Leserbrief von Dr. Axel Ritter
Abriss der Nepumuk-Brücke in Rech kann verhindert werden
An dieser Brücke wird vieles deutlich: etwa, dass es offenbar kein effektives und nachhaltiges Gesamt-Flut-/Hochwasserpräventions-Konzept für das Ahrtal gibt, das auch auf zukünftige Jahrhundertfluten und andere Extrem-Hochwasserereignisse eingeht, dass man/frau daher weiter mit großen und sehr großen Fluten/Hochwassern rechnet, deshalb vermeintlich kritische Bauwerke und anderes im Bereich der Ahr und deren Nebenbächen entfernt werden.
Auch, dass Vorschläge aus der Bevölkerung nicht neutral betrachtet und öffentlich zur Diskussion gestellt werden. Offensichtlich gute Vorschläge im Zusammenhang mit einem effektiven und nachhaltigen Fluten-/Hochwasserschutz wurden und werden weitgehend ignoriert. Informationsveranstaltungen entlang der Ahr sollen den Bürgern und Bürgerinnen immer wieder deutlich machen, dass es keinen wirksamen Schutz vor sehr großen Fluten/Hochwassern gibt. „Die Jahrhundertfluten bekommt man nicht in den Griff“, so die Aussage eines Experten bei der SGD Nord, der auch die Entscheidungsträger*innen berät.
In diesem Zusammenhang wurde und wird auch mein „Niedrigwasser-Konzept für das Ahrtal“ von 2021/22 weitgehend ignoriert.
Dieses Konzept sieht vor, dass die Ahr und deren Nebenbäche zu keiner Zeit so stark anschwellen können, dass diese zu einer Gefahr für Menschen, Bauwerke und anderes werden könnten. Dazu sollen u.a. eine Vielzahl an passiven und aktiven, permanenten und temporären Wassersammelvolumina genutzt werden. Eine Kernidee dabei ist, dass z.B. anfallendes Wasser z.B. mittels Pumpen verlagert werden kann, dieses zur Generierung von elektrischem Strom und zur Abmilderung der zukünftig häufiger auftretenden Dürren genutzt werden könnte.
Das inzwischen preisgekrönte Konzept wurde von mir u.a. an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, an die SGD Nord, und an über 20 Entscheidungsträger*innen, wie dem Bürgermeister von Rech, dem VG-Bürgermeister von Altenahr, der Unteren Denkmalschutzbehörde des Kreises Ahrweiler, der Landrätin des Kreises Ahrweiler sowie weiteren Bürgermeistern, übergeben. In der Summe gab es so gut wie keine Reaktionen dazu. – Vom Bürgermeister von Rech und von anderen erhielt ich noch nicht Mal eine Eingangsbestätigung.
Durch Anwendung dieses Konzept, könnten diese Bücke und auch andere Bauwerke im Ahrtal erhalten werden, könnte dadurch, anders als es die Deutsche Stiftung Denkmalschutz vorschlägt, diese Brücke nicht nur als Ruine erhalten bleiben, sondern auch zur Gänze wiederhergestellt werden, was wiederum den Vorteil hätte, dass diese wieder befahren werden könnte.
Wird diese Brücke abgerissen, werden weitere nicht notwendige Abrisse von Bauwerken und anderem folgen, mit fatalen Folgen für das gesamte Ahrtal.
Zeigen wir, dass wir aus dieser Jahrhundertflut vom Sommer 2021 gelernt haben, wir imstande sind, innovative Lösungen zu entwickeln und diese auch, zum Nutzen aller der hier lebenden, und auch von anderen, anwenden können, um uns zu schützen, zeitgleich unsere Vergangenheit zu bewahren und uns eine gemeinsame Zukunft zu ermöglichen.
Das Niedrigwasser-Konzept von Dr. Ing. Axel Ritter ist u.a. auf seinen Webseiten veröffentlicht und damit allgemein zugänglich.
Dr. Ing. Axel Ritter,
Bad Neuenahr-Ahrweiler
