Politik | 23.01.2019

Gemeinde Swisttal gibt Stellungnahme ab

Abstände zum Quarzkiesabbau sollen noch einmal überprüft werden

Teilplan Nichtenergetische Rohstoffe des Regionalplans Köln wird derzeit überarbeitet - Ausschüsse gaben ihre Zustimmung

Swisttal. Eine umfassende Stellungnahme gibt die Gemeinde Swisttal zur derzeit laufenden Überarbeitung des Regionalplanes Köln ab. Dabei geht es unter anderem um die „Nichtenergetischen Rohstoffe (Lockergesteine)“. Bei Letzteren handelt es sich unter anderem um Quarzkies, der auch in der Gemeinde Swisttal an mehreren Standorten abgebaut wird. Für den Abbau von Lockergestein gibt es einen gesonderten Teilplan, der ebenfalls derzeit überarbeitet wird und zu dem sich die Gemeinde im Rahmen der frühzeitigen Unterrichtung nun äußert. In einer gemeinsamen Sitzung befürworteten der Planungs- und Verkehrsausschuss sowie der Umweltschutz-, Wirtschaftsförderungs- und Energieausschuss die Stellungnahme mit einigen kleineren Änderungen. Inhaltlich geht es bei der Überarbeitung des Teilplanes um die Ausweisung von Vorranggebieten für den Abbau von Rohstoffen wie dem Quarzkies, der beispielsweise in Straßfeld und bei Buschhoven abgebaut wird. Die Gemeinde möchte die Abgrabungen innerhalb des Gemeindegebietes räumlich steuern, weshalb der Gemeinderat bereits 2015 das Aufstellen eines Sachlichen Teilflächennutzungsplans zur Darstellung von Konzentrationszonen für solche Abgrabungen im Gemeindegebiet beschlossen hatte. Diesen wolle man nun auf Basis der neu von der Bezirksregierung vorgebrachten Bewertungskriterien und Tabuzonen fortsetzen.

Keine grundsätzlichen Einwände seitens der Gemeinde

Seitens der Gemeinde Swisttal bestünden zwar keine grundsätzlichen Einwände gegen die bislang von der Bezirksregierung unterbreiteten Vorschläge, dennoch wolle man noch einige Hinweise und Anregungen unterbreiten. So sollen vor allem die einzuhaltenden Schutzabstände noch einmal überprüft werden. Derzeit seien mindestens 300 Meter als Schutzabstand einzuhalten, doch das sei nicht immer ausreichend. Die Unternehmen hätten im Allgemeinen ein sehr hohes Interesse daran, ihre Abbautätigkeiten großräumig zu erweitern und bis unmittelbar an die Ortschaften heranzuführen, heißt es in der Stellungnahme. „Die Folge sind außerordentlich klägliche Abstände zu Wohnbebauungen und zu geschützten Freiräumen.“ Aufgrund der geschwächten Position der Kommunen sei die Einhaltung immissionsschutzrechtlicher Vorschriften teilweise nur auf dem Klageweg zu erzielen, kritisiert die Gemeinde. „Grundsätzlich müssen jedoch ausreichend breite Korridore um Siedlungsbereiche frei von Abgrabungen bleiben, um eine menschenwürdige Umwelt zu sichern.“ Diese Korridore dienten nicht nur der Sicherung von Siedlungsbereichen, sondern auch der qualitativen und quantitativen Erhaltung und Entwicklung der Freiraum- und Landschaftsstrukturen aus ökologischen, kleinklimatischen und sozialen Gründen. Eine nachhaltige Raumentwicklung, die die sozialen und wirtschaftlichen Ansprüche an den Raum mit seinen ökologischen Funktionen in Einklang bringe, sei anzustreben. Deshalb rege man an, die angesetzten immissionsschutzrechtlichen Mindestabstände von 300 Metern zu überprüfen und auf einen angemessenen Radius zu erweitern, der dem menschlichen Erholungsraum gerecht werde.

Langfristige Sicherung des Rohstoffvorkommens

Zur langfristigen Sicherung des Rohstoffvorkommens mit einem Planungshorizont von 20 bis 25 Jahren seien neben der bewährten Darstellung der Konzentrationszonen als Vorranggebiet auch andere Regelungen unterbreitet worden. So sehe der Regionalplan bei Vorliegen eines „lokalen Konsenses“, bei dem der Abgrabungswunsch von Unternehmen und Kommune gleichermaßen angeregt werde, alle sieben Jahre die Möglichkeit eines Flächentauschs vor. Hierzu könnten die Flächen eines Reservegebietes in Anspruch genommen werden. Die Flächen eines Reservegebietes sollen jedoch zugleich weiteren Neuaufschlüssen zu einem späteren Zeitpunkt dienen und ebenfalls den Status eines Vorranggebietes erhalten.

