Neues Logistikzentrum mit Wertstoffhof auf dem Gelände der Deponie Eiterköpfe an der L117 eingeweiht
Abfallzweckverband ist mit Millionen- Investition zukunftsfähig aufgestellt
Kreis Mayen-Koblenz. Nach rund 15-monatiger Bauzeit (der erste Spatenstich erfolgte im April 2015) wurde nun das neue Logistikzentrum des Abfallzweckverbandes Rhein-Mosel-Eifel auf dem Gelände der Deponie Eiterköpfe an der L117 zwischen Ochtendung und Plaidt feierlich seiner Zweckbestimmung übergeben. Groß war die Anzahl der geladenen Gäste, die Landrat Dr. Alexander Saftig zum Festakt begrüßen konnte, dem sich ein „Tag der offenen Tür“ für die interessierte Bevölkerung anschloss. Nicht nur die Repräsentanten der drei Mitgliedskörperschaften des Abfallzweckverbandes (AZV) waren zugegen, sondern auch die Ochtendunger Ortsbürgermeisterin Rita Hirsch, der Maifelder VG-Bürgermeister Maximilian Mumm sowie Vertreter der Aufsichtsbehörden und beteiligten Firmen. Der Landrat betonte, dass es für die Baumaßnahmen im Wesentlichen zwei Gründe gab: Das neue Abfallwirtschaftssystem und die Kommunalisierung der Abfallwirtschaft des Landkreises Mayen-Koblenz. Beides habe den Bau eines neuen Logistikzentrums durch den AZV sowie die Realisierung eines neuen Wertstoffhofes durch den Landkreis Mayen-Koblenz erforderlich gemacht.
Die Deponie „Eiterköpfe“
Burkhard Nauroth, Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Mayen-Koblenz, gab den Anwesenden in seiner Funktion als Verbandsvorsteher des Abfallzweckverbandes einen kurzen historischen Abriss. Im Jahr 1986 wurde durch die Landkreise Mayen-Koblenz, Cochem-Zell und die Stadt Koblenz der Deponiezweckverband Eiterköpfe gegründet. Die Aufgabe war zunächst, Abfälle zu deponieren. Es entstand eine der modernsten Deponien in Europa. Später kam die Rest- und Sperrmüllentsorgung der drei Gebietskörperschaften dazu. Die Abfallablagerungsverordnung brachte 2005 das Ende der Deponierung unvorbehandelter Siedlungsabfälle. Seitdem war es Teil der Aufgabe des Zweckverbandes, die Restabfälle auf der Deponie umzuschlagen und an Müllverbrennungsanlagen oder mechanisch-biologische Aufbereitungsanlagen abzusteuern und nur noch Aufbereitungsrückstände zu deponieren. Ein Schwerpunkt der Arbeit lag anschließend in der Akquise bestimmter Materialien, wie zum Beispiel Böden und Bauschutt, um die Deponie zu verfüllen. Den ausreichend vorhandenen Platz möchten die Verantwortlichen in den kommenden Jahren weiter unternehmerisch zum Vorteil für unsere Bürgerinnen und Bürger nutzen.
„Doch sollte es das gewesen sein? Nein! Die drei Gebietskörperschaften waren fest entschlossen, den Verband zukunftsfähig aufzustellen. Im April 2014 beschlossen die Kreistage von Cochem-Zell und Mayen-Koblenz und auch der Koblenzer Stadtrat weitere Aufgaben auf den DZV zu übertragen“, so Nauroth. Nach außen sei mit der Umbenennung zum „Abfallzweckverband Rhein-Mosel-Eifel“ ein klares Zeichen gesetzt worden. Seit Januar 2014 werden auf der Deponie die Bioabfälle aus Cochem-Zell verwertet, seit Januar dieses Jahres sogar die Bioabfälle aus allen drei Kommunen. Gleichzeitig, also seit nunmehr gut fünf Monaten, hat der AZV mit der Umsetzung des neuen Abfallwirtschaftssystems in Mayen-Koblenz das Sammeln, den Transport und die Verwertung nahezu aller kommunalen Abfälle aus MYK übernommen. Wie Burkhard Nauroth erläuterte, kümmert sich der AZV um die Abfälle von rund 380.000 Menschen. Im Bereich der Logistik sei er damit einer der größten Entsorgungsbetriebe in Rheinland-Pfalz. Der AZV alleine habe rund zwölf Millionen Euro in die Baumaßnahme investiert. Hinzu kommen circa fünf Millionen Euro für 22 neue Müllfahrzeuge. Die Anzahl der Mitarbeiter werde von ursprünglich 21 auf über 100 gesteigert.
