Leserbrief zum Bauprojekt St.Piusstraße
Abschied vom Blick ins Grüne
Wenn das so sein sollte, dass viele der neuen Mieter keinen Tiefgaragenplatz mieten können, frage ich mich, wo sie dann ihre Autos abstellen werden. Wahrscheinlich auf dem Lehrerparkplatz oder auf der Straße. Der Parkplatz wurde um einen Schotterplatz erweitert, weil durch die neuen Bushaltestellen Parkplätze weggefallen sind. Seit Mittwoch vor Christi Himmelfahrt ist das Baugelände durch Bauzäune abgetrennt. Der Schotterplatz gehört auch dazu. Zur Zeit gibt es noch eine kleine Öffnung, damit der Platz noch genutzt werden kann. Wie lange noch? Und dann? Ich habe mir vor einiger Zeit an einem beliebigen Werktag die Mühe gemacht und von 15.45-16.20 Uhr die Busse gezählt, die das Schulzentrum angefahren haben. Es waren 27!!!! ohne die kleineren Sprinter, die ebenfalls für Schulfahrten eingesetzt werden. Das geschieht mehrmals am Tag. Das Bauprojekt soll ja für Menschen mit niedrigem Einkommen sein. Viele von ihnen arbeiten bestimmt auch im Schichtdienst. Diese werden begeistert sein. Vorne fließt der Verkehr oder steht und hinten ist der Schulhof mit seinen Pausen, die den Kindern ja auch zustehen und die sie brauchen. Es ist nicht so, weil die Schülerzahlen nicht mehr so hoch sind, dass die Klassenräume zur Piusstraße leer stehen. Es wird ein schöner Anblick, wenn die Schüler und die Mieter sich gegenseitig in die Fenster schauen. Die Klassenräume werden durch die Höhe und Nähe der neuen Gebäude auch weniger Tageslicht haben. Das zählt alles nicht. Hauptsache, es können sich einige Herren im Rathaus profilieren, von denen mir ein zuständiger vor einiger Zeit, als das Bauprojekt bekannt wurde, gesagt hat: „Von dem Anblick ins Grüne müssen Sie sich verabschieden.“ Das ist ja jetzt schon passiert, nachdem im Februar alle Bäume und Sträucher abgeholzt wurden und nur noch alles braun ist.
Bernadette Troska, Bachem
