Ein Schildbürgerstreich besonderer Güte?
Abschließbare Pfosten sorgen für Unmut!
OB-Kandidaten David Langner machte sich ein Bild von der Situation
Koblenz. Ein Schildbürgerstreich besonderer Güte präsentiert sich seit geraumer Zeit in den Straßen „Am Leymberg“ und „Im Litzerling“ auf der Karthause. Die meisten Bewohner haben dort vor rund 30 Jahren ihr schmuckes Häuschen in diesen beiden Straßen gebaut. Die Wege zu den Häusern wurden damals als Fußwege angelegt und den Bewohnern war von Anfang klar, dass diese grundsätzlich nicht befahrbar sind. Nach über 25 Jahren wurden nun die vorhandenen Pfosten durch neue ersetzt. Darunter auch abschließbare Pfosten.
In einem Brief der Anwohner heißt es: „Nach einem weitgehend barrierefreien Wohngebiet wurde es ein eingeschlossenes Ghetto.“
Zu einem offenen Gespräch über die Situation luden die Bewohner jetzt den OB-Kandidaten David Langner zu einer Begehung der entsprechenden Straßen ein.
Das Problem, mit dem die Anwohner seit geraumer Zeit konfrontiert werden, sind vor allem die abschließbaren Pfosten. Zu diesen existiert jeweils ein Schlüssel, der bei der Stadtverwaltung hinterlegt ist und dort - je nach Bedarf - angefordert werden muss. Größere Einkäufe sind nur noch mit der Sack- bzw. Schubkarre vor das Haus zu bringen, spontane Einkäufe großer Gegenstände sind nicht mehr möglich.
Wer also einen größeren Einkauf (z.B. Waschmaschine) transportieren will, der muss erst einmal bei der Stadt den Schlüssel bestellen. Dafür werden dann laut Anwohner 17,50 Euro in Rechnung gestellt.
Problematisch wird es für die Anwohner in Notsituationen, wenn der Schlüssel nicht rechtzeitig vor Ort ist und eine lebensrettende Maßnahme in einem der Häuser durchgeführt werden muss.
Auch junge Familien mit Kindern sind von diesem Problem betroffen, wenn beispielsweise eine Mutter ihren Einkauf von der Straße in ihr Haus bringen will und ihr kleines Kind unbeaufsichtigt für diesen Moment im Auto oder Haus zurücklassen muss.
Wenn in der heutigen Zeit von Barrierefreiheit gesprochen wird, darf es solche Situationen nicht mehr geben. Dann muss eine Lösung gefunden werden, die alle betreffenden Parteien zufriedenstellt, sind die betroffenen Anwohner der Meinung. In einem Schreiben an die Stadtverwaltung haben sie deshalb einige Vorschläge zusammengefasst: „1. die Stadt stellt Verkehrszeichen auf, die die Wege als Fußwegekennzeichnen, 2. sie räumt den Anwohner ein Sondernutzungsrecht ein und fordert keine einzelnen Anträge, 3. falls die Stadt befürchtet, dass eine Nutzung durch „Fremde“ im Raum steht, können die Anwohner auch mit der Regelung zurechtkommen, dass weiterhin Pfosten installiert bleiben, 4. in diesen Fällen müssen die Anwohner einen Schlüssel haben, um die Pfosten aufzuschließen, 5. vor allem muss sichergestellt werden, dass Rettungsdienste, abweichend von der aktuellen Situation, die Anwohner an den Häusern erreichen können“. Zitatende.
Ein Zustand, der so nicht bleiben sollte, das sah auch David Langner so und stellte Handlungsbedarf fest. In einem Gespräch mit der zuständigen Stelle bei der Stadt will er versuchen, die Problematik zu erörtern, und Bewegung in die Sache zu bringen.
Wollen die Anwohner ihre Häuser bei begründetem Bedarf mit dem Auto anfahren, müssen sie erst den Schlüssel für die neu installierten, abschließbaren Pfosten bei der Stadt anfordern.
