgenommen) zu gehen? Damit würde der Parkplatzsuchverkehr in diesem sensiblen Bereich einer Promenade endlich aufhören. Wie sieht die Mehrheit der Bürger die Verkehrspolitik der Zukunft für die Stadt?

„Wenn Ihr Interesse geweckt ist, informieren Sie sich“, ermutigt Reinhard van Ooyen als Vorsitzender der BUND-Kreisgruppe seine Mitbürger.

Die Bewertung des umfangreichen Gutachtens ergibt, dass aufgrund des Pflegezustands der Bäume und aus baumfachlicher Sicht keine Bäume gefällt werden müssen. Im Gegenteil: Die Schwarznüsse in der Lindenallee werden aus baumfachlicher Sicht als besonders wertvolle Bäume angesehen und Ergänzungspflanzungen in der bestehenden Allee angeregt.

„Gerade eine solche beispielhafte Maßnahme würde sich dazu eignen, die Landesgartenschau 2022 in Bad Neuenahr-Ahrweiler als vorbildhaft herauszustellen“, betont van Ooyen.

Pressemitteilung der

BUND-Kreisgruppe Ahrweiler

Reinhard van Ooyen (v. r.) Andreas Owald, 1. Beigeordneter Peter Diewald, Stephanie Kwiaton, Klaus Puchstein und Klaus Liewald bei der Übergabe der Unterschriften. Foto: privat

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