Unklar bleibe dabei nach Ansicht der Gemeindeverwaltung, wie diese Neuaufschlüsse zugunsten einer flächensparenden Gewinnung des Rohstoffvorkommens und zugunsten einer nachhaltigen Rohstoffgewinnung reguliert werden könnten. „Die drohende Folge wären vorzeitige Aufschlüsse und eine Rohstoffausbeutung, die nur in einem wirtschaftlich attraktiven Maß erfolgt, wenn ausreichend neue Reservegebiete für Neuaufschlüsse bereitstehen“, befürchtete die Gemeinde. Mit der Ausweisung von Vorranggebieten für privilegierte Nutzungen sei die Regionalplanung zugleich auch als Angebotsplanung zu verstehen. Die Gemeinde Swisttal rege daher an, den begrenzten Vorrat an Bodenschätzen und den damit verbundenen Eingriff in Natur und Landschaft bei der Festlegung von Reservegebieten abzuwägen und notwendige Regulierungen einzuführen, um den angestrebten Versorgungszeitraum von 20 bis 25 Jahren erzielen zu können.

JOST

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Andi-RLP: Hallo Herr oder Frau Bastian, Sie haben Recht, die Kommentarantwort von mir war falsch ausgedrückt. Das Wort "vertrauensvoll" steht natürlich im Bericht. Jedoch habe nicht ich den vertrauensvollen Abstimmungsprozess...
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Elke Zeise: Nur Schade das man als Nachbarin keine Information bekommt ob der Täter noch in U Haft ist oder wieder auf freiem Fuß ist. Habe Angst die Wohnung zu verlassen
Anzeige Sonderpreis wie vereinbart
Ausverkauf
Maibaumstellen in Heimersheim
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
Gesundheit im Blick
Gesundheit im Blick // Anzeige Kinder
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Gesundheit im Blick
Empfohlene Artikel
19

„Saubere Flüsse bieten Schutz vor Hochwasser“ lautete die Überschrift eines Berichts in der Ausgabe 14/2026 des BLICK aktuell. Darin hieß es u.a.: „Während die Verbandsgemeinde Bad Breisig die öffentlich-rechtliche Verpflichtung zur Gewässerunterhaltung wahrnimmt, obliegt den Grundstückeigentümern die zivilrechtliche Verkehrssicherungspflicht für Uferbereiche und Bewuchs.“

Weiterlesen

Der marode Zustand der L 83 ist in Kempenich Dauerthema.  Foto: Jochen Seifert
360

Der Artikel zeigt deutlich das Dilemma mit der Sanierung von Landes- und Kreisstraßen im Kreis Ahrweiler. Dem LBM ist der Zustand der L 83 von der K 18 bis nach Kempenich bekannt – das freut mich. Offensichtlich nicht bekannt ist der miserable und verkehrsgefährdende tatsächliche Zustand, denn dann hätte man die Straßen längst saniert. Der benannte Abschnitt der L 83 stand schon im Investitionsplan Landesstraßen der Landesregierung von 2019 – 2023 mit insgesamt 1,934 Millionen Euro.

Weiterlesen

Die CDU Rheinbreitbach freut sich auf viele Gäste beim Burgfest am 26. April.  Foto: Heinz-Werner Lamberz
36

Rheinbreitbach. Der CDU-Ortsverband Rheinbreitbach lädt ein zum Burgfest am Sonntag, 26.04.2026 ab 15:00 Uhr in und um die Obere Burg, Schulstraße 7a in Rheinbreitbach. Angeboten werden leckere, von Mitgliedern gebackene Kuchen, selbstverständlich auch Kaffee, Tee sowie andere alkoholische und alkoholfreie Getränke. Natürlich besteht Gelegenheit zu Gesprächen untereinander sowie mit Abgeordneten und Kommunalpolitikern.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Nadine Kreuser.  Foto: privat
12

In Ahrweiler gehört es fest dazu: das Maibaumstellen. Gemeinsam werden die großen geschmückten Bäume aufgerichtet – mit viel Vorbereitung, Muskelkraft und Gemeinschaftssinn. Gleichzeitig sieht man in diesen Tagen vor vielen Häusern kleinere Maibäume stehen. Sie werden meist ganz persönlich aufgestellt: als Zeichen der Zuneigung, der Verbundenheit oder einfach, um einem Menschen zu zeigen: Ich denke an dich.

Weiterlesen

Symbolbild.
28

Pkw touchiert Kind an einer Bushaltestelle

21.04.:Kind bei Unfall in Marienfels verletzt

Marienfels. Am Dienstag, dem 21. April 2026, kam es gegen 16:30 Uhr in der Römerstraße in Marienfels zu einem Verkehrsunfall an einer Bushaltestelle. Ein Kind wurde von einem vorbeifahrenden PKW leicht touchiert und erlitt dabei leichte Verletzungen.

Weiterlesen

Imageanzeige
Dauerauftrag 2025
Hausmeister, bis auf Widerruf
Dauerauftrag 2026
Maifest in Gönnersdorf
Titel-Eckfeld - Bestellung Nr. 4300003863
Handwerker im Außendienst
Industriemechaniker
Gesundheit im Blick Lahnstein
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Titelanzeige
Biker Segnung
Innovatives rund um Andernach
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
100 Jahre Eifelverein Dernau