„Der Wertstoffhof ist ein Allrounder“
Bezugnehmend auf den Wertstoffhof stellte Nauroth fest, dass dieser mit durchschnittlich 172 Anlieferungen je Arbeitstag von Anfang an sehr gut angenommen werde. An Spitzentagen zähle man bis zu 360 Bürger, Tendenz steigend. „Der Wertstoffhof ist ein Allrounder - und unlängst sagte jemand: bis auf Sprengstoff und Schwiegermütter kann man hier fast alles abgeben“, berichtete Nauroth mit einem Augenzwinkern. Anhand von einigen Beispielen verdeutlichte der Erste Kreisbeigeordnete, dass die Wertschöpfung in der Region bleibe. So würden die Bioabfälle nach dem Sieben je nach Stärke in eine Biogasanlage in Mayen-Kürrenberg bzw. in ein Kompostwerk in Neuwied transportiert. Auch das Papier gehe kurze Wege. Das in Mayen-Koblenz gesammelte Papier sowie die Pappen und Kartonagen werden zu einem Unternehmen nach Mayen gebracht, welches damit den Rohstoffbedarf an Altpapier für die Firma Weig-Karton sichere. „An diesen Beispielen wird auch deutlich, wie wichtig es ist, seine Abfälle richtig zu trennen, denn nur saubere Bioabfälle und sauberes Papier können wiederverwertet werden“, so Nauroth.
Frank Diederichs, seines Zeichens Geschäftsführer des AZV, gab den Anwesenden anschließend umfangreiche Informationen über die eigentliche Baumaßnahme, wobei er den ausführenden Firmen, die zu einem Großteil aus der Region kamen, ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit dankte. Die kalkulierten Gesamt-Investitionskosten bei den Baumaßnahmen konnten laut Angabe von Diederichs aufgrund wirtschaftlicher Vergaben und optimaler Zuarbeit durch den AZV um mehr als eine Million Euro unterschritten werden.
„Tag der offenen Tür“ wurde rege genutzt
Seinen Ausführungen schloss sich die Einsegnung durch Pfarrer Jörg Schuh an. Nicht nur die geladenen Gäste, sondern auch die interessierte Bevölkerung, die am Nachmittag sehr zahlreich die Gelegenheit zum Besuch nutzte, machte sich ein Bild von den neu errichteten Gebäuden und Anlagen. Auf großes Interesse stießen nicht nur die Informationsstände von der Kreislaufwirtschaft Mayen-Koblenz, der Integrierten Umweltberatung und der „Stiftung für Natur und Umwelt“, wo Mitarbeiter der Kreisverwaltung Auskünfte über Abfall und umweltrelevante Themen erteilten. Insbesondere die Führungen über das Deponiegelände und die Vorführungen, wie ein Müllfahrzeug funktioniert, erfreuten sich insbesondere bei den jungen Besuchern großer Nachfrage.
Ein sehr gelungener „Erlebnistag“ rund um das Thema Müll, mit welchem man im Alltag nahezu täglich in Berührung kommt. GH
Das Verwaltungsgebäude des Abfallzweckverbandes: Die Geschäftsstelle ist kürzlich von der Koblenzer Rizzastraße in das neu errichtete Verwaltungsgebäude auf dem Deponiegelände umgezogen.
Die Müllfahrzeuge des Abfallzweckverbandes konnten besichtigt werden.
Ulrich Krath, Geschäftsführer für das Geschäftsfeld Abfall und Energie bei Björnsen Beratende Ingenieure (v.l.); Dr. Ulrich Kleemann, Präsident der SGD Nord; Frank Diederichs, Geschäftsführer des Abfallzweckverbandes Rhein-Mosel-Eifel; Burkhard Nauroth, Verbandsvorsteher des Abfallzweckverbandes Rhein-Mosel-Eifel, und Landrat Dr. Alexander Saftig. Fotos: GH
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