Gute Nachricht für die Rheinbacher Bürger
Abwassergebühren sinken ebenso wie Kosten für den Winterdienst
Rheinbach. Gute Nachricht für die Rheinbacher Bürger: Die Abwassergebühren sinken im kommenden Jahr. Einstimmig beschloss der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung die Senkung der Schmutzwassergebühr von 3,33 auf 3,18 Euro pro Kubikmeter und die Verringerung der Oberflächenwassergebühr von 1,61 auf 1,57 Euro pro Quadratmeter gewichteter Grundstücksfläche. Ein typischer Vier-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Schmutzwasseranfall von 50 Kubikmetern pro Person und einem 120 Quadratmeter großen Grundstück muss im kommenden Jahr etwa 824 Euro und damit 36 Euro weniger als im Vorjahr berappen. Damit liegt Rheinbach noch merklich unter dem Durchschnittswert für den Rhein-Sieg-Kreis (912 Euro).
Allerdings waren im vergangenen Jahr die Kanalbenutzungsgebühren deutlich erhöht worden infolge der notwendigen Aktualisierung des Abwasserbeseitigungskonzepts, weil die Bezirksregierung eine erhebliche Beschleunigung der Sanierungsmaßnahmen in Rheinbach gefordert hatte.
In diesem Jahr war es jedoch ausnahmsweise günstiger geworden, weil unter anderem die Umlage an den Erftverband für den Betrieb der Kläranlagen um 200.000 Euro reduziert werden konnte und außerdem eine erhöhte Rückgabe von Überschüssen aus Vorjahren (202.000 Euro) verzeichnet werden konnte.
Beschlossen wurde gegen die Stimmen der SPD das Abwasserbeseitigungskonzept der Stadt Rheinbach für die Jahre 2017 bis 2022. Schwerpunkt der Maßnahmen werde in den kommenden Jahren die Kanalsanierung sein, so Fachbereichsleiterin Margit Thünker-Jansen. Hier bestehe erheblicher Nachholbedarf. Da die Verantwortlichen aber zeitlich etwas in Verzug seien, werde die bisher praktizierte Sanierungsstrategie aufgegeben, die Grundstücksanschlussleitungen in die Sanierung mit einzubeziehen. „Es ist zukünftig geplant, die Kanalschäden der Hauptkanäle überwiegend durch Reparatur- oder Renovationsverfahren zu sanieren. Eine Sanierung der Hausanschlussleitungen würde dann nur bei Bedarf erfolgen, wenn Erkenntnisse über Schäden an diesen Leitungen vorliegen.“
Für die anstehenden Maßnahmen werden in den nächsten fünf Jahren insgesamt etwa 15,5 Millionen Euro veranschlagt. Deshalb sei es erforderlich, für die nächsten fünf Jahre eine deutliche Budgetsteigerung im Abwasserwerk von derzeit etwa 1,7 auf drei Millionen Euro zu genehmigen. Das werde sich merklich auf die Kanalbenutzungsgebühren auswirken, sagte die Fachbereichsleiterin voraus. Zudem sei eine weitere Stelle im Sachgebiet Tiefbau/Infrastruktur eingerichtet worden, um diese Aufgabe auch personell bewerkstelligen zu können.
Deutlich günstiger wird im kommenden Jahr hingegen der Winterdienst auf den Rheinbacher Straßen. Hier reduziert sich der Gebührensatz, der im Vorjahr noch 1,18 Euro betrug, deutlich um 0,38 auf 0,8 Euro je Frontmeter. Grund dafür ist der relativ schneearme Winter des vergangenen Jahres, weshalb seltener Schnee geräumt und Salz gestreut werden musste als im Vorjahr. Dafür wurde die Straßenreinigungsgebühr für den Kehrdienst um einen Cent auf genau einen Euro angehoben.
JOST
